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Hintergrund: Vorsicht im Netz! Fiese Datenfallen für junge Nutzer

Ich lebe online! – Der Reiz sozialer Netzwerke

  • Die Startseite des Internetportals "schülerVZ"; Rechte: ddp Besonders beliebt bei Schülern: SchülerVZ; Rechte: ddp

Jugendliche finden in den Online-Communities Eigenschaften, die ihren altersgemäßen Bedürfnissen nach Identitätsfindung, Kommunikation und Kontaktsuche befriedigen.

Über das Netz können Schülerinnen und Schüler leicht und ohne Hemmungen neue Kontakte knüpfen. Vor allem wird aber auch das real vorhandene Freundschaftsnetz online gepflegt. Nach der Schule treffen sich die Jugendlichen in den sozialen Netzwerken wieder. Von großer Bedeutung sind dabei die Selbstdarstellungsmöglichkeiten auf den Plattformen. In einer Phase der Orientierung geht es Jugendlichen darum, anderen zu zeigen, wer sie sind oder gerne wären, was sie gerade machen und was sie bewegt. Dafür erhalten sie die Anerkennung der anderen Nutzer.

Soziale Netzwerke bieten ihnen darüber hinaus auch die Chance, sich an Diskussionen zu politischen und sozialen Fragen zu beteiligen und an Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozessen in unserer Gesellschaft teilzunehmen.

Die Studie "Jugend, Information, (Multi-)Media" (JIM) 2009 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest macht deutlich, dass soziale Netzwerke heute zum Lebensalltag von Jugendlichen dazugehören. 72% der 13 bis 19-Jährigen loggen sich mehrmals wöchentlich in Online-Communities ein. Fast die Hälfte der durchschnittlich 134 Minuten, die Jugendliche täglich im Internet verbringen, dient der Kommunikation. Die Nutzung von Kommunikationsplattformen und Messengern hat bei Jugendlichen die Email als häufigste Kommunikationsform abgelöst. 69% der Jugendlichen veröffentlichen im Internet außerdem eigene Fotos und Filme.

No risk, no fun? – Das Datenschutzproblem

  • Ein junger Mann wird in einer Menschenmenge hervorgehoben; Rechte: WDR Nur einer von vielen? Im Internet wird jeder Nutzer analysiert; Rechte: WDR

Die Studie zeigt allerdings auch, dass Jugendliche oft nicht risikobewusst handeln, selbst wenn ihnen die Risiken im Netz bewusst sind. So machen lediglich 46% der Jugendlichen von der Option Gebrauch, dass nur Freunde oder ausgewählte Kontakte die hinterlegten Informationen einsehen können.

Internetnutzer bewegen sich in der virtuellen Welt nicht in einem geschützten Raum. Wer bewusst oder unbewusst zu freizügig mit seinen persönlichen Daten umgeht, muss mit unkalkulierbaren Folgen rechnen. Unterschieden wird hierbei zwischen Daten, die freiwillig in den Profilen der sozialen Netzwerke preisgegeben werden und Daten, die unabsichtlich beim Surfen hinterlassen werden. Dazu gehören Anmeldedaten, die bei der Registrierung für einen Dienst eingegeben werden und die normalerweise nur dem Anbieter bekannt sein sollten.

Beim Aufrufen von Internetseiten speichert der Webserver vom Nutzer übertragene Daten, wie zum Beispiel die Information, welche Webseiten zuvor aufgerufen wurden, welche Suchbegriffe benutzt wurden, welche Software verwendet wird und aus welchem Land der Internetnutzer stammt. In der Regel werden solche Informationen zu statistischen Zwecken gesammelt, sind aber nicht bestimmten Personen zuzuordnen.

Die virtuelle Identität schützen

  • Gewinnspielkarten und Werbung; Rechte: WDR Gewinnspiele gibt es auch im Netz – und sie führen oft dazu, dass man mehr Werbung geschickt bekommt; Rechte: WDR

Aus Datenschutzgründen problematischer sind personalisierte Daten, die zum Beispiel für die Registrierung bei einem Internetdienst erforderlich sind oder die bei Gewinnspielen durch die Betreiber erhoben werden. Die Erlaubnis zur Weitergabe zum Beispiel für Werbezwecke lassen sich Internetanbieter oft in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) erteilen. Es gibt jedoch auch schwarze Schafe, die sich nicht an die Gesetze halten oder als ausländischer Anbieter nicht den deutschen Gesetzen unterliegen.

Die privaten Daten, die Nutzerinnen und Nutzer freiwillig in Profilen der Online-Communities, in Chats und Diskussionsforen veröffentlichen, sind besonders häufig von Missbrauch betroffen. Es gibt keine technischen Mittel, die verhindern, dass diese Daten kopiert und zweckentfremdet genutzt werden. Die virtuelle Identität gerät so leicht außer Kontrolle. Selbst wenn das eigene Profil aus einem sozialen Netzwerk entfernt wurde, können Informationen und Fotos später noch im Internet auftauchen.

Neben der Werbewirtschaft haben auch andere Branchen Interesse an persönlichen Daten, zum Beispiel Versicherungen, die spezielle Risiken vor Abschluss einer Lebensversicherung ausschließen wollen. Aber auch manche Vermieter wollen sich so ein Bild über Wohnungsbewerber machen. Und natürlich überprüfen auch Arbeitgeber, die Eignung eines Bewerbers, indem sie ihn googlen oder in sozialen Netzwerken suchen.

Mobbing und Grooming: Gemeinheiten im World Wide Web

  • Ein Schild mit der Aufschrift "Vorsicht Cybermobbing" und einem @-Zeichen; Rechte: mauritius images Im Netz besonders fies: Mobbing; Rechte: mauritius images

Eine weitere Problematik, die aus der Freigabe privater Daten resultiert, ist der sogenannte "Identitätsdiebstahl". Beim Identitätsdiebstahl werden andere Menschen in sozialen Netzwerken unter fremden Namen belästigt oder es werden beleidigende Einträge in Foren erstellt. Schwerwiegendere Fälle von Identitätsdiebstahl sind Warenkreditbetrügereien. In diesen Fällen nutzen Kriminelle Adressdaten oder Bankverbindungen zur Erschleichung von Waren oder Dienstleistungen.

Gerade unter Jugendlichen sind Fälle von "Cybermobbing" weit verbreitet. Typisch für Cybermobbing sind abwertende Kommentare in Gästebüchern und unter Fotos, Drohungen über Mail oder im Chat, die Veröffentlichung peinlicher Fotos und das Anlegen gefälschter Profile, in denen zum Beispiel ein Mitschüler als dumm, ungepflegt oder arrogant dargestellt wird. Ein Viertel der Jugendlichen kennt in seinem Bekanntenkreis Fälle von Cybermobbing. Mobbing ist kein Phänomen der digitalen Medien, gewinnt aber durch die Austragung der Konflikte in der Internetöffentlichkeit erheblich an Gewicht. Eine weitere Gefahr droht auch durch Cyber-Grooming. Dabei handelt es sich um das gezielte Aufbauen falscher Identitäten durch Erwachsene. Die Netzwerkbetreiber fragen bei der Anmeldung zwar häufig nach dem Alter, geprüft wird es aber in den meisten Fällen nicht. Jene "falschen Jugendlichen" nutzen dann Chats und Communities, um Kontakt mit Kindern und Jugendlichen aufzunehmen. Ziel ist es, diese über ihre private Lebenssituation auszuhorchen oder zu versuchen, reale Treffen anzubahnen.