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Bericht aus der Praxis: Die Burg im Mittelalter


Themen
• Ritter
• Bauern
• Adel

Fächer
• MeNuK
• Sachunterricht
• Geschichte
• WZG

Klassenstufen
• ab Klasse 3, Grundschule
• ab Klasse 5, alle Schularten

Fächeranbindung und Kompetenzen

  • Ruine einer Burg. (Quelle: Colourbox) Ruine einer typisch mittelalterlichen Burg (Quelle: Colourbox)
  • Ritter in Rüstung reitet aus Burg heraus. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Die Burg des Ritters war Wohnort und bot der Bevölkerung Schutz (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Frau in mittelalterlicher Küche. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Die Ernährung der Burgbewohner war eher einfach (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Mittelalterliche Küche, Ritter in Holzbadewanne. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Der Ritter in der Wanne – mitten in der Küche (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Unterrichtsbeispiel im 4. Schuljahr der Grundschule Plaidt

Digitale Lernangebote können Menschen, die das Lernen begleiten, niemals ersetzen. Sie ermöglichen jedoch eine individuelle Auseinandersetzung der Lernenden mit den Inhalten. Meine Aufgabe als Pädagogin ist es, für optimale Bedingungen zu sorgen, die erfolgreiche Lernprozesse ermöglichen, und diese durch soziale Beziehung positiv aufzuladen. Digitale Medien unterstützen mich dabei, die Schüler für das Thema zu interessieren sowie die Inhalte adressatenadäquat aufbereitet anzubieten.

Durch die eigenverantwortliche Auseinandersetzung der Kinder mit den medial aufbereiteten Inhalten können sich für das Lernen wesentliche Kompetenzen herausbilden. Denn „Kompetenzen erweisen sich im Können. Lernfortschritte im Sachunterricht lassen sich daher nicht durch bloßes Abfragen von Wissen, sondern erst mit Hilfe von Anwendungs- und Gestaltungsaufgaben angemessen erfassen.“

Insbesondere die Arbeit mit digitalen Medien vermittelt Sachkompetenzen, lässt Schreibhürden überwinden, unterstützt kreative Schreibprozesse und berücksichtigt dabei den individuellen Lernfortschritt. Schließlich kann mithilfe der digitalen Medien das Arbeitsergebnis „professionell“ präsentiert werden. Die Qualitätsindikatoren eines Sachunterrichtes sind erfüllt.

„Kinder beschaffen sich selbstständig Informationen aus Medien, ordnen sie, bereiten sie sachbezogen auf und präsentieren sie. Lehrer orientieren sich an den individuellen Lernmöglichkeiten der Kinder und stellen entsprechend differenzierte Lernmöglichkeiten bereit."
(aus: Rahmenplan Grundschule Teilrahmenplan Sachunterricht, Rheinland-Pfalz)

Einbettung im Rahmenplan:

„Umgebungen erkunden und gestalten“ – Perspektive Raum
• Räume als natürliche und gestaltete Lebensgrundlage verstehen und nutzen
• Typische Lebensgrundlagen der Region erkunden (Ackerbau und Viehzucht, Weinbau, Industrie ...)
• Prägende Merkmale der Region kennenlernen

Plaidt liegt in einer Region, in der es zahlreiche Burgen zu erkunden gibt (Rhein- und Moselburgen). Ganz in der Nähe liegt Burg Wernerseck, auch Kelterhausburg genannt. Sie ist eine spätmittelalterliche Burganlage auf dem Gebiet der Gemeinde Ochtendung im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie verdankt ihren Namen ihrem Gründer und Bauherrn, dem Erzbischof von Trier, Werner von Falkenstein (1388–1418).

Vorüberlegungen zur Thematik und Methodenwahl

Auch wenn die Sendung ursprünglich vorrangig für den Einsatz in Klassenstufe 5-10 gedacht war , sollte dies keineswegs davon abhalten, auch Grundschülern den Film in den bereits vorgegebenen Sequenzen zu präsentieren beziehungsweise individuell passende Filmpassagen zu sichten. Übrigens eine simple wie äußerst effektive Möglichkeit, schnellstens „auf den Punkt zu kommen“. Die Verlinkung mit dem Beitrag verleiht der Präsentation „Zielgenauigkeit“ und erhöhte Aufmerksamkeit im Vortrag.

Ein Spaziergang mit der Klasse zur nahegelegenen Burgruine Wernerseck brachte uns auf die Idee, das Thema im Sachunterricht zu behandeln. Da vermehrt Fragen zum Aufbau einer Burg gestellt wurden, begannen wir mit der 2. Sequenz des Films (02:23 bis 04:19: Aufbau einer Burg). Was „Ritter“ waren, ergibt sich unter Umständen automatisch aus den Filmsequenzen beziehungsweise kann anschließend behandelt werden.

Der Einsatz der Sendung im Unterricht

  • Zeichnung einer kleinen mittelalterlichen Burg. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Zeichnung einer kleinen mittelalterlichen Burg (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • (Quelle: SWR) (Quelle: SWR)

Der Unterricht wurde im PC-Raum der Schule durchgeführt. Für die 18 Kinder der 4b standen zehn Rechner zur Verfügung. Zu zweit an einem Rechner zu arbeiten bringt den Vorteil einer Kontroll- beziehungsweise Ergänzungsmöglichkeit.

1. Stunde: Aufbau einer Burg
Filmsequenz 02:23 – 04:19

• Die Schüler schauen die Passage des Films an ihren Rechnern selbstständig an.

• Schüler formulieren selbst ihren Arbeitsauftrag („Wie ist eine Burg aufgebaut?)
Alternative: Arbeitsauftrag wird von Lehrkraft vorgegeben

• Die Schüler erstellen selbst ein Arbeitsblatt zum Aufbau einer Burg. Sie wählen das passende Motiv für einen Screenshot aus der Filmpassage TC 2’23 - 3'25 aus, erstellen den Screenshot und fügen ihn in ein Arbeitsblatt ein. Dann bearbeiten und beschriften sie ihn (Einfügen von Pfeilen, Textfeldern, Rahmen, Farbfüllungen, Textgröße, ... – je nach „persönlicher“ Gewichtung von Informationen).
Der Film bleibt als Informationsquelle ständig im Hintergrund (Wechsel der Arbeitsfläche möglich).
Tipp: Abspeichern nicht vergessen, da das Arbeitsblatt der Leistungsbeurteilung dienen kann.

Alternative: Der Screenshot wird von der Lehrkraft vorgefertigt, in ein Word-Dokument eingefügt und für die Schüler zum Beschriften ausgedruckt.
Die Klasse sieht und hört den Filmausschnitt zweimal. Nach der Arbeitsphase wird der Filmabschnitt zu Kontrolle noch einmal eingesetzt.

• Der Film bleibt als Informationsquelle ständig im Hintergrund (Wechsel der Arbeitsfläche möglich).
Alternative: Die Klasse sieht/hört nur zwei Wiederholungen. Nach der Arbeitsphase wird der Filmabschnitt zu Kontrolle noch einmal eingesetzt.

• Präsentation der Ergebnisse am Whiteboard

• Abschließendes Quiz bei Planet Schule:
Frage trifft Antwort: „Was macht eine Burg zur Burg?“

  • Hand mit Beschriftung an jedem Finger. (Quelle: Dreamstime) Fünf-Finger-Reflexion (Quelle: Dreamstime)

2. und 3. Stunde: Vorburg, Küche, Ritter, Turniere
Sequenzen 04:19–12:42

Die folgende Doppelstunde war der Sichtung folgender fünf Filmsequenzen gewidmet:
- Die Vorburg
- Die Küche
- Der Ritter als Grundherr und Gerichtsherr
- Die Ausbildung zum Ritter
- Turniere

Die Verteilung der Themen per Losverfahren (Zufallsprinzip) hat sich in zahlreichen Reflexionsrunden („5-Finger-Reflexion“) als positiv herausgestellt.

Je nach Klassengröße und Anzahl von zu Verfügung stehenden Rechnern werden die oben genannten Themen auf Karten notiert und von den Kindern gezogen.

Thema Loskarten Rechner
Die Vorburg 3 2
Die Küche 4 2
Der Ritter als Grundherr + Richter 4 2
Die Ausbildung zum Ritter 4 2
Turniere 3 2
gesamt: 18 Kinder 10

Nachdem sich die „themengleichen Kinder“ gefunden haben, erhalten sie ihre jeweiligen Arbeitsblätter (Arbeitsblätter 1-5).
Der Arbeitsauftrag lautet für alle Themen gleich:


Sichte den Filmausschnitt und notiere auf beiliegendem Arbeitsblatt die wesentlichen Informationen. Die Bilder auf dem Arbeitsblatt sind dem jeweiligen Filmausschnitt entnommen. Sie helfen dir, dich leichter an Filmdetails zu erinnern . Besprich, kontrolliere, ergänze mit den Arbeitspartnern des „gleichen Themas“ deine Ergebnisse.

Man kann die Arbeitsblätter zusätzlich noch ein Mal als „Präsentationsblatt“ in die Arbeitsgruppen geben. Die Ergebnisse werden nach Kontrolle und Absprachen darauf in „Reinschrift“ notiert und zur Präsentation verwendet. Das Präsentationsblatt könnte auch zur Leistungsmessung verwendet werden.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Kinder oftmals mehr als den erforderlichen Filmabschnitt anschauen und bearbeiten. Sie übersehen leicht, dass beim Wechsel des Filmausschnitts auch das Thema unter dem Film „springt“. (Das passiert insbesondere, wenn im Vollbildmodus gearbeitet wird). Finden die Kinder aber die gesehenen Filmszenen nicht mehr als Screenshot auf ihrem Arbeitsblatt, ist ihnen schnell(er) klar, dass sie ihren Arbeitsbereich bereits überschritten haben.

Statt nur zu warten, bis alle Gruppen fertig sind und zeitgleich mit der Präsentation begonnen werden kann, dienen Suchsel, Silbenrätsel, Wortschlangenrätsel der sinnvollen Zeitnutzung. Eventuell finden sie auch als Hausaufgabe ihren Einsatz. Arbeitsblätter 6 bis 14.

Als Abschluss werden die Ergebnisse im Plenum präsentiert. Am Rechner, der mit dem Whiteboard verbunden ist, stellen die Schüler selbst „ihren“ Filmausschnitt an. Der Ton des Films wird ausgeschaltet. Nun kommentieren die Schüler mithilfe ihrer Arbeitsvorlage (Vor- oder Reinschrift) ihre Filmsequenz. Dabei sehen alle Schüler alle Filmsequenzen und erhalten die erforderlichen Informationen.