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Unterricht in Allgemeinbildenden Schulen: Bezug zum Bildungsplan


Themen
• Zweiter Weltkrieg
• Nationalsozialismus
• Totalitäre Herrschaft / Totalitarismus
• Hitlerjugend
• Judenverfolgung und Holocaust
• Diktatur
• Flucht und Vertreibung
• Demokratie
• Freiheit / Meinungsfreiheit
• Toleranz
• Menschenwürde
• Umgang mit Minderheiten / Andersdenkenden
• Widerstand
• Zivilcourage

Fächer
• Geschichte
• Deutsch
• Sachunterricht
• Religion, Ethik
• Medienerziehung
• Projektunterricht
• Politik
• Gemeinschaftskunde

Klassenstufen
• ab Klasse 4, Grundschule; Episoden: Anton, Fritjof, Sandrine, Calum, Romek, Vera
• ab Klasse 5, alle Schularten: alle Filme
• ab Klasse 8/9: Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf; Episoden: Anton, Justus, Eva
• ab Klasse 8, alle Schularten: Religion, Ethik
• ab Klasse 8: Bildende Kunst, Medienerziehung

  • Vier Kinder stehen am Bahnhof neben einem Zug. (Quelle: LOOKSfilm/Andreas Wünschirs) Sandrine (links) hilft jüdischen Kindern bei der Flucht vor den Nazis (Quelle: LOOKSfilm/Andreas Wünschirs)
  • Modellwelt: Nazis beschmieren jüdische Geschäfte. (Quelle: SWR, LOOKS Film und Toto Studio – Screenshot aus der Sendung) Besonderes Mittel zur Darstellung historischer Szenen: die Modellwelt im Film (Quelle: SWR, LOOKS Film und Toto Studio – Screenshot aus der Sendung)

Bezug zum Bildungsplan

Zweiter Weltkrieg und Nationalsozialismus/NS-Diktatur sind Themen, die klassischerweise im Geschichtsunterricht der weiterführenden Schule behandelt werden – frühestens ab Klasse 8, meistens in Klasse 9.

Die Reihe „Der Krieg und ich“ bietet über die jungen Protagonistinnen und Protagonisten einen persönlichen Zugang zu den historischen Schwerpunkten. Sie ist so konzipiert, dass einzelne Folgen schon bei einer jüngeren Zielgruppe in der Grundschule ab Klasse 4 eingesetzt werden können (Episoden Anton, Fritjof, Sandrine, Calum, Romek, Vera). Sie ist auch in höheren Klassen für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf geeignet (Episoden Anton, Justus, Eva) oder in Klassen mit einem hohen Anteil zugewanderter Jugendlicher (Episoden Fritjof, Sandrine).

Denkbar ist der Filmeinsatz auch unabhängig vom Bildungsplan, wenn zum Beispiel in der Schule oder im schulischen Umfeld antisemitisches Gedankengut auftaucht. Dann kann das Thema Nationalsozialismus auch in der Klassenlehrer-Stunden oder an Projekttagen behandelt werden. Episode 1 „Anton“ zum Thema Hitlerjugend und Judenverfolgung eignet sich dazu besonders.

Auch in den Fächern Religion und Ethik lässt sich die Reihe einsetzen – unter den Aspekten Nächstenliebe, christliches Menschenbild, Toleranz und Menschenwürde.

Da die Filme eine besondere Bildsprache haben, lässt sich die inhaltliche Auseinandersetzung mit einer Unterrichtseinheit zur Medienerziehung kombinieren. Die fünf filmischen Elemente, die in allen Folgen verwendet werden, eignen sich gut zur Analyse ihrer Funktion.

  • Jugendlicher in Uniform und mit Waffe. (Quelle: SWR, LOOKS Film und Toto Studio – Screenshot aus der Sendung) In Deutschland müssen auch Kinder und Jugendliche kämpfen (Quelle: SWR, LOOKS Film und Toto Studio – Screenshot aus der Sendung)
  • Junge mit Käppi und zerschlissener Jacke schaut ängstlich. (Quelle: SWR, LOOKS Film und Toto Studio – Screenshot aus der Sendung) Romek schmuggelt unter Lebensgefahr Essen ins Ghetto (Quelle: SWR, LOOKS Film und Toto Studio – Screenshot aus der Sendung)

Vor dem Filmeinsatz

In allen Filmen werden fiktive Geschichten mit historischen Bildern, fantasievollen Modellen, Kartenmaterial und Collagen aus Fotos und Film auf ungewöhnliche Weise miteinander verwoben. Die Geschichten der handelnden Personen enthalten „biografische Splitter“ – sie sind an biografische Zeugnisse wie Briefe oder Tagebucheinträge angelehnt.

Es ist zu empfehlen, die Kinder vor dem Anschauen der Filme auf die jeweilige Thematik vorzubereiten, mit ihnen zu besprechen, was sie schon über die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs wissen oder gehört haben, und ihnen die nötigen Informationen zu geben, damit sie die Zusammenhänge in den Filmen erfassen und einordnen können.

Vor allem die jüngeren Schülerinnen und Schüler müssen sorgsam an die Filme und die Kriegsthematik herangeführt werden, um sie nicht mit ihren Eindrücken, Gefühlen und möglichen Fragen allein zu lassen.

Gerade weil die Protagonistinnen und Protagonisten der Filme Kinder sind, identifizieren sich die Schülerinnen und Schüler leicht mit ihnen und sind vor allem auch emotional angesprochen. Deshalb ist es gut, den Kindern bei Bedarf Zeit zu geben, über die Filme und die Schicksale der Protagonistinnen und Protagonisten zu sprechen, bevor die Arbeitsblätter erarbeitet werden und diese – insbesondere die Steckbriefe – gegebenenfalls schon vor dem Anschauen der Filme auszuteilen.

Grundsätzlich sollten Lehrerinnen und Lehrer abwägen, ob die Kinder den Themen der einzelnen Episoden emotional gewachsen sind. Gerade Episode 8 (Eva) zum Konzentrationslager Auschwitz ist sehr aufwühlend.

Zum Einsatz der Reihe

Als Basis für den Einsatz der Filme bietet sich der Film „Anton“ an, der sich um Hitlers Weg zur Macht und die Faszination der Kinder von der Hitlerjugend dreht. Ein Glossar festigt die eingeführten Fachbegriffe zusätzlich.

Die Filme lassen sich sowohl einzeln als auch als Reihe einsetzen. Um den vergleichenden Einsatz der Filme zu erleichtern, liegt zu jeder Episode ein Steckbrief der Protagonistin/des Protagonisten vor, der immer nach demselben Muster aufgebaut ist.

So entsteht ein umfassendes Bild davon, wie sich der Nationalsozialismus, die politischen Verhältnisse und die Kriegsgeschehnisse auf das Leben von Kindern in verschiedenen Ländern Europas auswirkten. Zu jedem Film gibt es abschließend eine Reflexions-Aufgabe, die einen Bezug vom Thema zur heutigen Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler herstellt.

Tipp: Die Filme sind aufgrund ihres jeweiligen historischen Kontextes unterschiedlich komplex und dadurch für die Kinder teils leichter, teils schwerer verständlich, und sie sind emotional – je nach Episode – mehr oder wenig belastend. Im Rahmen der Binnendifferenzierung innerhalb der Klasse sollte dies bei der Erarbeitung berücksichtigt werden.

Empfehlung: Für Kinder mit eigener Kriegs- und Fluchterfahrung sind am ehesten die Episoden Fritjof und Sandrine geeignet, da hier besonders belastende Kriegshandlungen wie Schüsse und Bombenhagel nicht im Bild präsent sind. Innerhalb der fiktiven Geschichten in diesen beiden Episoden kommen außerdem die Familien der Protagonisten-Kinder nicht zu Schaden – auch daher sind die Episoden weniger aufwühlend.