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Unterricht: Eine bewegte Geschichte

  • Bild von Mao am Eingang zur Verbotenen Stadt. (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung) Auch heute noch allgegenwärtig: Staatsgründer Mao (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung)
  • Nahaufnahme eines Demonstranten mit Stirnband. (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung) 1989 kam es zu Protesten gegen die Regierung Chinas (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung)

Methodisch-didaktische Hinweise

Bezug zu den Bildungsplänen

Im Fach Geographie/Erdkunde beziehungsweise in den entsprechenden Fächerverbünden weisen die geltenden Bildungspläne für die Klassen 9 und 10 der Sekundarstufe ausdrücklich auf die Einübung geographischer Grundkenntnisse und die Anbahnung fachspezifischer methodischer Kompetenzen hin. Anhand ausgewählter Räume wird diesbezüglich exemplarisch gearbeitet. Die Schülerinnen und Schüler können „durch die Betrachtung führender Wirtschaftsregionen die Grundlagen für wirtschaftlichen Erfolg und Misserfolg analysieren“. Zudem sollen „anhand eines ausgewählten Staates Ursachen und Auswirkungen von Strukturwandel“ aufgezeigt werden. Die Schülerinnen und Schüler „können insbesondere Medien, die im Alltag eine zentrale Rolle spielen (zum Beispiel Filme), im Sinne einer kritischen Medienkompetenz nutzen“ (Bildungsplan 2004 Realschule Baden-Württemberg).
Die Sendung bietet die Möglichkeit, die Darstellung hochaktueller Entwicklungen am exemplarisch gewählten Raumbeispiel mit den genannten curricularen Anforderungen zu kombinieren.

Unterrichtsablauf/Hinweise für Lehrer

Der doppelstündige Geographie-Unterricht in der 9. beziehungsweise 10. Klasse beginnt damit, dass die Bilder aus den Jahren 1954 beziehungsweise 2014 (siehe Informationsblatt) per Folie oder Visualizer gezeigt werden. Die Klasse soll sich spontan zum Kontrast zwischen dem ländlichen Eindruck (1954) und dem der modernen Großstadt (2014) äußern. Besonderes Augenmerk kann auf die provokante Überschrift „Typisch China?!“ während des Klassengesprächs gelegt werden.

In einem zweiten Schritt sollen sich die Schülerinnen und Schüler dazu äußern, wie es ihrer Meinung nach dazu kommen konnte, dass sich China innerhalb eines halben Jahrhunderts vom rückständigen Agrarland zur progressiven Industriemacht entwickeln konnte. Die Thesen der Klasse können gegebenenfalls an der Tafel festgehalten werden. Nun weist die Lehrkraft in einem kurzen Vortrag darauf hin, dass zwei Daten beziehungsweise Ereignisse in besonderem Maß mit dieser Entwicklung zusammenhingen: die Staatsgründung der Volksrepublik 1949 sowie die Protestbewegung des Sommers 1989. Um diese genauer unter die Lupe zu nehmen, wird nun der etwa halbstündige SWR-Film gezeigt. Dabei erhalten die Schülerinnen und Schüler jeweils paarweise die Arbeitsblätter 1 und 2, auf welchen die oben genannten Geschehnisse genauer dokumentiert werden können. Der Film wird nun gezeigt. Dabei (Film gegebenenfalls mit Pausetaste stoppen) und danach erhalten die Jugendlichen die Gelegenheit, die Aufgaben zu bearbeiten und sich schließlich darüber auszutauschen. Denkbar ist, dass nun das jeweils andere Arbeitsblatt ins Spiel kommt, welches dann mithilfe des entsprechenden Partners ausgefüllt werden kann.

  • Arbeitsblatt 1: Schicksalsdaten chinesischer Geschichte: 1. Oktober 1949
  • Arbeitsblatt 2: Schicksalsdaten chinesischer Geschichte: 4. Juni 1989

Nachdem die Ergebnisse verglichen, ergänzt und korrigiert wurden, wird auf die anfänglichen Ideen der Klasse zurückgegriffen. Diese werden unter den nun hinzu gewonnenen Erkenntnissen neu beleuchtet und diskutiert. Danach bietet es sich an, entweder hinsichtlich der Fachbegriffe (Arbeitsblatt 3) oder der Biografie Mao Tse Tungs (Arbeitsblatt 4) weiterzuarbeiten. Um den Schülerinnen und Schülern eine politische Meinungsbildung zu ermöglichen, sollen sie sich per Hausaufgabe mit den Unterdrückungs- und Repressionsmethoden der chinesischen Staatsführung, welche im Film variantenreich anhand dreier Beispiele dargestellt werden, auseinandersetzen (Arbeitsblatt 5).

Methodische Erläuterungen

Die Kontrastierung anfangs der Stunde soll die Schülerinnen und Schüler verblüffen und zu eigenen Gedankenkonstrukten anregen. Auf diese wird später zurückgegriffen (korrigierend, ergänzend).
Da zwei besondere Daten der chinesischen Geschichte im Film sehr eingehend dokumentiert und in einen prozessualen Sinnzusammenhang gestellt werden, eignet sich die arbeitsteilige Partnerarbeit zum Erfassen der dargestellten Fakten besonders. Während sich ein Schüler intensiv auf die Staatsgründung von 1949 konzentriert, dokumentiert der Partner Ursachen und Auswirkungen der Ereignisse 40 Jahre später. Im Gespräch werden die entsprechenden Informationen anschließend mitgeteilt, um alle auf den gleichen Sachstand zu bringen.
Eine Vertiefung kann in zweierlei Hinsicht stattfinden: Entweder die für Schüler häufig abstrakten Fachbegriffe werden geklärt oder das Leben des „großen Steuermannes“ Mao Tse Tungs wird näher betrachtet. Hinsichtlich der politischen Willensbildung scheint es unabdingbar, anhand der Hausaufgabe Stellung zu den subtilen und restriktiven Machtmechanismen des chinesischen Parteiapparates zu beziehen.