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Hintergrund: Web 2.0 – Communities, Netzwerke, Chats

Vernetztes Leben

  • Drei Freundinnen surfen im Internet. Rechte: WDR / Fulvio Zanettini Soziale Netzwerke sind Teil des Lebens geworden; Rechte: WDR / Fulvio Zanettini

Über 3 Milliarden Menschen hatten 2015 Zugang zum Internet. Sie nutzen es nicht nur passiv, um an Informationen zu gelangen, sondern immer mehr auch aktiv. Soziale Netzwerke gehören inzwischen zum Alltag. Wäre Facebook ein Land, wäre es mit seinen 1,6 Milliarden "Einwohnern" noch vor China, Indien und den USA das bevölkerungsreichste Land der Welt.

Als Web 2.0 wird der Wandel des Internets vom Informationsmedium zum "Mitmachnetz" beschrieben. Internetnutzer produzieren die Inhalte des Netzes zunehmend auch selbst: Sie veröffentlichen ihre Ideen und Gedanken auf ihren Profilen und Seiten, sie laden Fotos und Videos hoch, um sie einer globalen Öffentlichkeit zu präsentieren. Ihre Texte, Gedanken und Meinungen veröffentlichen können von Unternehmen über Organisationen und Journalisten bis hin zu einzelnen Privatpersonen alle. Auch soziale Medien und Netzwerke sind Teil des Web 2.0. Gerade sie – deren Vorreiter Youtube und Facebook sind – haben das Publizieren zum Massenphänomen gemacht. Aus diesem Grund gelten die Netzwerke inzwischen auch als Plattformen. Youtube gilt zudem als (nach Google) zweitgrößte Suchmaschine der Welt.

Bedeutung sozialer Netzwerke

Zentrale Elemente eines jeden sozialen Netzwerks sind ein Profil, auf dem sich der Nutzer mehr oder weniger detailliert vorstellt, eine Freundes- oder Followerliste sowie die Möglichkeit hat, sich mithilfe eines Messengerdienstes oder einer Kommentarfunktion mit anderen Mitgliedern des Netzwerkes auszutauschen. Bei Netzwerken wie Facebook oder Twitter spielt zudem die Timeline eine wesentliche Rolle. Hier werden die Nutzer über die beliebtesten, das heißt am meisten geklickten, gelikten, kommentierten oder geteilten Veröffentlichungen informiert. Diese können, wie bei Twitter, chronologisch angezeigt werden, oder sich, wie bei Facebook, aus einem Algorithmus erschließen. Nimmt ein Facebook-Nutzer Änderungen an seinem Profil oder seiner Statusmeldung vor, werden seine Facebook-Freunde, also Kontakte, darüber auf ihrer Timeline informiert. Je nachdem wie nah sich die Facebook-Freunde stehen, wie aktuell der Post ist und ob er einen Text, ein Foto oder Video beinhaltet, wird er einer kleineren oder größeren Anzahl von Facebook-Freunden auf der Timeline angezeigt. Posts, unter denen "Herzlichen Glückwunsch" steht, werden von Facebook favorisiert und mehr Kontakten angezeigt.

Auch Medien und Unternehmen nutzen Facebook vermehrt für die Verbreitung von Informationen und Nachrichten. Haben Nutzer die Dienste eines Medienanbieters abonniert, das heißt mit "Gefällt mir" markiert, bekommen sie die Posts des Anbieters ebenfalls auf ihrer Timeline angezeigt. Auch hierbei spielt der Facebook-Algorithmus eine Rolle: Wird ein Post oft geteilt, gelikt oder kommentiert oder wird ein Schlagwort verwendet, das zu dem Zeitpunkt einen hohen Nachrichtenwert hat, stehen die Chancen höher, dass dieser Post auf mehr Timelines angezeigt wird.

Hauptsache Kommunikation

  • Drei Handys; Rechte: dpa Jugendliche kommunizieren am liebsten über Chat- und Messengerprogramme; Rechte: dpa

Unter Jugendlichen dagegen ist Facebook gar nicht so sehr verbreitet wie andere Soziale Dienste: So nutzen laut der JIM-Studie von 2016 mittlerweile 95 Prozent der deutschen Jugendlichen Whatsapp mehrmals in der Woche und nur noch 43 Prozent Facebook. Auf Platz zwei der beliebtesten Netzwerke liegt Instagram mit 51 Prozent, auf Platz drei Snapchat mit 45 Prozent.

Angesichts der Popularität von Whatsapp wird deutlich, welch hohen Stellenwert digitale Kommunikation für Jugendliche hat. Sie erfolgt meist per Smartphone, schließlich geht es darum, schnell und direkt erreichbar zu sein. Aufgrund der starken Verbreitung von Smartphones und des mobilen Internets haben die noch vor wenigen Jahren stark genutzten Instant-Messenger-Dienste wie MSN, ICQ oder Skype auf dem PC so gut wie ausgedient.

Vergänglichkeit sozialer Netzwerke: von SchülerVZ bis Snapchat

SchülerVZ (Abkürzung für Schülerverzeichnis) war das erste erfolgreich soziale Netzwerke in Deutschland. 2007 wurde es ins Leben gerufen und hatte nach eigenen Angaben zu Hochzeiten 5 Millionen angemeldete Nutzer. Damit war es das mit Abstand größte deutsche Schülernetzwerk, gefolgt von Facebook, das zum damaligen Zeitpunkt in Deutschland eine Millionen Mitglieder unter 18 Jahren verzeichnete. Doch dieses Verhältnis sollte sich bald ändern. 2013 wurde SchülerVZ schließlich ganz eingestellt. Denn die meisten Schüler waren da schon längst zur Konkurrenz abgewandert, die allermeisten zu Facebook.

Wie die Zahlen zeigen, bekommt aktuell auch Facebook jenes Abwanderungsverhalten vor allem von jüngeren Nutzern zu spüren. Nicht nur Whatsapp stellt sich dabei als Konkurrent dar, sondern auch Snapchat – eine Kombination aus Messenger und Fotobearbeitungsprogramm. Das Angebot, das sich im Gegensatz zu Facebook und Whatsapp nur noch auf Tablets und Smartphones, nicht aber auf PCs nutzen lässt, erlaubt es, Bilder und Videos mit Effekten und Filtern zu versehen. Eine weitere Besonderheit der 2011 auf den Markt gebrachten App: Die versendendeten Dateien bleiben für den Empfänger nur einige Sekunden sichtbar und "verschwinden" dann, werden also nicht auf dem Smartphone gespeichert. Alleine im April 2016 sahen circa 100 Millionen aktive Nutzer weltweit täglich zehn Milliarden Videoclips. Im Vergleich dazu kommt Facebook täglich auf rund acht Milliarden Videoaufrufe.

Besonders verbreitet ist Snapchat bei jungen Leuten. Die Hälfte der Nutzer weltweit ist zwischen 16 und 24 Jahre alt. Ältere Nutzer hingegen geben immer wieder an, sich mit Snapchat schwer zu tun oder den Sinn dieser App nicht zu verstehen. Laut Social-Media-Experten ist genau das ein Grund für den Erfolg von Snapchat: Im Gegensatz zu Facebook handelt es sich bei diesem Netzwerk (noch) um eine fast eltern- und lehrerfreie Zone, in der die jungen Leute unter sich sind und sich unbeobachtet fühlen.

Doch wie für alle sozialen Netzwerke gilt auch für Snapchat: Wie lange der Hype andauern und wann das Netzwerk von einem neuen Angebot übertrumpft wird, scheint nur einer Frage der Zeit, denn gerade die jungen Nutzer erweisen sich beständig in ihrer Unbeständigkeit: Sie sind offen für neue Kommunikationsangebote und sind bereit, neue Dienstleister auszuprobieren und öfter zu wechseln.

Der Nutzer im Profil: Datenspeicherung

  • Ein junger Mann betrachtet die Privatsphäre-Einstellungen des sozialen Netzwerkes Facebook; Rechte: ddp Wie hält es Facebook mit der Privatsphäre? Rechte: ddp

Wer durch das Internet surft, hinterlässt eine Datenspur, die viel über persönliche Vorlieben, Konsumgewohnheiten, soziale Kontakte und das Lebensumfeld verrät. Und auch ohne Mitglied in einem Netzwerk zu sein, ist nicht auszuschließen, dass die eigenen Kontaktdaten dort gespeichert werden. Auch wenn bei anderen sozialen Netzwerken in puncto Datensicherheit Fragen offenbleiben, steht Facebook hier von allen Netzwerken am meisten in der Kritik. So bietet das Programm seinen Nutzern an, sämtliche Adressen aus ihrem PC-Adressbuch mit der Facebook-Nutzerdatenbank abzugleichen, um so Freunde zu finden, die bereits dort angemeldet sind. Die Adressen werden dauerhaft gespeichert und beispielsweise genutzt, um den nicht registrierten Mailkontakten eine "Facebook-Einladung" zu schicken. Aufgrund immer leistungsfähigerer Informationstechnik, Software und Speichermöglichkeiten stellt eine massenhafte und langfristige Erfassung umfangreicher personenbezogener Informationen keinen großen Aufwand mehr dar. So sind das Speichern aller greifbaren Informationen, das automatische Verknüpfen und das Erstellen sehr umfangreicher Personenprofile gängige Praxis der Internetdienstanbieter geworden.

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