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Unterricht: Die Not der Weber

Hinweise für den Unterricht

Thematische Schwerpunkte dieses Films und des vorliegenden Materials sind die Industrielle Revolution, ihre ökologischen Folgen, die Soziale Frage und der entstehende Sozialismus/Marxismus.

Während des Films

  • Porträtaufnahme des jungen Friedrich Engels. Friedrich Engels (junior); Rechte: WDR

Um eine Grundlage für die weitere Beschäftigung mit dem Filminhalt zu schaffen, notieren die Schülerinnen und Schüler während des Films Stichworte zur beschriebenen Lebens- und Arbeitswelt im Wuppertal in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dazu können sie das Arbeitsblatt 1 "Leben und Arbeiten im Wuppertal" benutzen, wo das Grundgerüst einer Mindmap vorgegeben ist. Wer mehr Platz zum Schreiben braucht, überträgt das Gerüst auf ein größeres Blatt Papier. Auf diese Weise erhalten die Schüler eine Informationsbasis, die während der folgenden Unterrichtsstunden immer wieder als Erinnerungshilfe genutzt werden kann. Anschließend sollten die Mindmaps verglichen werden. Das kann zum Beispiel in Gruppen- oder Partnerarbeit geschehen, wobei die Mindmap des Partners gegebenenfalls ergänzt wird.

Unmittelbar anschließend an den Film empfiehlt sich eine erneute Beschäftigung mit den beiden Hauptfiguren Friedrich Engels junior und Hermann Enters. Dadurch bleibt die Erinnerung frisch und die beiden Hauptschwerpunkte des Films – die Lebens- und Arbeitsbedingungen im 19. Jahrhundert und die in Reaktion darauf entstehende Sozialkritik – erhalten ein Gesicht. Das Leben beider Protagonisten ist im Netz gut dokumentiert. So können die Schülerinnen und Schüler anhand ihres Wissens aus dem Film und der Recherchetipps auf Arbeitsblatt 2 zwei Steckbriefe ausfüllen und in einer anschließenden Diskussion über Gemeinsamkeiten und Unterschiede sprechen. Mit welchen Chancen starten die beiden Männer ins Leben? Was machen sie daraus?

Industrielle Revolution

Die Schülerinnen und Schüler haben sich nun der Thematik angenähert. Anschließend konkretisieren und systematisieren sie ihr Wissen. Im Mittelpunkt steht zunächst die technische Seite der Industriellen Revolution. Eine Reihe von Schlüsselerfindungen im 19. Jahrhundert führten zu dem radikalen Umschwung unter anderem in der Textilindustrie, wie er im Film beschrieben wird. Auf Arbeitsblatt 3 "Schlüsselerfindungen" sollen die Schüler technologische Neuerungen kurz beschreiben, im Hinblick auf ihre Funktion und ihre Bedeutung für den technischen Fortschritt einschätzen und ihre Verbreitung einer Zeitleiste zuordnen. Dadurch wird die chronologische Abfolge des Umschwungs visualisiert; zugleich vergegenwärtigen sich die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen aus dem Film, aus dem Unterricht und eigenen Recherchen.

Mit den technischen Neuerungen beginnt auch die Fabrikarbeit, die Heimarbeit zu verdrängen. Dieser Konflikt wird im Film anhand des Webers Enters und des Fabrikanten Engels dargestellt. Um nachvollziehen zu können, warum Enters sich gegen eine Aufgabe seines Heimarbeitsplatzes – und damit letztlich seiner Zeitsouveränität – wehrt, notieren die Schülerinnen und Schüler in zwei Gruppen auf Arbeitsblatt 4 "Heimarbeit gegen Fabrikarbeit" die Merkmale der beiden Arbeitsformen. Anschließend diskutieren die beiden Gruppen als Fabrikanten und Heimarbeiter miteinander. Leitfragen für die Diskussion finden sich ebenfalls auf dem Arbeitsblatt. Hier sollte sich herauskristallisieren, welche Argumente es auf beiden Seiten gibt und welche Interessenlagen im 19. Jahrhundert kollidieren.

  • Arbeitsblatt 1: Leben und Arbeiten im Wuppertal
  • Arbeitsblatt 2: Steckbriefe
  • Arbeitsblatt 3: Schlüsselerfindungen
  • Arbeitsblatt 4: Heimarbeit gegen Fabrikarbeit

Soziale Frage

  • Historische Zeichnung, die Kinder vor einem Webstuhl zeigt Kinderarbeit war in der Zeit der Industralisierung gang und gäbe; Rechte: WDR

Die Thematik eignet sich besonders für eine Kreativaufgabe, die die Schüler motivieren dürfte, sich intensiv mit den Fakten zu beschäftigen. Auf Arbeitsblatt 5 "Reportage" finden die Schüler eine Anleitung und Bildmaterial zur Erstellung eines Zeitungsartikels. Beim Schreiben können sie als Gedächtnisstütze auch auf ihre Mindmap aus der Filmvorführung zurückgreifen. Im Mittelpunkt steht eine möglichst anschauliche Schilderung der gesellschaftlichen Zustände, die in den Städten am Ende des 19. Jahrhunderts herrschten. Eine Reportage eignet sich wegen der Unmittelbarkeit der Beschreibung besonders gut für die Thematik; grundsätzlich ist aber auch jede andere journalistische oder literarische Form denkbar. Wenn mehr Zeit ist, können die Ergebnisse auch zu einer Wandzeitung oder einem kleinen Magazin verarbeitet werden. Technisch versierte Schülerinnen und Schüler haben vielleicht Interesse an dem Bau einer kleinen Website. Hier können Texte und Screenshots aus dem Film einfließen.

Sozialismus/Marxismus

Mit 18 Jahren schreibt Friedrich Engels seine "Briefe aus dem Wuppertal" – ein Alter, mit dem sich auch jüngere Schüler schon identifizieren können. Die "Briefe" eignen sich hervorragend zur Quellenarbeit. Ein gekürzter Auszug steht auf Arbeitsblatt 6 "Briefe aus dem Wuppertal"; die gesamte Schrift ist im Internet zugänglich. Auf Arbeitsblatt 7 "Friedrich Engels" finden die Schülerinnen und Schüler Fragen, die ihnen helfen sollen, sich dem Text anzunähern und ihn kritisch zu würdigen. Dabei geht es auch um die Frage, die bereits im Film aufgeworfen wird: Wie realistisch oder polemisch ist die Schilderung, welche Intention hat der Autor? Die Auseinandersetzung mit dieser Problematik kann die Schüler sowohl inhaltlich als auch methodisch weiterbringen.

Ökologische Folgen

Nicht nur der Mensch, auch die Natur spürt die Auswirkungen der Industriellen Revolution. In Gruppen- oder Einzelarbeit tragen die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen aus dem Film, dem Unterrichtsgespräch oder eigenen Recherchen auf dem Arbeitsblatt 8 "Ökologische Folgen" zusammen. Sie schreiben dabei Stichworte zu Schlagwörtern in einer schematischen Darstellung und können so selbst ihr Wissen systematisieren und Zusammenhänge visualisieren.

Weiterführende Vorschläge

Als weitere historische Quelle lässt sich auch das Gedicht von Heinrich Heine "Die schlesischen Weber" nutzen. Er schrieb es 1844 nach den Weberaufständen in Schlesien. Das Gedicht wurde damals auch in den politischen Auseinandersetzungen genutzt und auf Flugblättern und in Zeitungen veröffentlicht. Die Interpretation des Gedichts erweitert das Thema um den Vormärz.

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