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Unterricht: Arm und Reich

  • Ältere Frau sitzt vor Ziegelmauer.  (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung) Die Bewohner ländlicher Regionen profitieren kaum vom Wirtschaftsaufschwung (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung)
  • Drei Frauen mit Kühen auf einem matschigen Weg. (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung) Für die Bauern in China ist das Leben nach wie vor hart (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung)

Methodisch-didaktische Hinweise

Bezug zu den Bildungsplänen

Zu den laut der geltenden Bildungspläne zu erwerbenden geographischen Grundkenntnissen und Methoden gehören das Verständnis und die Auswertung statistischen Materials. Zudem sollen die Schülerinnen und Schüler „durch die Betrachtung führender Wirtschaftsregionen die Grundlagen für wirtschaftlichen Erfolg und Misserfolg analysieren“ können. Sie sollen „anhand eines ausgewählten Staates Ursachen und Auswirkungen von Strukturwandel“ aufzeigen und beschreiben. Auf Wanderungsbewegungen und deren wirtschaftliche Ursachen und Folgen wird dabei ausdrücklich hingewiesen. Anhand exemplarischer Beispiele aus verschiedenen Kultur- und Wirtschaftsräumen sollen Ursachen und Probleme des Wachstums von Ballungsräumen erläutert werden. In der Sendung „China – Arm und Reich“ werden die genannten Inhalte explizit und anschaulich an ausgewählten Raumbeispielen dargestellt.

Unterrichtsablauf / Hinweise für Lehrer

Am Anfang dieser Geographie-Stunde, die in der 9. oder 10. Klasse auf 90 Minuten angelegt sein sollte, steht die Arbeit mit statistischem Material. Die Schülerinnen und Schüler sollen zunächst in Einzelarbeit die auf dem ersten Arbeitsblatt (Arbeitsblatt 1) gesuchten Zahlen schätzen. Als Vergleichsgrößen erhalten sie – entweder als Zusatzblatt oder per Folieneinblendung – die Werte zu Deutschland (Informationsblatt).

  • Arbeitsblatt 1: Zahlen und Fakten
  • Informationsblatt: Zahlen und Fakten zu Deutschland

Bevor der Film gezeigt wird, in dessen Verlauf die korrekten Daten genannt werden, wird jedem Schüler, jeder Schülerin per Zufall eine der zu Wort kommenden Personen zugewiesen, zu deren Lebenssituation zusätzlich Notizen zu machen sind (Familie in Shanghai, Bauer aus der Provinz Guizhou, Händler in Beijing – Arbeitsblatt 2).

Nach dem Schauen des Films werden die entsprechenden Zahlen (Arbeitsblatt 1) korrigiert und gegebenenfalls besprochen. Wahlweise kann auch ein Ergebnisblatt zur Selbstkorrektur ausgehängt werden.
Anschließend setzen sich jeweils zwei bis drei Schülerinnen und Schüler zusammen, die dieselbe Person im Film zu beobachten hatten. Sie ergänzen ihre jeweiligen Notizen (Arbeitsblatt 2), bevor sie sich mit zwei Mitschülern treffen, die eine jeweils andere Aufgabe zu bearbeiten hatten. In den so neu zustande gekommenen Kleingruppen schlüpfen die Jugendlichen nun in die Rolle der Interviewten und formulieren ein Dreier-Gespräch, in dem sich die Lebenssituationen, die Erfahrungen und Meinungen der Menschen widerspiegeln (Arbeitsblatt 3).
Die Doppelstunde kann mit dem Vorlesen einiger Dialoge und einem anschließenden problemorientierten Plenumsgespräch enden.

  • Sportwagen in einem Verkaufsraum. (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung) Auch das ist China: Glitzerwelten und Luxuswaren in den großen Städten (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung)

Methodische Erläuterungen

Zahlen von unbekannter Größe üben an sich eine Faszination aus und wirken somit motivierend auf Kinder und Jugendliche. Eigene Schätzungen und Einordnungen verstärken diesen Effekt. Dies ist einer der Gründe für die Herangehensweise in diesem Unterricht. Außerdem sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, zunehmend gewandter mit statistischem Material umzugehen. Die Vergleiche mit den Zahlen aus Deutschland führen mit Sicherheit einerseits zur Verblüffung (beispielsweise 81 Millionen Einwohner Deutschlands gegenüber 100 Millionen chinesischer Kinder, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen) und fördern außerdem die Vorstellungskraft und Anschaulichkeit diesbezüglich.
Um die wirtschaftliche Situation der Menschen einigermaßen adäquat einschätzen zu können, bietet es sich an, die Lebenswelt aus deren Sicht zu sehen. Der Film gewährt Alltagseinblicke und eröffnet dadurch die Möglichkeit, Verständnis zu entwickeln. Im geforderten Dialog gegen Ende der Stunde sollen die Erfahrungen und Meinungen der Interviewten adaptiert werden, nochmals zur Geltung kommen und – eventuell – neu beleuchtet werden. So werden Empathie und Alteritätserleben altersgemäß gefördert.