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Einsatz im Unterricht: Gesellschaft und Kirche


Themen
• Helfen, Hilfe
• Engagement
• Ehrenamt
• Jugendliche
• Kirche heute
• Petershof, Duisburg-Marxloh
• Glaube
• Nächstenliebe

Fächer
• Religion
• Ethik

Klassenstufen
• Klasse 9/10

Kurzbeschreibung des Films

(15 Minuten)
Alyn und Tezebit sind freiwillige Helferinnen im Petershof im Duisburger Stadtteil Marxloh. Das katholische soziale Zentrum ist Anlaufstelle für viele Menschen in dem Brennpunktviertel. Leiter der Einrichtung ist Pater Oliver, der Pfarrer der Gemeinde. Menschen verschiedener Kulturen und Religionen arbeiten hier eng zusammen. Neben Essen und Kleidung bieten sie den Besuchern vor allem auch Gesprächsmöglichkeiten an.

Der Unterrichtsvorschlag im Überblick

Mithilfe des Films sollen Jugendliche darüber ins Gespräch kommen, aus welchen Gründen sie sich für andere einsetzen. Der Film bringt dabei ausdrücklich den christlichen Glauben als Motiv ins Spiel. Setzen sich Christinnen und Christen für andere ein, weil sie bestimmte Gebote erfüllen müssen? Oder um in den Himmel zu kommen? Im Film wird deutlich, dass es nicht allein um das individuelle Handeln geht. Das konkrete Beispiel des Peterhofs wird von der Helferin Alyn als „eine ganz andere Art von Kirche“ bezeichnet und als vorbildlich herausgestellt: „ ... wenn Kirche, dann so“. Bei ihrer Suche nach ihrem „Traum von Kirche“ sollen die Jugendlichen von ihren eigenen Erfahrungen ausgehen.

Sequenz A: Christ sein für andere

Stunde 1: Warum setzen sich Christen für andere ein?
Stunde 2: „Gott ist Liebe“ - was heißt das?

Sequenz B: Kirche für andere

Stunde 3: Kirchen-Erfahrungen
Stunde 4: Ich habe einen Traum von Kirche

In beiden Sequenzen setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit biblischen Grundlagen auseinander. Zum einen mit dem Kontext des theologischen Spitzensatzes „Gott ist Liebe“ (1 Joh 4,8), zum anderen mit dem „kommunistischen“ Bild, das Apg 2,42-47 von der Urgemeinde zeichnet.

  • Kinder spielen auf dem Rasen vor einer Kirche. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Im Gemeindezentrum Petershof in Duisburg-Marxloh finden Kinder Hilfe und Gemeinschaft (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Einbindung in eine Unterrichtsreihe

Dieser Unterrichtsvorschlag wird für den Einsatz in einer 9. oder 10. Klasse im Rahmen einer Unterrichtseinheit mit ethischem Schwerpunkt empfohlen, etwa zum Thema Gerechtigkeit. Idealerweise gelingt es bei diesem Thema, dass die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden wollen und die Lerngruppe sich praktisch engagiert. Zu Beginn einer solchen Unterrichtsreihe kann die Auseinandersetzung mit dem Engagement der Menschen im Film die Lerngruppe zum eigenen Einsatz motivieren. Aber auch zur Reflexion der Erfahrung eigenen Helfens kann der Film eingesetzt werden. Je nach weiterer Planung, kann er dann auf die ersten beiden Unterrichtsstunden (Sequenz A) beschränkt werden.
Es ist aber auch sinnvoll, diesen Unterrichtsvorschlag im Zusammenhang einer Reihe zu den Themen „Nachfolge“ / „Kirche heute“ zu verwenden. Dann kann auch Sequenz B für sich stehen, sofern die Filmbetrachtung vorgeschaltet wird.

Sequenz A: Christ sein für andere

(2 Unterrichtsstunden)

1. Stunde

Im Film werden verschiedene Menschen vorgestellt, die im Petershof arbeiten. Man erfährt, was sie an dieser Einrichtung schätzen und aus welcher Motivation sie sich dort einbringen. Zwei junge, ehrenamtliche Helferinnen kommen mehrmals zu Wort. Alyn Edelkraut, die schon vier Jahre am Petershof hilft, weist auf das biblische Gebot der Nächstenliebe hin. Sie habe im Petershof „einen Ort gefunden, wo es einem […] leicht fällt, das auch umzusetzen“ (Min. 03:06).

  • Alyn in der Küche des Petershofs. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Alyn hilft seit vier Jahren ehrenamtlich im Petershof (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Tezebit vor bunten Bildern mit christlichen Motiven. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Tezebit ist es wichtig, „aus gutem Herzen“ zu helfen (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Anders Tezebit Wiskandt, die noch nicht so lange das Team im Petershof unterstützt. Sie legt Wert darauf, dass man anderen „aus einem guten Herzen“ helfen soll (Min. 03:23). Aus ihrer Sicht ist das etwas anderes, als „aus dem Glauben heraus oder aus dem heraus, was in der Bibel steht“ zu handeln. Für Tezebit steht vor allem aber das, was man „aus einem guten Herzen macht“, im Gegensatz zu einem Handeln, das den eigenen Vorteil sucht („weil man einen Vorteil daraus haben will, um […] in den Himmel zu kommen“). Später (Min. 12:27) spricht sie noch einmal von ihrer Motivation. Sie habe „Glück gehabt“, von einer Familie adoptiert worden zu sein, die ihr sehr helfen konnte. Darum möchte sie benachteiligten Kindern helfen. Hier zeigt sich eine Haltung der Dankbarkeit als Triebfeder, ein zentrales Element christlicher Lebensorientierung.

Die Porträts der beiden jungen Frauen laden die Schülerinnen und Schüler dazu ein, ihre eigenen Erfahrungen (Wofür bin ich dankbar? Helfe ich gerne? Wo erfahre ich Hilfe anderer?) und Ansichten (Muss ich Gutes tun, um von Gott geliebt zu werden? Ist mein (Nicht-) Glaube wichtig für den Einsatz für andere?) zu bedenken und zu verbalisieren. Um diesen Prozess zu intensivieren, wird der Film in Abschnitten gezeigt und Reflexionsphasen werden zwischengeschaltet.

Der erste der beiden Animationsfilme (Min. 03:44–05:10) stellt auf anschauliche Weise heraus, was christliche Nächstenliebe bedeutet: kein auf die eigene Erlösung bedachtes Handeln (zwei jugendliche Figuren möchten an Ballons in den Himmel aufsteigen – aber die Tür ist verschlossen), sondern eine Antwort auf die Liebe Gottes zu uns: „Gott ist die Liebe. Wer sich von ihm geliebt weiß, lernt sich selbst lieben. So können Christen diese Liebe weitergeben“. Dabei arbeitet der Trickfilm mit der so eingängigen wie fragwürdigen Visualisierung Gottes als altem Mann mit Bart, die in der zweiten Stunde aufgearbeitet wird.

  • Junge und Mädchen mit gelben Luftballons. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Zeigt der Ballon den Weg in den Himmel? Der Trickfilm behandelt das Thema Nächstenliebe (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Die inhaltliche Dichte des Trickfilms erfordert eine gezielte Sicherung. Ein Kompetenzgewinn zeigt sich darin, dass die Lernenden (auf ihrem jeweiligen Niveau) selbst erklären können, welche Bedeutung die Nächstenliebe für Christen hat: Wenn eine Christin Zeit und Energie für das Wohl ihrer Mitmenschen einsetzt, ist das für sie nicht die Voraussetzung dafür, sondern die Folge daraus, dass sie von Gott geliebt wird. Der Animationsfilm zur Nächstenliebe hilft auch dabei, die eigene Position weiterzuentwickeln. Indem die Schüler und Schülerinnen auf die guten Erfahrungen in ihrem eigenen Leben blicken, können sie die Haltung der Dankbarkeit einüben – ein wichtiges Ziel, das aber nicht operationalisierbar ist. Die Deutung des Glaubens, in den eigenen positiven Lebenserfahrungen die Liebe Gottes zu erkennen, ist als Angebot im Unterricht präsent.

  • Frau und armer Mann. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Trickfilm: Wer Gott liebt, soll vor allem die Menschen lieben und Gutes tun (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Bild aus Trickfilm: brennende Kerze. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Das Dunkel ist nur ein Mangel an Licht (Augustinus) (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

2. Stunde

In einer zweiten Stunde kann die verkürzende Visualisierung Gottes im Film als alter Mann thematisiert und aufgebrochen werden. Zentral für das christliche Verständnis Gottes ist der Glaube an den einen Gott in drei „Personen“. In Jesus Christus begegnet uns die Liebe Gottes in Person. Im Heiligen Geist haben wir Anteil an der Liebe Gottes. Schüler und Schülerinnen der Mittelstufe kennen bereits Erzählungen von Jesus, die sie mit der Liebe Gottes in Verbindung bringen können. Vorwissen zum Heiligen Geist dürfte weniger vorausgesetzt werden. Hier hilft der Blick in den Kontext der im Film zitierten Spitzenaussage „Gott ist die Liebe“ im ersten Johannesbrief (1 Joh 4,8.16).

Vertiefungsmöglichkeiten

Auf zwei weitere Vertiefungsmöglichkeiten, die in diesem Unterrichtsvorschlag nicht ausgeführt sind, sei hingewiesen.

(1.) Es können weitere im Film zitierte Texte der Heiligen Schrift behandelt werden. In erster Linie ist an das „Doppelgebot der Liebe“ zu denken (Mk 12,28 – 34 par, in Lk 10,35 – 37 mit der Beispielerzählung vom barmherzigen Samariter verbunden). Mit dem Film im Hinterkopf kann den Schülern leicht deutlich werden, dass es sich in Wahrheit um ein „Dreifachgebot der Liebe“ handelt, weil die Selbstliebe als Maß der Nächstenliebe vorkommt. Das Gleichnis vom Gericht des Menschensohns (Mt 25,31 – 46), dem die meisten im Film genannten Beispiele für konkrete Nächstenliebe entnommen sind, sollte mit Umsicht im Unterricht behandelt werden. Damit nicht die Botschaft von der vorausgehenden Liebe Gottes konterkariert wird, ist herauszuarbeiten, dass die „Gerechten“ gerade nicht um einer Belohnung willen liebevoll gehandelt haben: „Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben?“

(2.) Es kommt noch ein zweiter animierter Clip im Film vor: zur Theodizeefrage (TC 10:12 – 11:55). In diesem Unterrichtsvorschlag spielt er keine Rolle und kann bei der Vorführung gegebenenfalls übersprungen werden. Aber gerade, wenn im Unterricht darüber gesprochen wird, was man selbst an Gutem erlebt hat und auch andere, können auch Unglück und Leid zum Thema werden. Dann ist eine tiefere Auseinandersetzung mit der Theodizeeproblematik naheliegend.

Sequenz B: Kirche für andere

(2 Unterrichtsstunden)

Neben dem Thema „Warum setzen sich Christen für andere ein?“ zieht sich noch ein weiterer roter Faden durch den Film. Es geht um „eine andere Gestalt von Kirche“. Dieses Motiv eröffnet die Möglichkeit, mit den Schülern und Schülerinnen das eigene Verhältnis zur (eigenen) Kirche zu beleuchten, ausgehend von den Grundfragen: Wie sieht mein Verhältnis zur Kirche aus? und: Wie wünsche ich mir Kirche?

Dementsprechend verteilen sich die Unterrichtsziele folgendermaßen: In der dritten Stunde machen sich die Jugendlichen ihr eigenes Verhältnis zu ihrer Kirche bewusst und entwickeln eine reflektierte Einstellung zu ihren Kirchenerfahrungen.
In der vierten Stunde entwickeln sie ihre eigene Kirchenvision, sowohl individuell als auch gemeinschaftlich.

3. Stunde

In der dritten Stunde wird zunächst die Einstellung von Alyn zu ihrer besonderen Form von Kirche(ngemeinde) rekapituliert. Danach hinterfragen die Jugendlichen ihre eigenen Kirchenerfahrungen und -vorstellungen anhand eines Fragebogens. Während der Fragebogen privat bleibt, erhalten sie die Gelegenheit, besonders markante Erfahrungen zu schildern und mit der Klassengemeinschaft zu teilen. Aus diesen Erfahrungen werden (positive oder negative) „Kirchen-Eigenschaften“ abgeleitet und den Aussagen von Alyn gegenübergestellt.
In dieser Erarbeitungsphase ist seitens der Lehrkraft darauf zu achten, dass die festzuhaltenden „Kircheneigenschaften“ auf den tatsächlich gemachten Schülererfahrungen beruhen und nicht auf eventuell geäußerten Stereotypen oder Vorurteilen.

  • Tezebit und Alyn im Petershof im Gespräch. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Tezebit und Alyn haben ihre eigenen Vorstellungen davon, wie Kirche heute aussehen sollte (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Pater Oliver mit drei Männern auf der Straße. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Pater Oliver, Leiter des Petershofs, spricht Menschen im Viertel Marxloh an (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

4. Stunde

In der vierten Stunde wird zunächst den festgehaltenen, selbst erlebten Kirchenmerkmalen und denen von Alyn eine Schilderung der Jerusalemer Urgemeinde aus der Apostelgeschichte gegenübergestellt und mit diesen verglichen. Danach erhalten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, stichpunktartig ihre eigene Vision einer akzeptablen / idealen Kirche zu skizzieren. Da Kirche ein Gemeinschaftsunternehmen ist mit zum Teil sehr disparaten Standpunkten, bekommen die Lernenden die Aufgabe, ihre Kirchenvision mit denen ihrer Tischgruppennachbarn so weit in Einklang zu bringen, dass jede Gruppe eine eigene, aus vier Merkmalen bestehende „Kirchenvision“ beschreibt, diese im nächsten Arbeitsschritt vor der Klasse präsentiert und innerhalb eines „Kirchen-Koordinatensystems“ positioniert.

Hausaufgabe

Als Hausaufgabe bringt jeder seinen persönlichen (auf dem Arbeitsblatt festgehaltenen) Kirchentraum in Form. Dabei können die Jugendlichen frei wählen, ob sie
- eine schön gestaltete, schriftliche Ausformulierung (einseitiger Aufsatz),
- eine aussagekräftige Kollage, oder
- ein aussagekräftiges Bild
anfertigen.
Ziel ist es, die Werke in Form einer Ausstellung „Kirchenträume“ zu verewigen.

Verlauf der einzelnen Stunden

Stunde 1: Warum setzen sich Christen für andere ein?

Unterrichtsschritt Inhalt Medien/Methoden
Einstieg Warum setzen sich Christen für andere Menschen ein?
Lehrkraft hält Schülerantworten an der Tafel fest.
Tafel Notiztafel Offenes Gespräch
Film I Beobachtungsauftrag / Arbeitsblatt 1 – Notiere, was die beiden jungen Frauen sagen, warum sie sich für andere einsetzen? Film 0:00 bis 03:44 Arbeitsblatt 1
Auswertung An der Tafel werden die Ergebnisse gesammelt
• „Besteht ein Gegensatz zwischen den beiden Antworten?“ – Tezebits Äußerung scheint das nahezulegen. Allerdings sagt Alyn nicht, dass sie nach dem Gebot der Nächstenliebe leben möchte, um in den Himmel zu kommen.
• „Welche der beiden Antworten entspricht dem, warum Christen sich für andere einsetzen?“ – Es scheint Alyn zu sein, die sich auf das biblische Gebot bezieht, während Tezebit behauptet, nicht „aus Glauben“ zu handeln.
• „Passt das zu euren Annahmen vom Beginn der Stunde?“
Tafel (s. Abb. 1) Plenum, Notiztafel
Film II „Wir sehen uns an, welche Antwort der Film gibt.“ Film Min. 3:44 bis 5:10 (= Trickfilm)
Erarbeitung Arbeitsblatt 1, Aufgaben 1 und 2. Arbeitsblatt 1 Einzelarbeit
Sicherung Aufgabe 1 mündlich vorstellen, Aufgabe 2 an der Tafel sichern.
„Vergleicht die Aussage des Animationsfilms mit dem, was die beiden jungen Frauen gesagt haben!“ – Beide nennen Punkte, die der Darstellung von christlicher Nächstenliebe im Film entsprechen!  unterstreichen
Tafel (Abbildung 1) gelenktes Gespräch
Film III „Achtet auf weitere Aussagen, warum sich Menschen für andere einsetzen!“ Film Min. 5:10 bis Schluss
Sicherung Tafelbild ergänzen: Pater Oliver spricht von „Talenten“ und „Fähigkeiten“, die jeder einbringen kann; Tezebit von positiven Erlebnissen (Unterstützung durch die Adoptivfamilie und Akzeptanz von Gleichaltrigen), die sie motivieren. Ein Fazit hält fest: „Christen möchten die Liebe, die sie von Gott erfahren, an andere weitergeben.“ Tafel (Abbildung 2)
Vertiefung Im Gespräch oder als Hausaufgabe: Aufgabe 3, a) Wofür kannst du dankbar sein? Lege eine Liste von sechs ganz unterschiedlichen „Dingen“ an, die du umsonst bekommen hast. b) Manche Menschen sagen: „Mir hat keiner was geschenkt. Ich musste mir alles selbst erarbeiten.“ – Schreibe einen Dialog auf zwischen jemandem, der diese Meinung vertritt, und einer Helferin aus dem Film. Arbeitsblatt 1, Aufgabe 3

Stunde 2: „Gott ist die Liebe“ – was heißt das?

Unterrichtsschritt Inhalt Medien/Methoden
Einstieg „Im Film hieß es: ‚Gott ist die Liebe‘. Wie kommt man darauf?“
Eventuell das Schaubild aus dem Film zur Erinnerung betrachten.
2. Bild auf Arbeitsblatt 1; offenes Unterrichtsgespräch
Erarbeitung „Der Satz steht in der Bibel. Sehen wir uns den Text, aus dem diese Formulierung stammt, genauer an.“
Die Lerngruppe bearbeitet beide Aufgaben. Nach der Bearbeitung von Aufgabe 1 kann ein sicherndes Gespräch erfolgen.
Arbeitsblatt 2
Austausch und Sicherung Die Ergebnisse von Aufgabe 2 werden im Plenum verglichen. Im Gespräch soll deutlich werden, welche Textstellen die SchülerInnen umgesetzt haben. Es sollten (zumindest in Auswahl) vorkommen
- Jesus, vor allem sein Tod (9f.)
- der Heilige Geist als „Gott in uns“ (13)
- … zugleich wird die Verbundenheit ausgedrückt durch „wir in ihm“ (ebd.)
- die Liebe untereinander
Dokumentenkamera und Beamer
Schülervortrag und offenes Gespräch
Vertiefung (a) Wenn nicht bereits im Eingangsgespräch genannt, sollten sich die Jugendlichen an Beispiele erinnern, wie im Leben Jesu die Liebe Gottes deutlich geworden ist. Das ist als Ergänzung zum ganz auf den (Sühne-) Tod Jesu konzentrierten Textausschnitt wichtig!

(b) Wie kommt die Liebe Gottes in meinem Leben vor? Diese Frage ist durch die Hausaufgabe (Arbeitsblatt 1, Aufgabe 3) vorbereitet worden.
Gelenktes Unterrichtsgespräch

Stunde 3: Kirchen-Erfahrungen

Unterrichtsschritt Inhalt Medien/Methoden
Einstieg


Filmausschnitt
„Ganz zu Beginn des Films sagt Alyn Edelkraut etwas ganz Grundsätzliches.“
Bei Vorhandensein eines Beamers oder Smartboards kann man den Clip zeigen. (Min. 0:00–0:18)
„Was sie damit meinen könnte, das habt ihr schon im Film gesehen. Schreibt auf das Blatt die Dinge, die euch noch im Gedächtnis sind.“
Beamer, Videostream- Ausschnitt, Arbeitsblatt 3
Erarbeitung Die Schülerinnen und Schüler notieren stichpunktartig die andersartigen Merkmale der Gemeinde, in der sich Alyn engagiert. Einzelarbeit, Arbeitsblatt 3
Sicherung Die von den Schülerinnen und Schülern notierten Punkte werden an der Tafel gesammelt / zusammengefasst. Gelenktes Unterrichtsgespräch
Impuls „Wenn Alyn von einer ‚ganz anderen‘ Kirche spricht, dann hat sie vorher schon eine andere, ‚normalere‘ Form von Kirche erlebt.
Wie sieht es mit euren Kirchenerfahrungen aus?
Dafür habe ich einen Fragebogen vorbereitet, mit dessen Hilfe ihr eure bisherigen Berührungspunkte mit der Kirche ankreuzen könnt. Außerdem bietet der Fragebogen die Möglichkeit, euch darüber klar zu werden, wie ihr zu eurer Kirche steht.
Ich werde diesen Bogen nicht einsammeln, denn was ihr darauf schreibt, ist privat. Er soll euch helfen, euch zu erinnern.“
Arbeitsblatt 4: Fragebogen zur Selbstvergewisserung
Erarbeitung 2 Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten den Fragebogen. Arbeitsblatt 4: Fragebogen zur Selbstvergewisserung, Einzelarbeit
Austausch, Reflexion „Ich vermute, dass manche bisher eher negative, andere vielleicht eher positive Erfahrungen mit Kirche gemacht haben, andere vielleicht gar keine.
Wenn jemand etwas wirklich Bemerkenswertes erlebt hat und uns das mitteilen möchte: Jetzt ist die Gelegenheit.“
Einige Schülerinnen und Schüler berichten von ihren Kirchen-Erlebnissen. Im Unterrichtsgespräch werden daraus Merkmale ermittelt, die an der Tafel festgehalten werden.
Gelenktes Unterrichtsgespräch

Tafelanschrieb: Abbildung 3
Sicherung Schülerinnen und Schüler übernehmen das Tafelbild in ihr Heft. Einzelarbeit

Stunde 4: Ich habe einen Traum von Kirche

Unterrichtsschritt Inhalt Medien/Methoden
Wiederholung „Alyn hat es gut: Sie lebt in ihrem eigenen Wunschtraum von Kirche. – Wie sah der nochmal aus?“
Anhand der Hefteinträge werden die Kirchenerfahrungen aus der letzten Stunde vergegenwärtigt.
Gelenktes Unterrichtsgespräch, Heftaufzeichnungen der Schülerinnen und Schüler
Stilles Lesen „Auch in der Bibel findet sich eine Art Kirchenbeschreibung – nämlich die der allerersten Gemeinde in Jerusalem, die sogenannte ‚Urgemeinde‘. Damals lebten noch die Apostel wie zum Beispiel Simon Petrus und die anderen Jünger von Jesus.“
Die Schülerinnen und Schüler lesen den Lesetext 1.
Währenddessen zeichnet die Lehrkraft eine Skala an die Tafel (von „gut“ über „bedeutungslos“ bis „schlecht“).
Arbeitsblatt 5: Lesetext 1 Apg 2,42ff.
Erarbeitung „Welche Merkmale hat denn diese Gemeinde gehabt? Ist die so wie unsere Kirche oder wie Alyns Kirche, oder ist die nochmal anders?“ Die Schülerinnen und Schüler nennen Merkmale.
Die Lehrkraft fordert die sich zu Wort meldenden Schülerinnen und Schüler auf, das betreffende Merkmal an der „Werteskala“ der Urgemeinde einzutragen.
Im Verlauf dieses Arbeitsabschnitts sollte sich herauskristallisieren, dass die Urgemeinde mehr Ähnlichkeit mit Alyns Gemeinde hatte als mit der „normalen“ Kirche, aber noch wesentlich radikaler war.
Arbeitsblatt 5: Lesetext 1 Gelenktes Unterrichtsgespräch

Tafelanschrieb durch Schülerinnen und Schüler: Abbildung 4
Arbeitsanweisung für Erarbeitung 2 „I have a dream! – Nachdem ihr nun einige Arten von Kirche kennengelernt habt, ist euer Traum gefragt. Wie stellst du dir eine Kirche vor, die richtig gut ist?
Wir gehen folgendermaßen vor: Zuerst überlegt sich jeder selbst zwei bis fünf Merkmale seiner ‚Traumkirche‘ und schreibt sie in das Arbeitsblatt.
Nach einigen Minuten, wenn ihr fertig seid, tauscht ihr euch in eurer Tischgruppe aus und versucht euch auf die vier wichtigsten Merkmale zu einigen.
Die werden später an der Tafel präsentiert.
Falls sich eine Gruppe nicht einigt, kann sie sich aufteilen.“
Arbeitsblatt 6: „Ich habe einen Traum“
A4 Tonkartons (für die Gruppenergebnisse)
Erarbeitung 2 Die Schülerinnen und Schüler entwickeln in Stichpunkten ihre eigene Kirchenvision. Einzelarbeit, Arbeitsblatt 6: „Ich habe einen Traum“
Erarbeitung 3 Die Tischgruppen diskutieren die Kirchenträume, arbeiten vier Punkte heraus und schreiben diese auf Plakatkartons. Gruppenarbeit, Arbeitsblatt „Ich habe einen Traum“, A4 Tonkartons
Präsentation Die Lehrkraft teilt das Blatt mit den „Stickern“ an jede Tischgruppe aus. Auf diesem Blatt findet ihr vier verschiedene Arten, wie Kirche aussehen kann. Ihr kennt bereits die ‚Kirche für andere‘ und die ‚Urgemeinde‘, und die traditionelle Kirche kennt ihr vermutlich auch schon aus eigener Erfahrung. Daneben gibt es auch so etwas wie ein "Aufgeklärt-bürgerliches Christentum". Da geht es nicht so sehr um Religion und Glaube, sondern um christliche Werte und Kulturgüter.
Welche Kirchenform passt am besten zu eurer Vision? Heftet bitte den oder die entsprechenden Sticker zu eurem Plakatkarton an die Tafel!“
Die Schülergruppen tragen ihre Kirchenträume vor. Danach werden sie aufgefordert, ihren „Traum“ an der Tafel, innerhalb des vorgegebenen Kirchen-Koordinatensystems, so anzuheften, dass deutlich wird, zu welchem Kirchenmodell er passt.
Nach der Präsentation wird das entstandene Tafelbild fotografiert (vgl. „Tafelbild nach der 4. Stunde“).

Hausaufgabe für die Lehrkraft: Vom gemachten Foto in der kommenden Religionsstunde Abzüge für alle Schülerinnen und Schüler anfertigen lassen.

Hausaufgabe für die Schülerinnen und Schüler: Zur Vorbereitung einer gleichnamigen Ausstellung „Mein Traum von Kirche“ verwirklichen: Entweder als einseitiger Aufsatz, oder als aussagekräftiges Bild oder als Kollage.
Mittlere Tafel,

Materialblatt: Sticker
Ein Blatt mit „Stickern“ für jede Gruppe

Plakatkartonblätter mit „Kirchenträumen“

Tafel: Abbildung 5