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Unterricht in Allgemeinbildenden Schulen: Episode 8 „Eva“

  • Gut gekleidete junge Frau am Zug, hinter ihr ein Mann in Sträflingskleidung und ein SS-Mann mit Waffe. (Quelle: LOOKSfilm/Andreas Wünschirs) Als Eva in Auschwitz ankommt, weiß sie noch nichts von den Massenmorden (Quelle: LOOKSfilm/Andreas Wünschirs)
  • Junges Mädchen am Klavier, anderes Mädchen singt. (Quelle: LOOKSfilm/Andreas Wünschirs) Mit ihrer Freundin Renata tritt Eva vor der Leitung des Konzentrationslagers auf (Quelle: LOOKSfilm/Andreas Wünschirs)
  • Nahaufnahme: junges Mädchen in Sträflingskleidung. (Quelle: SWR, LOOKS Film und Toto Studio) Tomasz berichtet Eva von der Massenvernichtung (Quelle: SWR, LOOKS Film und Toto Studio)

Unterrichtsvorschlag zu Episode 8: Eva

Kurzinhalt

Kampf ums Überleben im Konzentrationslager – das ist Thema des Films „Eva“ (Episode 8). Die vierzehnjährige Tschechin Eva ist Jüdin. Die Deutschen nehmen sie fest und bringen sie ins Ghetto Theresienstadt, nördlich von Prag. Von dort wird sie ins Konzentrationslager Auschwitz im von Nazi-Deutschland besetzten Polen deportiert. In Theresienstadt hat Eva den Kinderchor am Klavier begleitet; nun sucht sie ihre Freunde aus dem Chor, die bereits vor ihr deportiert wurden. Sie findet nur noch die schwer kranke Renata, alle anderen sind tot. Eva kann die Freundin zunächst vor der Selektion retten, am Ende überlebt aber auch sie selbst nur durch die Unterstützung des Kapos Tomasz, mit dem sie sich angefreundet hat.

Hinweis

Der Film berührt die Zuschauerinnen und Zuschauer emotional sehr stark. Dem muss im Unterricht Rechnung getragen werden. Ziel der Unterrichtseinheit ist vordringlich die sensible Vermittlung von Sachwissen über den Holocaust. Außerdem soll bei den Schülerinnen und Schülern ein Bewusstsein dafür geweckt werden, wie wichtig die Erinnerungskultur auch heute noch ist.

Einstieg und Erarbeitung: Film

Die Schülerinnen und Schüler schauen gemeinsam die Episode 8 zu Eva an. Für Kinder, die zum ersten Mal von Konzentrationslagern hören, ist die Handlung sehr komplex und aufwühlend. Sie sollte unbedingt vorbesprochen werden, bevor weitergearbeitet wird.

Mithilfe des Arbeitsblattes 8a können die Schülerinnen und Schüler Evas Geschichte bildgestützt nacherzählen.

Es ist wichtig, die Schülerinnen und Schülern nach dem Film ihre Eindrücke teilen und Fragen stellen zu lassen. Das Glossar zum Film hilft bei der korrekten Verwendung der historischen Begriffe.
Falls schwächere Schülerinnen und Schüler Unterstützung brauchen, kann zusätzlich das Hilfeblatt (Arbeitsblatt 8a – Hilfeblatt) ausgegeben werden. Darauf finden die Schülerinnen und Schüler passende Texte zu den Bildern, die sie nur noch in die richtige Reihenfolge bringen müssen.

  • Arbeitsblatt 8a: Evas Geschichte (mit Hilfeblatt)
  • Arbeitsblatt 8b: Von Menschen zu Nummern
  • Junges Mädchen in Häftlingskleidung hinter Drahtzaun schaut traurig nach oben. (Quelle: SWR, LOOKS Film und Toto Studio) Nach der Befreiung von Auschwitz: Keiner von Evas Freunden hat überlebt (Quelle: SWR, LOOKS Film und Toto Studio)

Reflexion: Persönliche Eindrücke

Im Anschluss erhalten die Schülerinnen und Schüler noch einmal die Möglichkeit, sich im Klassengespräch darüber auszutauschen, was sie besonders betroffen gemacht hat.

Sicherung: Steckbrief

Zur Sicherung der Inhalte füllen die Kinder anschließend einen Steckbrief zum Film aus (Arbeitsblatt 8d). (Alternativ kann der Steckbrief vor dem Anschauen des Films verteilt und direkt danach ausgefüllt werden.) Werden mehrere Filme aus der Reihe „Der Krieg und ich“ im Unterricht eingesetzt, erleichtern die analog angelegten Steckbriefe den Vergleich der einzelnen Episoden.

Reflexion: Erinnerungskultur

Am Ende des Films fordert Evas Freund Tomasz die Protagonistin auf, mit ihrer Musik dafür zu sorgen, dass die Toten von Auschwitz nicht vergessen werden. Die Klasse überlegt gemeinsam, warum es auch heute noch wichtig ist, über den Holocaust zu sprechen und die Erinnerung daran weiterzutragen. Darüber können sie sich im Klassengespräch austauschen.

Im Anschluss an das Gespräch kann die Klasse eine „Erinnerungswand“ gestalten. (Arbeitsblatt 8c + Zusatzblatt mit Bildern) Die Schülerinnen und Schüler setzen sich dafür in individuell gewählter Weise entweder kreativ-persönlich oder durch eine verstärkte inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust und speziell mit dem Konzentrationslager Auschwitz auseinander.

Dafür können sie Screenshots aus dem Film nutzen und die Inhalte der entsprechenden Filmsequenz unter dem Bild textlich ergänzen. Oder sie drücken in Textform die Gefühle aus, die die Beschäftigung mit dem Film in ihnen ausgelöst hat. Alle Arbeitsergebnisse werden an die Wand des Klassenraums gehängt. Die unterschiedlichen Möglichkeiten der Auseinandersetzung bieten denjenigen Schülerinnen und Schülern ein Ventil, die von dem Film stark mitgenommen sind. Sie werden aber auch denen gerecht, die ihre eigenen Gefühle nicht offenbaren wollen, sondern die sich dem Thema lieber mit mehr Distanz annähern.

  • Arbeitsblatt 8c: Auschwitz – eine Erinnerungswand (mit Bilder)

Episode 8: Eva – Tabellarischer Unterrichtsverlauf

Phase Inhalt Sozialform Medien
Einstieg und Erarbeitung Filmbeobachtung und Nacherzählung Plenum / Einzelarbeit PC / Beamer / Lautsprecher
Arbeitsblatt 8a + Hilfeblatt: Evas Geschichte
Glossar (online)
Reflexion Persönliche Eindrücke Klassengespräch
Sicherung Steckbrief zum Film Einzelarbeit Arbeitsblatt 8d: Steckbrief Eva
Reflexion Erinnerungskultur Klassengespräch
optional:
Vertiefung
Gestaltung einer Erinnerungswand zum Thema Auschwitz Einzel-/Gruppenarbeit Arbeitsblatt 8c + Bilder: Erinnerungswand
Abschluss Nachbereitung Plenum: Klassengespräch