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Unterricht: Starke Frauen

  • Drei junge Frauen vor Hochhäusern. (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung) Viele Chinesinnen profitieren vom Wirtschaftsboom (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung)
  • Mutter füttert ihr Baby. (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung) Frauen auf dem Land haben es nach wie vor schwer (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung)

Bezug zu den Bildungsplänen

Laut den aktuellen Bildungsplänen sollen die Schülerinnen und Schüler „ihren Blick über die Nachbarschaft, die Stadt, die Republik hinaus zu Nachbarländern, zu Europa, zur Welt“ weiten (BP RS 2004 BW, S. 12). Aufgrund ihres geographischen Ausmaßes, ihres Bevölkerungsreichtums, ihrer wachsenden Volkswirtschaft und ihrer politischen Rolle zählt die Volksrepublik China zu den Weltmächten.
Mit einem „Blick“ auf diese Volksrepublik können exemplarisch diverse Zielsetzungen des Fächerverbundes EWG (Erdkunde – Wirtschaftskunde – Gemeinschaftskunde) der Realschule angestrebt werden: „Die Schülerinnen und Schüler [erwerben] grundlegende Kompetenzen und Einsichten aus dem Bereich der Gesellschaftswissenschaften. Zu den gemeinsamen Zielen, die im Rahmen des Fächerverbundes EWG angestrebt werden sollen, gehören insbesondere die Analyse der Lebens- und Umwelt an exemplarischen Beispielen. Dabei gilt es, Wechselwirkungen zwischen Mensch und Raum, Abhängigkeiten von Naturkräften sowie von wirtschaftlichen und politischen Einflussnahmen zu verdeutlichen.“ (BP RS 2004 BW, S. 116)

Durch den Film kann zudem ein Schwerpunkt auf das folgende Ziel gesetzt werden:
„Die Selbstreflexion der eigenen – auch geschlechtsspezifischen – Rolle der Mädchen und Jungen [fördern]. Diese gilt es im Hinblick auf die Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler insgesamt zu fördern.“ (BP RS 2004 BW, S. 116)
Ferner zielt die politische Bildung auf die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler ab, wobei als wichtigste Punkte die politische Urteilsfähigkeit und die politische Handlungsfähigkeit zu nennen sind. Anbahnen und entwickeln lassen sich diese Kompetenzen beispielsweise dadurch, dass die Schülerinnen und Schüler politische Ereignisse und Probleme sowie Fragen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung analysieren und reflektiert beurteilen. Ihre Meinungen und Überzeugungen sollen sie formulieren und angemessen vertreten lernen.

  • Prof. Wu Qing mit Schülerin. (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung) Frauenrechtlerin Prof. Wu Qing bildet Mädchen vom Land aus (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung)
  • Xu Rong in einem Seminarraum mit Frauen. (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung) Die Ärztin Xu Rong kämpft gegen die hohe Selbstmordrate von Frauen (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung)
  • Yu Xinpei auf Motorroller. (Quelle: SWR/WDR – Pressefoto) Kam vom Land, machte Karriere in der Stadt: Yu Xinpei (Quelle: SWR/WDR – Pressefoto)

Einsatz im Unterricht

Die Sendung „China – Starke Frauen“ ist ein Teil der Dokumentarfilmreihe, die das Land und seine Menschen vorstellt. Im Mittelpunkt der Reihe stehen einzelne Menschen, die über ihr Leben berichten, über ihre Arbeit und Familie, ihre Perspektiven und Wünsche für die Zukunft. Diese Sendung widmet sich voll und ganz den Mädchen und Frauen in China, denn es sind vor allem sie, die vom Wirtschaftsboom der letzten Jahrzehnte profitiert haben. Doch nicht allen gelingt der Aufstieg.

Im Film kommen verschiedene Frauen zu Wort, die von ihrem Leben erzählen, darunter eine Unternehmerin aus Shanghai, eine Mutter und die berühmte Professorin und Frauenrechtlerin Wu Qing. Der Film kann an einer beliebigen Stelle in die Unterrichtseinheit zur Volksrepublik China eingebettet werden, wobei gewisse Vorkenntnisse (beispielsweise zur Bevölkerung, zu politischen Strukturen, usw.) bereits vorhanden sein sollten. Aufgrund der Länge des Filmes und der Komplexität der Thematik sollten mehrere Stunden für diese Unterrichtssequenz veranschlagt werden.

Die Arbeitsblätter beziehen sich jeweils auf einzelne Sequenzen des Filmes und sollten daher auch parallel dazu bearbeitet werden. Nicht alle Arbeitsblätter und Filmsequenzen müssen in einer Doppelstunde behandelt werden. Es ist ratsam, die Arbeitsblätter vor dem Abspielen der Filmsequenzen auszugeben und gegebenenfalls kurz zu besprechen, worauf die Schülerinnen und Schüler besonders achten müssen. Nach jedem Abschnitt sollte der Film kurz unterbrochen werden, damit die Schülerinnen und Schüler genügend Zeit haben sich Notizen zu machen.

Einstieg

Zu Beginn der Unterrichtssequenz schreibt die Lehrkraft „Starke Frauen“ an die Tafel und wartet auf spontane Äußerungen der Schülerinnen und Schüler. Ihre Ideen und Assoziationen zu diesem Begriff können sie auch an der Tafel in Form eines Clusters notieren. Zu erwarten sind Assoziationen aus dem körperlich „starken“ Bereich (z.B. Boxerinnen), Namen von erfolgreichen und berühmten Frauen (z.B. aus der Politik), ebenso weibliche Idole (z.B. Schauspielerinnen) und last but not least sicherlich auch starke Frauen aus dem direkten Lebensumfeld der Schülerinnen und Schüler (z.B. alleinerziehende Mütter).

In erster Linie werden also bestimmte (Berufs-)Gruppen von Frauen benannt werden, sicherlich werden die Schülerinnen und Schüler jedoch nicht auf die Idee kommen eine ganze Nation von Frauen als „starke Frauen“ zu bezeichnen, da ihnen nicht bewusst sein wird, was es heißt, als Frau in China geboren zu werden und zu leben. Die Zusammenstellung kann gegebenenfalls um eine mündliche Sammlung von Assoziationen zum Thema „China – starke Frauen“ ergänzt werden, um das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler abzufragen.

Erarbeitung

Im Anschluss daran teilt die Lehrkraft Arbeitsblatt 1 aus und zeigt das erste Kapitel des Filmes „Erfolg oder Armut?“ (TC 00:00 bis 09:53). Die Schülerinnen und Schüler machen sich entsprechend der Aufgabe Notizen zur Lebensgeschichte der Unternehmerin in Shanghai und sollen zu dieser am Ende kurz Stellung nehmen. Darauf kann ein kurzer Austausch im Plenum erfolgen und eventuell auch ein Vergleich zur Situation von Karrierefrauen in Deutschland erfolgen. Ebenso denkbar ist ein Gespräch über die eigenen beruflichen Ziele der Schülerinnen und eine Einschätzung zu den auf dem Arbeitsblatt benannten Bereichen.

Leitfragen hierzu:
• Welchen Schulabschluss benötige ich für mein/e Ausbildung/Studium?
• Welche Finanzierungsmöglichkeiten habe ich während meiner Ausbildung?
• Erhalte ich Lohn?
• Wie stehen meine Eltern und Freunde zu meinem Ausbildungswunsch?
• Unterstützen sie mich?
• Über welche Bereiche muss ich mir Gedanken machen?
usw.

Die Schülerinnen werden feststellen, dass sie es wohl leichter haben werden als die Frauen in China.

  • Arbeitsblatt 1: Eine Unternehmerin in Shanghai

Arbeitsblatt 2 beschäftigt sich mit einem sehr ernsten Thema, der hohen Suizidrate von Frauen in China. In der zweiten Filmsequenz des Filmes (TC 09:54 bis 14:05) erfahren die Schülerinnen und Schüler mehr über die Ursachen und Gründe sowie eine Organisation, die mithilfe von speziellen Kursen für Frauen der steigenden Tendenz entgegenwirken möchte.

Nachdem die Schülerinnen und Schüler sich Notizen zum im Film Gesagten gemacht haben, sollen sie selbst „aktiv“ werden, indem sie sich zumindest gedanklich mit möglichen Präventionsmaßnahmen auseinandersetzen. Hierzu sollen sie in Kleingruppen ein fiktives Kursangebot entwickeln, welches sie einer solchen Organisation anbieten könnten. Sie erweitern somit nicht nur ihre Methoden- und Sozialkompetenz, sondern können gegebenenfalls auch inhaltlich davon profitieren und lernen, wie sie ihren eigenen Selbstwert steigern können.

Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler sich am besten nach Interessens- beziehungsweise Themengruppen zusammenfinden, damit sie ein sinnvolles Konzept erarbeiten können. Schon bei diesem Zusammenfindungsprozess können sie sich ihrer eigenen Stärken bewusst werden und diese in das Konzept mit einfließen lassen.
Wie deutlich wird, steckt hinter diesem scheinbar „einfachen“ Gedankenexperiment ein komplexer Prozess, welcher natürlich entsprechend Zeit in Anspruch nimmt und auch nehmen sollte. Auch die Besprechung oder Diskussion zu den erarbeiteten Kursangeboten sollte zeitlich nicht zu begrenzt sein.

  • Arbeitsblatt 2: Suizidalität und Suizidprävention

Die dritte Sequenz sollte erst in einer darauffolgenden Stunde behandelt werden, da hier ein eher sachliches Thema behandelt wird. Auf Arbeitsblatt 3 befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit der weltweit stark kritisierten Ein-Kind-Politik Chinas. Sie sollen anhand der Filmsequenz von 14:06 bis 19:40 deren Entwicklung aufzeigen, mögliche Folgen erarbeiten und schließlich selbst Stellung zu diesem Thema nehmen.
Auch hier sollte genügend Zeit für eine anschließende Diskussionsrunde eingeplant werden. Auch mit diesen Aufgabenstellungen werden die oben genannten Kompetenzen angebahnt beziehungsweise erweitert. Unter dem Titel „Moderne Familien“ zeigt die Filmsequenz von 19:40 bis 22:55 eine berufstätige Mutter, die über ihren Kinderwunsch und über die Regelungen von Elterngeld und Elternzeit in China spricht.

Auf Arbeitsblatt 4 werden die Schülerinnen und Schüler zu einem Vergleich mit deutschen Regelungen aufgefordert. Hierzu ist eine Internetrecherche nötig, welche in Einzel- oder Partnerarbeit durchgeführt werden kann. Abschließend können sich die Schülerinnen und Schüler über Vor- und Nachteile äußern und ihre Meinung zu den unterschiedlichen Regelungen formulieren.

  • Arbeitsblatt 4: Elternzeit und Elterngeld

Schluss

Mit der letzten Sequenz zum Thema „Selbstbestimmtes Leben“ (TC 23:00 bis Ende) kann noch einmal ein Bezug zu den Arbeitsblättern 1 und 2 hergestellt werden, da die Professorin Wu Qing, die hier zu Wort kommt, ähnliche Ziele verfolgt wie die Organisation, die in der zweiten Sequenz genauer betrachtet wurde. Ebenso dient die Unternehmerin aus der ersten Sequenz als gutes Beispiel für eine Frau, die es in China geschafft hat erfolgreich zu werden. Professorin Wu Qings Leitsatz auf Arbeitsblatt 5 soll zunächst genauer analysiert und gedeutet werden, bevor die Schülerinnen und Schüler das Bildungskonzept sowie die Schwerpunkte der Berufsschule bei Peking genauer beschreiben. In der letzten Aufgabe sollen die Schülerinnen und Schüler anhand der vorherigen Aufgaben Zielformulierungen finden, welche das Bildungskonzept verfolgt. Anhand des letzten Arbeitsblattes kann eventuell eine Übersicht erstellt werden, um einen wesentlichen Teil der gelernten Inhalte festzuhalten und zusammenzufassen.

(Quelle: SWR)