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Hintergrund: Wo Atmen krank macht

  • Fabrik: qualmende Schornsteine (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung) (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)
  • Smog über der Stadt (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung) (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)

Was die meisten Deutschen noch nie gesehen haben, ist vor allem in den Städten Chinas tägliche Realität: Smog. Die undurchdringlichen und giftigen Schwaden sind in den Großstädten, in denen seit 2011 immerhin die Hälfte der Bevölkerung lebt, Dauerzustand. Vor allem die Hauptstadt Peking verschwindet immer mehr unter einer Glocke aus Abgasen, oft ist der Himmel vor lauter Dreck nicht zu sehen. Auch die Böden und Gewässer der Volksrepublik (VR) sind vergiftet, die Hälfte der Seen verschmutzt, fast ein Fünftel der Ackerflächen nicht mehr für den Anbau von Lebensmitteln geeignet. Jedem Chinesen steht nur knapp die Hälfte an Süßwasser zur Verfügung, über die jeder andere Mensch auf der Welt im Durchschnitt verfügt. Und von dieser Hälfte ist nur etwa ein Viertel wirklich sauber. Auf China kommt also noch stärker als auf andere Industrienationen das Problem des Mangels an reinem Trinkwasser zu.

  • Toter Fisch auf dem Wasser (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)

    (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)

  • Abwasserzufluss (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)

    (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)

  • Gruppe von Leuten am Fluss (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung) Pekinger Bürger treffen sich jeden Samstag an den Ufern der verschmutzten Flüsse, um auf das Wasserproblem hinzuweisen (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)

Die Verschmutzung ist Folge des rasanten Ausbaus der Industrie, der dem wirtschaftlichen Aufschwung der Volksrepublik (VR) den Weg bereiten sollte. Kontinuierlich wuchs der Bedarf an Energie und noch heute gehen wöchentlich zwei Atomkraftwerke und zwei Kohlekraftwerke in Betrieb. Von den Industrienationen ist China damit der größte Umweltverschmutzer. Denn jahrzehntelang war der Kommunistischen Partei (KPCh), die das Land regiert, nur eines wichtig: Wachstum. Doch nun rächt sich diese Politik und die Regierung muss dringend handeln. Zum einen hat sie begonnen, etliche der Firmen zu schließen, die besonders viel Dreck in die Luft pusten, beispielsweise Stahl- und Zementwerke. 50.000 kleine Kohleöfen sollen ebenfalls nicht mehr genutzt werden. Außerdem wurden die Umweltvorgaben für die noch produzierenden Firmen das erste Mal seit 25 Jahren verschärft. Allerdings hapert es noch an der Kontrolle, ob diese Vorgaben wirklich erfüllt werden. Wenn sich Konzernchefs einer anstehenden Prüfung jedoch widersetzen, drohen ihnen 15 Tage Haft.

  • Sonnenkollektoren vor Bergen (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung) China setzt zunehmend auf Sonnenenergie (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)

Einziger kleiner Lichtblick im Smog: Chinas Solarbranche. Kein Land der Welt steckt so viel Geld in regenerative, also erneuerbare Energien. Seit Anfang 2014 wird beispielsweise ein Solarkraftwerk in der Wüste Gobi gebaut, das derzeit als das leistungsstärkste der Welt gilt. Außerdem ist die VR mittlerweile Weltmarktführer in der Produktion von Solarzellen und Photovoltaik und hat dabei Deutschland überholt. Somit wird ein Teil des weiterhin angestrebten wirtschaftlichen Wachstums immerhin durch umweltschonende Techniken erreicht. Die Solarzellen funktionieren allerdings nur, wenn die Luft rein ist. Eine weitere Motivation also, um die Abgase in der Luft zu reduzieren. Doch es ist fraglich, ob die Vorgabe der KPCh, bis 2017 die Verschmutzung unter Kontrolle zu bringen, erfüllt werden kann. Denn Kohlekraftwerke werden wohl noch jahrzehntelang die wichtigste Energiequelle des Landes bleiben. Bis zu einem smogfreien China ist es noch ein langer Weg. Manche sehen in der steigenden Umweltverschmutzung deshalb die erste wirkliche Bedrohung für die Allmacht der Partei, denn viele Chinesen protestieren für ihr Recht auf eine saubere Umwelt.

  • Häuserblock mit Solarzellen auf dem Dach (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)

    Auf den Dächern der Solarstadt Himin Solar Valley wird Sonnenenergie gewonnen (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)

  • Brot wird aus Solarofen geholt (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)

    Neueste Erfindung in Himin Solar Valley: der Solar-Backofen (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)