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Hintergrund: Anonym im Netz? Unsere Empfehlungen für sicheres Surfen

Deine Adresse im Internet

  • Ein Junge vor einem Rechner beim Internetsurfen; Rechte: dpa Ganz anonym ist man im Netz nie – dank der IP-Adresse; Rechte: dpa

Unter Jugendlichen ist die Auffassung weit verbreitet, beim Surfen im Internet anonym zu sein. Aber um das Internet überhaupt nutzen zu können, teilt der Internetdienstanbieter (Provider) dem Nutzer eine eindeutige IP-Adresse (Internetprotokoll-Adresse) zu. Die Zugangsprovider sind per Gesetz verpflichtet, die Nutzungsdaten des Anschlussinhabers für sechs Monate zu speichern. Beim Internetsurfen, Emailschreiben oder der Beteiligung an Diskussionsforen speichert der jeweilige Anbieter die IP-Adresse des Nutzers in Serverlogfiles. Damit schafft sich der Staat eine Möglichkeit, bei schweren Delikten nachvollziehen zu können, wer bestimmte Internetdienste genutzt hat.

Eine eindeutige Identifizierung ist dies jedoch nicht, denn schon bei der gemeinsamen Nutzung eines Anschlusses durch mehrere Personen in einem Haushalt über WLAN, lässt sich nicht ermitteln, welche Person den Anschluss genutzt hat. Anonymisierungsdienste im Internet bieten außerdem die Möglichkeit, den Nutzer nach außen hin unter veränderter IP-Adresse auftreten zu lassen.

Identifizierung mit dem ePA

  • Der elektronische Personalausweis steckt in einem kleinen weißen Lesegerät, das an die Tastatur eines Computers angeschlossen ist; Rechte: dpa Mit dem elektronischen Personalausweis kann man sich mit Hilfe eines Lesegeräts im Internet identifizieren; Rechte: dpa

Wenn bei im Internet verübten Straftaten Verschleierungsmechanismen genutzt werden, haben Strafverfolgungsbehörden Schwierigkeiten mit der Aufklärung und fordern dementsprechend die Einschränkung solcher Dienste. Auch aus diesem Grund werden nach dem Willen der Bundesregierung seit November 2010 elektronische Personalausweise an die Bundesbürger ausgegeben. Zusätzlich zum bisherigen Personalausweis ermöglicht dieser mit Hilfe eines Lesegeräts die Identifikation eines jeden Nutzers im Internet. Er soll beim Online-Shopping, Internet-Banking und in der Kommunikation mit Behörden zum Einsatz kommen.

Problematisch ist, dass im Internet eine Identifizierung mit Personalausweis viel häufiger gefordert werden wird als im realen Leben, obwohl es durchaus legitime Gründe geben kann, beispielsweise einem Versandhaus nicht seinen realen Namen anzuvertrauen. Wie sich im Fall von Bank- und Kreditkarten gezeigt hat, ist es zudem nur eine Frage der Zeit, bis elektronische Personalausweise von Straftätern kopiert werden, um im Namen des Opfers im Internet Unheil anzurichten. Da zur Verwendung des elektronischen Personalausweises Lesegeräte für den PC erforderlich sind, ist der Aufwand für die Einführung entsprechend sehr hoch.

Anonymität und ihre Vorteile

  • Auf einer Internetseite ist ein Passwort geschützter Bereich zu sehen; Rechte: ddp Vorsicht bei der Anmeldung: So wenig Daten wie möglich preisgeben; Rechte: ddp

Außerdem spielt die anonyme Internetnutzung politisch eine wichtige Rolle: Erst das Internet machte es möglich, dass oppositionelle Gruppen unabhängige Informationen aus repressiven Staaten der Weltöffentlichkeit zugänglich machen. Beispielhaft wird dies in China, wo Oppositionelle über das Internet immer wieder die Zensur unterlaufen. Dies funktioniert natürlich nur so lange, wie die Internetnutzer sicher sein können, Informationen anonym verbreiten zu können. Anonymität ist so auch ein Garant für Meinungsfreiheit.

Wer befürchtet und verhindern möchte, dass seine Daten missbraucht werden, sollte zunächst das eigene Verhalten überprüfen. Der Grundsatz lautet: So wenig Daten wie möglich preisgeben. Sind die Daten erst einmal im Internet veröffentlicht, beginnt deren Eigenleben. Statt des realen Namens kann in den meisten Fällen ein Pseudonym verwendet werden. Auf keinen Fall sollten Informationen wie Adresse, Handy- und Kreditkartennummer in das Internet gelangen. Zur Anmeldung bei Internetdiensten reicht oftmals eine temporäre Emailadresse (Wegwerf-Emailadresse), die sich bei verschiedenen Anbietern einrichten lässt. Überflüssige Fragen in Anmeldeformularen sollten nicht beantwortet werden. Und natürlich lohnt es sich, einen Blick in die AGBs zu werfen, um zu erfahren, wie der Anbieter mit Daten umgeht.

Mehr Tricks für die eigene Sicherheit

  • Ein Bewerbungsschreiben und ein Lebenslauf liegen auf einem Computerbildschirm, auf dem eine Personensuchmaschine, Gruppen des Onlinenetzwerks MeinVZ und ein Foto mit drei Jugendlichen beim "Trichter-Trinken" zu sehen sind; Rechte: dpa Bewerbungsfotos mal anders: Wer seine Partyfotos ins Netz stellt, sollte die Konsequenzen bedenken; Rechte: dpa

Bei der Anmeldung zu Internetdiensten sollte unbedingt ein sicheres Passwort gewählt werden, das in regelmäßigen Abständen geändert wird. Ein unsicheres Passwort könnte zum Missbrauch und Identitätsdiebstahl durch Fremde führen.

Beim Anlegen eines Communityprofils sollten Schüler immer bedenken, wie das Profil zum Beispiel auf Eltern, Außenstehende wie beispielsweise Personalchefs wirken könnte: Auf peinlichen Partyfotos oder die Zugehörigkeit zu Scherzgruppen über Alkohol, Sex und Drogen sollte verzichtet werden.

Grundsätzlich sollten bestimmte Informationen ausschließlich für Freunde zugänglich sein. Dazu gibt es in den meisten Netzwerken eine Einstellungsseite für "Privatsphäre-Optionen". Der Nutzer kann dann die Freigabe auf Netzwerkmitglieder oder auf Freunde beschränken. Auch der Zugriff auf das Profil durch Suchmaschinen sollte so verhindert werden.