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Interview

  • Porträt Dennis Horn Multimedia-Experte Dennis Horn klärt auf über Internet-Gefahren; Rechte: WDR

Was sind Profile in Sozialen Netzwerken wert? Wie funktioniert Personalisierung? Das fragen Schülerinnen und Schüler in NRW. Im WDR Fernsehen gibt Multimedia-Experte Dennis Horn die Antworten.

Viele Kinder und Jugendliche können mit Computern umgehen. Warum muss man ihnen das Internet überhaupt noch erklären?

Es ist nicht immer Frage der Technik. Natürlich können Jugendliche das Internet bedienen. Es geht vielmehr um gesellschaftliche Fragen. Deutschland ist in punkto Technik ein sehr zögerliches Land. Wir diskutieren heute noch über Veränderungen, die bereits in den 90ern aktuell waren. Die Schülerinnen und Schüler haben etwa Fragen zur Privatsphäre gestellt. Oder wie der Musikstreaming-Dienst "Spotify" den eigenen Musikgeschmack erkennt. Das erklären wir dann zum Beispiel anhand eines guten Hotels, das sich die Vorlieben seiner Stammgäste merkt.

Dein Wunsch ist: Weniger Angst der Userinnen und User vor dem "bösen Internet" und mehr Spaß am Netz. In deiner Sendung möchtest du aber über die Gefahren aufklären. Wie machst du das?

Wir sollten immer erst darüber sprechen, was diese Dinge können und welche Vorteile sie uns bringen. Meine Oma nutzt bis heute kein Online-Banking, obwohl es ihre Lebensqualität verbessern würde. Weil sie Angst hat. Das liegt an der oft hysterischen Berichterstattung. Wie im Fall von Facebook. Es wird über die eskalierenden Partys und Stalking berichtet, statt den Nutzern auch mal die Privatsphäre-Einstellungen zu erklären. Das wird kaum gemacht. Wir wollen den Zuschauerinnen stattdessen etwas an die Hand geben, worauf sie achten sollten. Diesen Service-Journalismus finde ich ganz wichtig.

Warum sind die Menschen im Netz denn häufig viel unvorsichtiger als im richtigen Leben?

Wir sind darauf konditioniert, nur Gefahren wahrzunehmen, wenn wir die Konsequenzen unmittelbar erkennen. Im Straßenverkehr sehe ich das herannahende Auto. Die Internet-Betrüger sitzen hingegen irgendwo auf der Welt und sind für Nutzer unsichtbar. Zum Leben - auch im Internet - gehört aber Unsicherheit dazu. Es gibt keine 100-prozentige Sicherheit. Wir schließen abends die Haustür ab - und das sollten wir auch im Netz tun. Deshalb sollte man zum Beispiel wissen, wie man Passwörter gestaltet.

Hast du als Netz-Experte auch schon persönlich schlechte Erfahrungen gemacht?

Jemand hatte vor einigen Monaten mein eBay-Konto gekapert. Mit zwei E-Mails an eBay war die Sache aus der Welt geschafft. Das ist in knapp 20 Jahren, die ich im Internet bin, die einzige negative Erfahrung. Mit etwas mehr Achtsamkeit kann das für jeden der Normalzustand sein.