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Hintergrund: Respekt in den unterschiedlichen Lebenswelten

Respekt – ein ambivalenter Begriff?

  • Vier junge Menschen sitzen an einem Tisch und unterhalten sich; Rechte: WDR Vier Jugendliche – vier unterschiedliche Vorstellungen von Respekt; Rechte: WDR

Das Thema Respekt kann konkret und beispielhaft an unterschiedlichen sozialen Feldern der Jugendlichen betrachtet werden. Welche Facetten von Anerkennung sind wann und wo relevant? In ihren unterschiedlichen Lebenswelten gewinnen verschiedene Kombinationen und Formen symbolischen Kapitals an Bedeutung.

Die Studie "Unsichtbares Politikprogramm" der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) aus dem Jahr 2012 hat die Themenwelten und das politische Interesse von bildungsfernen Jugendlichen untersucht. Sie hat gezeigt, dass Respekt zwar für Jugendliche von hoher alltäglicher Bedeutung ist, allerdings in dieser Gruppe keine einheitliche Bedeutung hat. So existieren in verschiedenen Lebenswelten unterschiedliche Leistungen, Fähigkeiten und Werte, denen Jugendliche Respekt zollen. Dabei spielt auch die kulturelle Herkunft eine Rolle. Für Jugendliche mit Migrationshintergrund ist der Begriff Respekt mitunter anders besetzt als für Jugendliche ohne Migrationsbiografie. Gemeinsam ist speziell bildungsfernen Jugendlichen aber die Erfahrung, von der Gesellschaft weniger Anerkennung zu erhalten als sie es sich wünschen. Hier gilt nach Ansicht der Forscher Marc Calmbach und Silke Borgstedt: "Respekt ist ein knappes, aber umso wertvolleres Gut".

Respekt in der Peergroup

  • Zwei Freunde umarmen sich; Rechte: WDR Respekt unter Freunden – wichtig für eine enge Beziehung; Rechte: WDR

In der Peergroup existiert eine Ambivalenz in Bezug auf Respekt. Innerhalb einer solchen Gruppe muss zwischen engen Freunden und dem weiteren Freundeskreis unterschieden werden.

Enge Freunde werden anerkennend auch als Bruder oder Schwester bezeichnet. Mit Blick auf die besondere Bedeutung, die Familie bei den Jugendlichen hat, ist dies eine Aufwertung der Freundschaft und damit eine ganz besondere Anerkennung des anderen. Diese engen Freundschaften – so Calmbach und Borgstedt – gelten als "Kompensation für andernorts erfahrene Geringschätzung". Sie implizieren einen starken Zusammenhalt und werden besonders geachtet. In diesem vertrauten Rahmen dürfen die Jugendlichen auch Schwäche zeigen.

Ganz anders ist dies im weiteren Freundeskreis: Wer hier Schwäche zeigt, hat schnell den Respekt innerhalb der Gruppe verloren. Der soziale Status, also wer etwas zu sagen hat und wer aus dem Freundeskreis ausgeschlossen wird, kann sich schnell ändern. Respekt muss hier hart erarbeitet werden. Die bpb-Studie "Unsichtbares Politikprogramm" zeigt weiterhin, dass es nicht unbedingt schulische Leistungen sind, die in diesem Kontext Respekt verschaffen. Auch ist eine Differenz nach Geschlechtern und Migrationshintergrund erkennbar. Zu wissen, was die neuesten Handys können, ist beispielsweise bei Jungen wichtig, bei Mädchen mit Migrationshintergrund führt eine wichtige Rolle im Haushalt unter Umständen zu Respekt in der Peergroup. Allgemein erfahren Jugendliche Anerkennung, wenn sie sportlich sind, gut tanzen können und cool sind. Körperlichkeit spielt also eine entscheidende Rolle.

Respekt als Selbstwert-Droge

  • Jugendliche in der Kabine eines Fußballvereins; Rechte: WDR Private Anerkennung – zum Beispiel beim Sport – stärkt das Selbstbild; Rechte: WDR

Der Respekt der anderen ermöglicht den Jugendlichen ganz allgemein ein verbessertes Selbstbild. Die Anerkennung anderer Menschen ist für bildungsferne Jugendliche jedoch umso wichtiger, da ihr Selbstwertgefühl aus ihren negativen Erfahrungen heraus oft sehr schwach ist. Die Methoden, die gerade bildungsferne Jugendliche dabei wählen, um von der Umwelt respektiert zu werden, sind auf den ersten Blick womöglich überraschend.

Für ihr soziales Feld gelten sie jedoch als typisch und sind plausibel erklärbar. Der Ausgangspunkt ist, dass die Respektstandards per se der Erwachsenenwelt zugeschrieben und als demütigend empfunden werden. Im Vergleich dazu besteht die Überzeugung, dass man sich in der eigenen Peergroup ein Standing und eine Identität erarbeiten kann und muss. Aus der frustrierenden Erfahrung, den seitens der Erwachsenenwelt gestellten Erwartungen nicht zu entsprechen, schotten sich die Jugendlichen ab. Das Ziel lautet dann, zumindest in der Peergroup den so dringend ersehnten Respekt zu erwerben. Folglich wird der Respekt aufgrund der Negativerfahrungen nicht mehr zuerst bei Externen, also Eltern, Lehrern, Chefs oder Sozialarbeitern gesucht, sondern intern, bei der Peergroup. Dabei besteht jedoch die Hoffnung, letztlich von allen genannten Gruppen anerkannt zu werden. Konsum und Körperlichkeit, also Stil und Habitus, werden dabei oft als Maßstäbe herangezogen. Aber auch schulischer, beruflicher und privater Erfolg spielen eine zentrale Rolle, gerade im Hinblick auf die eigene Zukunft.

Respekt in der Familie

  • Eine Familie im Schwimmbad lächelt in die Kamera; Rechte: WDR Für Jugendliche gibt es kaum etwas Wichtigeres als die Familie; Rechte: WDR

In der Familie können Idealbild und Wirklichkeit dramatisch auseinanderfallen. Es gibt Jugendliche aus sozial benachteiligten Verhältnissen, deren Alltag durch prekäre familiäre Rahmenbedingungen gekennzeichnet ist. Oft fehlen Respektpersonen und Vorbilder oder die Anerkennung, die sich die Jugendlichen von ihnen wünschen. Zudem gilt: Je niedriger der soziale Status ist, umso schlechter ist das Verhältnis zu den eigenen Eltern.

Dennoch gibt es für Jugendliche kaum etwas Bedeutsameres als die Familie. Idealerweise bietet die Familie Anerkennung und Halt im Leben. Zudem wird mit der Gründung der eigenen Familie der Wunsch verbunden, seine Teilhabe an der Mehrheitsgesellschaft zu manifestieren. Die gängige Meinung beschreiben die Forscher Calmbach und Borgstedt so: "Wer sich und seine Familie ernähren kann, kann sich auch des Respekts anderer sicher sein."

Dass Ideal und Wirklichkeit auseinanderfallen, ist aber nicht die Regel. Die Shell-Jugendstudie 2010 zeigt, dass das Verhältnis zwischen Jugendlichen und ihren Eltern selten so gut war wie heute. Viele Jugendliche teilen die Werte ihrer Eltern, suchen Vorbilder in ihnen und bezeichnen sie als Respektspersonen. Hier zeigt sich umso deutlicher das Problem von Jugendlichen, die ohne Vorbilder oder Orientierungspersonen aufwachsen. Des Weiteren besteht eine besondere Spannung in Familien, die stark traditionell geprägt sind, denn Eigenschaften und Werte, für die Jugendliche in ihrer Peergroup Respekt erlangen, zählen in diesen Familien oftmals nicht.

Respekt in der Schule

  • Lehrer hilft Schüler bei einer Matheaufgabe; Rechte: WDR Beide Seiten müssen respektvoll miteinander umgehen – Lehrer und Schüler; Rechte: WDR

Schule und Arbeitsstelle sind Teile der Gesellschaft, die von großer alltäglicher Bedeutung sind. Umso wichtiger ist auch hier ein sensibler Umgang mit Respekt. Lehrer und Vorgesetzte wollen respektvoll behandelt werden, Schüler und Angestellte aber auch. Und: Sie alle haben ein Recht darauf.

Dennoch ist die von vornherein festgelegte Hierarchie für einige Jugendliche nicht immer leicht zu ertragen. Besonders schwierig ist es für diejenigen, die Autorität aus ihrem Elternhaus nicht oder anders gewohnt sind und in ihrem Freundeskreis die Erfahrung des permanenten Aushandelns völlig anderer Maßstäbe machen.

Gerade in einer Institution wie der Schule, in der anerkennungssuchende Jugendliche auf Lehrer treffen, die zu Recht Respekt erwarten, zeigen sich die zwei Seiten der Medaille. Nicht umsonst heißt in einer Publikation der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ein Kapitel: "'Blöde Schlampe, pass bloß auf!' – Gewalt gegen Lehrerinnen und Lehrer" und das nächste Kapitel: "'Wie kann man nur so blöd sein!' – Gewalt durch Lehrerinnen und Lehrer". Offensichtlich ist, dass keine der beiden Seiten das Recht hat, der anderen den Respekt zu versagen, und dass dies doch immer wieder passiert. Dem entgegenzuwirken, ist Aufgabe der Schule und damit all derjenigen, die in ihr aktiv sind. Gleichzeitig darf die Schule dabei aber nicht von der Gesellschaft alleingelassen werden.

Respekt im Beruf

  • Ein junger Mann in Arbeitskleidung verlegt Pflastersteine; Rechte: WDR Anerkennung im Job ist für Jugendliche mit Migrationshintergrund wichtig; Rechte: WDR

Eine besondere Respektlosigkeit zeigt sich gegenüber Jugendlichen aus sozial benachteiligten Verhältnissen in Bezug auf den Zugang zum Arbeitsmarkt. In einem hoch entwickelten Land wie Deutschland hängt der Zugang zum Berufsleben und damit zu ökonomischem Kapital in erheblichem Maße von der Qualifikation ab. Noch heute beeinflusst aber in Deutschland die soziale Herkunft die Bildungskarriere mehr als in anderen Industrieländern. Das Potenzial der betroffenen Jugendlichen wird mit schweren Folgen für deren Selbstwertgefühl folglich oft nicht anerkannt. Ihr geringes kulturelles Kapital reicht meist nicht aus, um am Arbeitsmarkt Erfolg zu haben. Andere – im Alltag möglicherweise erfolgversprechende – Strategien zur Respektgewinnung funktionieren hier nicht.

Zusätzlich kritisieren Gewerkschaften, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund in vielen Betrieben keine Anerkennung erfahren. "Ein ausländischer Name genügt schon, um bei gleicher Qualifikation bei Vorstellungsgesprächen außen vor zu bleiben", schreibt die IG Metall auf ihrer Homepage. Jugendlichen mit Migrationshintergrund wird hier die Chance genommen, von der Gesellschaft dafür respektiert zu werden, einen festen Arbeitsplatz zu haben.

Statussymbole sorgen für Respekt

  • Zwei junge Mädchen durchstöbern ein Bekleidungsgeschäft; Rechte: WDR Markenklamotten können bei Jugendlichen Anerkennung und Zugehörigkeit schaffen; Rechte: WDR

Neben Familie und fester Arbeit haben Jugendliche noch einen dritten Weg für sich gefunden, als Mitglied der Mehrheitsgesellschaft anerkannt zu werden: Markenkleidung und andere Statussymbole. Sie sind für Jugendliche nicht einfach nur cool, sondern vielmehr Zeichen von Zugehörigkeit. Sie sollen für Respekt sorgen, nicht umsonst werden nur die Stücke gekauft, auf denen das Markenlogo für alle sichtbar prangt. Dies soll zeigen, dass man nicht zur untersten Schicht der Gesellschaft gehört, sondern dass man etwas Besseres ist, sich etwas leisten kann und sein ökonomisches Kapital zur Schau stellt. In diesem Gesellschaftsbereich entsteht Respekt somit schwerpunktmäßig durch finanzielle Werte, was für von Arbeitslosigkeit bedrohte oder betroffene junge Menschen eine erhebliche Herausforderung darstellt.

Dies verdeutlicht das Spannungsverhältnis, in dem bildungsferne Jugendliche leben: Der feste Job, die damit verbundene wirtschaftliche Unabhängigkeit sowie die Möglichkeit, die eigene Familie zu ernähren, sind immanent wichtig, um die eigene Vorstellung von Respekt verwirklichen zu können. Doch schweben Hartz IV und die damit verbundene Angst, es eben "nicht zu schaffen", wie ein Damoklesschwert über den Jugendlichen.

Staatliche Hilfe wirkt demütigend

  • Eine Gruppe Jugendlicher von unterschiedlicher Herkunft steht im Kreis zusammen; Rechte: WDR Manche Jugendliche mit Migrationshintergrund empfinden staatliche Hilfe als demütigend; Rechte: WDR

Viele Jugendlichen mit Migrationshintergrund haben unverschuldet Probleme aufgrund kultureller Widersprüchlichkeiten: "Die gesellschaftliche Entwertung ihrer (Schul-)Abschlüsse und der angestrebten Berufe steht bei Migrantenjugendlichen in Widerspruch zur sozialen Anerkennung, die viele dieser Berufe nach wie vor im Herkunftsland und bei den Eltern genießen", schreiben Calmbach und Borgstedt in der Studie "Unsichtbares Politikprogramm". In den Augen der Mehrheitsgesellschaft, deren Respekt sie so dringend suchen, wird der erzielte Abschluss oder Beruf nicht als relevant anerkannt. Niemand zollt ihnen für ihren Weg und ihre Anstrengungen Respekt.

Innerhalb ihrer Familie ist der Bildungsstand unter Umständen aber sehr wohl anerkannt. Dazu kommt, dass eine weitergehende Förderung durch die Eltern häufig nicht möglich ist, selbst wenn sie angestrebt wird.

Besonders problematisch in dieser Betrachtung ist die ambivalente Stellung wohlfahrtsstaatlicher Leistungen. Der Wohlfahrtsstaat hat die Aufgabe, ein Leben in Würde zu ermöglichen. Er bringt damit also auch den wirtschaftlich Schwächeren Achtung entgegen. Soziale Gerechtigkeit und damit Anerkennung soll über das Mittel der Umverteilung gewährleistet werden; soweit die staatliche Intention. Dem steht jedoch die Sicht der (potenziell) "Betroffenen" entgegen: Laut der Studie "Unsichtbares Politikprogramm" aus dem Jahr 2012 wünschen sich die Jugendlichen, "wertfrei gesehen zu werden". Das heißt, dass Hilfestellungen – zum Beispiel in Form von Geld oder Unterstützung – schnell als Respektlosigkeit ihnen gegenüber verstanden werden können. Der Versuch, sie in die Gesellschaft zu einzugliedern, scheitert, sobald sie dadurch den demütigenden Status der "Sorgenkinder" zugeschrieben bekommen.

Respekt: Basis unserer Gesellschaft I

  • Ein Demonstrant zeigt einem Polizisten den Mittelfinger; Rechte: ddp Wer sich vom Staat nicht ernst genommen fühlt, erkennt seine Institutionen nicht an; Rechte: ddp

Brennende Autos in Paris, London und Berlin sind nie einfach nur Ausdruck blinder Zerstörungswut. Oft sind sie auch ein verzweifelter Versuch, Aufmerksamkeit zu erlangen. Jugendliche fühlen sich vom Staat nicht anerkannt, sie haben das Gefühl, ihre Probleme werden nicht respektiert, ihre Interessen nicht repräsentiert. Als Reaktion entziehen sie Politik und staatlichen Institutionen, wie etwa der Polizei, den Respekt oder ihr Protest drückt sich darin aus, das Eigentum anderer nicht anzuerkennen oder gar zu zerstören.

Diese Entwicklung ist hoch problematisch, denn neben den zwischenmenschlichen Beziehungen und dem Verhältnis einzelner Bürger und einem Staatsorgan ist Respekt auch gesamtgesellschaftlich von großer Bedeutung. Er hat in diesem Zusammenhang zwei Ausrichtungen: Folgt man dem deutschen Philosophen Axel Honneth, so ist jeder Bürger zugleich Rechtsperson und kooperatives Gesellschaftsmitglied, das Wertschätzung verdient.

Die Bürger werden in diesem Sinne nicht als Gleiche verstanden, sondern als gleich an Rechten. Damit geht aber für jedes Individuum auch die Pflicht einher, die Gesellschaft und den Staat anzuerkennen. Bleibt dies aus, können daraus Revolution, Chaos oder beides resultieren. Andersherum ist es ebenso problematisch, wenn der Staat keinen Respekt vor seinen Bürgern hat. Dann nämlich entsteht im Extremfall eine Diktatur. Auch hier zeigt sich: Respekt ist keine Einbahnstraße. Wenn die Bürger einen demokratischen Staat nicht mehr anerkennen, droht eine Gesellschaft auseinanderzubrechen.

Respekt: Basis unserer Gesellschaft II

  • Ein Gemälde zeigt die Unabhängigkeitserklärung der USA im Jahr 1776; Rechte: Interfoto Vorreiter amerikanische Unabhängigkeitserklärung: Die Kolonisten wollten von ihrem einstigen Mutterland Anerkennung und Respekt; Rechte: Interfoto

Auf der anderen Seite steht der Staat in der Pflicht, seinen Bürgern mit Respekt zu begegnen und jedem Individuum Anerkennung entgegenzubringen. Dies ist charakteristisch für einen liberalen, demokratischen Staat. Erstes und vielleicht prominentestes Beispiel dafür ist die Unabhängigkeitserklärung der USA aus dem Jahr 1776. Hier heißt es wörtlich: "All Men are created equal." Damit wird die Überzeugung ausgedrückt, dass kein Mensch mehr oder weniger wert sei. Für den Staat bedeutet dies, dass er in der Pflicht ist, die Würde eines jeden Einzelnen zu schützen.

Nicht nur in den USA, auch in Europa und natürlich auch in Deutschland finden sich ähnliche Formulierungen in den Verfassungen. Der oben schon erwähnte Artikel 3 des Grundgesetzes entstand auch vor dem Hintergrund der Verbrechen des "Dritten Reichs". Die in der Nazi-Diktatur propagierte und bestehende Ideologie der Ungleichwertigkeit war erst die Basis für die Gräueltaten der Nazis. Eine Gesellschaft, in der jeder frei leben kann, fußt also auch auf dem Respekt, den der Staat jedem einzelnen Bürger gegenüber hat.

Allerdings gibt es auch heute in Deutschland gewollte Ungleichbehandlungen der Bürger. Entscheidend ist, dass diese nicht auf der Vorstellung der Ungleichwertigkeit fußen. Der Staat behält sich vor, besondere Leistungen gesondert anzuerkennen. Dies kann sich in besonderen Privilegien widerspiegeln, wie etwa denen für Beamte im Staatsdienst, oder in einer einmaligen Ehrung wie dem Bundesverdienstkreuz. So wie in einer Schulklasse jeder, ob Schüler oder Lehrer, die gleiche Anerkennung als Mensch verdient, so ist eine besondere Auszeichnung, im Kleinen wie im Großen, legitimer Ausdruck einer besonderen Wertschätzung bestimmter Leistungen.