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Hintergrund: Weltmacht China

Durch seine wirtschaftliche Stärke und seine große Bevölkerung ist China auch politisch zu einem der mächtigsten Länder der Erde geworden. Vor allem die USA sind abhängig von der Volksrepublik (VR), die der größte Kreditgeber der hochverschuldeten schwächelnden Supermacht Amerika sind. Seit der Finanzkrise 2008 hat China in der Gruppe der 20 führenden Wirtschaftsnationen der Erde, den G20, eine führende Rolle eingenommen. An der Lösung globaler Probleme beteiligt sich China jedoch nur widerwillig und will sich lieber auf die Lösung der eigenen konzentrieren, wie beispielsweise die Bekämpfung der Armut, denn noch rund 10 Prozent der Bevölkerung leben unter lebensunwürdigen Verhältnissen. Wenn China seine eigenen Interessen von außen gefährdet sieht, kann es aber durchaus seine Muskeln spielen lassen.

Belegen andere Länder chinesische Billigwaren beispielsweise mit Strafzöllen, reagiert die VR ebenso mit Sanktionen der Waren dieser Länder. Denn ihre immer noch auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaft will sie um jeden Preis vor dem Einfluss anderer Industrienationen schützen. Auch seine Gebietsansprüche verteidigt China vehement. Erst 2008 lösten chinesische Sicherheitskräfte Proteste der Tibeter, die seit Jahrzehnten für die Unabhängigkeit ihres Landes kämpfen, gewaltsam auf. Immer wieder demonstriert China die Stärke seines Militärs, der Volksbefreiungsarmee, beispielsweise in der Meerenge zu Taiwan, einem wirtschaftlich florierenden und demokratischen Inselstaat, den die VR jedoch als eine Provinz betrachtet. Und wie die USA oder Russland hat auch China Atomwaffen.

  • Zeitungsstand (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung) (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)

Auch innerhalb des eigenen Landes greift die Kommunistische Partei (KPCh) hart durch. Die Medien werden kontrolliert und gleichgeschaltet, das Internet zensiert. Systemkritiker wie etwa der Künstler Ai Weiwei werden verfolgt, unter Hausarrest gestellt oder ihre Familien werden überwacht und bedroht. Deshalb werfen die Vereinten Nationen oder Amnesty International China immer wieder Menschenrechtsverletzungen vor und versuchen, unabhängige Gesandte in die VR zu senden, um die Einhaltung der Menschenrechte zu kontrollieren. Das jedoch lehnt die Regierung in Peking regelmäßig als Einmischung Anderer in die inneren Angelegenheiten des Landes ab.

  • Guan Zhaoyu mit Kommilitoninnen in der Mensa (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung) Studentinnen an der Tongji Universität in Shanghai (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)

Doch die Allmacht der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) bröckelt. Ihre Position beruht auf der wirtschaftlichen Stärke des Landes, für die die Bevölkerung jedoch viele Opfer bringen musste. Doch auch die einfachen Menschen möchten nun vom Wohlstand eine Portion abhaben. Durch die Öffnung Chinas gen Westen hat die Führung des Landes den Bürgern gleichzeitig erlaubt, zu reisen. Kein Land der Welt sendet derzeit mehr Studenten ins Ausland, als China. Vor allem in die USA gibt es mehr Studierende aus China als aus jeder anderen Nation der Welt. Hier lernen junge Chinesen die Staatsform der Demokratie kennen und möchten zurück in der Heimat mehr Mitsprache. Nach Jahrzehnten der wirtschaftlichen Veränderungen muss China sich nun vor allem auf seinen politischen Fortschritt konzentrieren.

  • Schülerinnen an PCs (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)

    Die Berufsschule Changping bietet mittellosen Mädchen eine kostenlose Berufsausbildung (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)

  • Mädchen (macht Victory-Zeichen) mit Professorin Wu Qing (nah) (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)

    Professorin Wu Qing leitet die Berufsschule Changping (Quelle: SWR/WDR - Screenshot aus der Sendung)