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Hintergrund: Die Instrumentenfamilien

Die Streicher

  • Ein Junge und ein Mädchen spielen Geige. Geigen dürfen in keinem Orchester fehlen; Rechte: WDR, Fulvio Zanettini

Streichinstrumente sind Instrumente aus Holz mit einer unterschiedlich großen Anzahl von Saiten aus Nylon, Draht oder Tierdärmen. Die Saiten sind mit sogenannten Wirbeln, die auch zum Stimmen dienen, am Korpus befestigt.

Der Ton entsteht, wenn der Musiker einen meist mit Rosshaar bezogenen Bogen über die Saiten gleiten lässt. So bringt er die Saiten zum Schwingen. Wie sich der Ton anhört, hängt davon ab, wie groß der Holzkorpus ist, wie lang und dick die Saiten sind und an welcher Stelle der Musiker über sie streicht. Je kürzer, dünner und straffer gespannt die Saiten sind, umso höher klingen sie. Musiker können die Länge der Saiten verändern, indem sie sie mit den Fingern nach unten drücken. Streichinstrumente können auch ohne Bogen zum Klingen gebracht werden, nämlich wenn der Musiker die Saiten seines Instruments zupft. Das heißt dann Pizzicato. In manchen Musikstücken werden auch reine Zupfinstrumente wie die Gitarre eingesetzt. Sie gehören aber trotzdem zur Familie der Streicher.

  • Abbildung eines Kontrabasses. Der Kontrabass ist das größte Instrument in der Familie der Streicher; Rechte: akg

Die Geige ist im Orchester das wichtigste Instrument. In einem ausgewachsenen Sinfonieorchester spielen 16 erste und 14 zweite Geigen. Die erste Geige gibt im Orchester den Ton an, die zweite unterstützt den Klang als zweite Stimme. Wie wichtig die Geige ist, zeigt sich auch daran, dass der Konzertmeister, der die wichtigste Person im Orchester nach dem Dirigenten ist und diesen notfalls auch ersetzen kann, immer ein Geiger ist. Geigen haben vier Saiten und sind ungefähr 75 Zentimeter lang. Kinder erlernen das Spiel in der Regel mit kleinen Geigen, die an kleinere Hände und kürzere Arme angepasst sind. Es gibt 7/8, 3/4, 1/2, 1/4, 1/8, und sogar 1/16 und 1/32-Geigen.

Die Bratsche ist so etwas wie die "große Schwester" der Geige: Während ein Geigen-Korpus maximal 36 Zentimeter lang ist, sind Bratschen-Korpi in der Regel 40 bis 43 Zentimeter lang. Entsprechend sind auch die Saiten der Bratsche länger. Schon deshalb klingt sie tiefer. Außerdem ist die Bratsche tiefer gestimmt als die Geige. Beide Instrumente haben eine A-, eine D- und eine G-Saite, die Geige hat zusätzlich eine E-Saite, die einen sehr hohen, hellen Ton erzeugt, während die vierte Saite der Bratsche eine C-Saite ist - sie ist also tiefer gestimmt. In einem Sinfonieorchester wirken 12 Bratschisten mit. Der warme, bis in die höchsten Tonlagen dunkle Klang ihrer Instrumente bildet eine Art Brücke von den beiden Geigen-Stimmen zu den Bass-Streichern, also Cello und Kontrabass.

Das Cello hat die gleiche Bauweise wie Geige und Bratsche. Wie bei der Bratsche sind die vier Saiten für die Noten A-D-G-C gestimmt. Weil das Instrument viel größer ist als die Bratsche und die Saiten länger sind, klingt es um eine Oktave tiefer. Das Cello wird anders gehalten als Bratsche und Geige: Der Musiker stützt es mit einem Stachel aus Metall auf den Boden auf, hält mit der linken Hand den Hals und bewegt die Saiten. In der rechten Hand hält er den Bogen. In einem Sinfonieorchester spielen in der Regel acht bis zehn Celli. Im Orchester gehören die Celli zu den tiefen Streichern. Sie übernehmen auch wichtige Solo-Passagen.

Ein größeres und tieferes Streichinstrument als den Kontrabass gibt es nicht. Er sieht auf den ersten Blick aus wie ein größeres Cello, hat aber manchmal fünf statt nur vier Saiten. Der Grund: Die vier Saiten des Kontrabass’ sind normalerweise für die Töne E, A, D und G gestimmt, viele Sinfonieorchester brauchen aber zusätzlich die Töne Es, Des und C. Diese können gespielt werden, wenn eine fünfte C-Saite aufgezogen wird. Im Orchester bildet das Spiel des Kontrabass’ die Basis für die Melodieinstrumente. Seltener sind Stücke mit dem Bass als Melodieinstrument. Es gibt auch Solokonzerte für Kontrabass und Orchester.

Zupf-Instrumente wie die Harfe brauchen keinen Bogen. Bei ihnen entsteht der Ton nur durch die durch Zupfen entstehenden Schwingungen der Saiten. Trotzdem sitzt der Harfist oder die Harfenistin im Orchester bei den Streichern. Das gilt auch für folkloristische Instrumente wie Gitarre, Mandoline oder Zither, wenn sie eingesetzt werden.