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Hintergrund: Tropische Korallenriffe

Tropische Korallenriffe

  • Luftaufnahme: tropische Küstenlinie mit klarem, blauen Wasser; Rechte: Imago Ein Idyll der Tropen - erbaut von Korallen; Rechte: Imago

Korallenriffe sind meist Jahrtausende alt und werden von den kalkhaltigen Skeletten der Steinkorallen gebildet. Nach den tropischen Regenwäldern bilden Korallenriffe die größten und artenreichsten Lebensräume der Welt. Diese Unterwassergebirge wurden im Grundgerüst von den Korallen "erbaut", aber zahlreiche andere Organismen wie Algen, Foraminiferen und Bryozoen (Moostierchen) haben die Hauptmasse an Kalk hinzugefügt. Der vielfältige Lebensraum bietet vielen Tieren eine ökologische Nische. Besonders auffällig im Riff ist neben den vielen Korallen die große und bunte Vielfalt an Fischen.

Es gibt zwar Tief- und Kaltwasserkorallenriffe, die nur sehr langsam wachsen, die meisten Korallenriffe findet man jedoch in den tropischen klaren, lichtdurchfluteten Gewässern mit Temperaturen über 20 Grad Celsius. Licht ist sehr wichtig für das Wachstum tropischer Korallen, da die meisten in Symbiose mit fotosynthetisch aktiven Zooxanthellen leben. Durch die Fotosynthese kann aber nur ein Teil des Nährstoffbedarfs gedeckt werden, also erbeuten die Korallenpolypen Plankton. Geringe Verschüttungen mit Sand oder anderen Stoffen schaden den Korallen nicht. Sie können sich mit Hilfe von Cilienschlag und Schleimproduktion von geringen Mengen reinigen. Starke Verschüttungen und Sedimentation führen allerdings zu nachhaltigen Schäden.

Korallenriffe sind weltweit bedroht, da es neben mechanischen Zerstörungen (Boote, Taucher, Verschüttungen durch Bergbau) auch zu einer zunehmenden Erwärmung der Meere kommt. Zu hohe Sonneneinstrahlung und Erwärmung des Wassers auf über 30 Grad Celsius führen dazu, dass die symbiontischen Zooxanthellen absterben. Die Korallen verlieren dadurch ihre Farbe, sie scheinen auszubleichen. Daher heißt dieses Phänomen auch Coral bleaching (Korallenbleiche). Die Korallen sterben ab und das Riff wird zerstört.

Man unterscheidet verschiedene Typen von Korallenriffen:

Saumriffe

Diese Riffe wachsen auf ursprünglicher Felsküste auf. Sie wachsen seewärts. Am Fuß des Riffs bildet sich typischerweise eine Schutthalde aus Korallenresten. Auf der wellenabgewandten Seite wachsen die Korallen langsamer. Durch Erosion entsteht ein Flachwasserbereich mit Sedimentboden. Saumriffe werden bis zu 100 Meter breit. Da Steinkorallen an die Starklichtzone gebunden sind, reichen die Riffe nicht tief. Saumriffe findet man zum Beispiel im Roten Meer und dem Indo-Malaischen Raum.

Plattformriffe

Plattformriffe entstehen weit entfernt vom Festland auf unterseeischen Rücken, die knapp unter der Wasseroberfläche liegen. Mit Absinken der Rücken - und damit des Riffbodens - wachsen die Korallen mit. Charakteristisch sind die auf allen Seiten stark abfallenden Hänge. Solche Riffe findet man in Belize und im Indischen Ozean.

Barriereriffe

Barriereriffe bilden sich an Flachküsten auf Sedimentböden. Mit steigendem Wasserspiegel wachsen die Riffe. Sie sind bis zu 50 Kilometer vom Festland entfernt. Die Lagune zwischen Riff und Festland kann bis zu 70 Meter tief sein. Das größte und bekannteste Riff dieser Art ist das Great Barrier Reef vor Australien.

Atolle

Atolle entstehen aus Saumriffen von im Meer versinkenden Vulkaninseln. Die Riffe wachsen weiter nach oben und bilden so einen kreisförmigen Ring mit einer Lagune in der Mitte. Möglich ist aber auch, dass der kreisförmige Ring nur deshalb entsteht, weil Korallen im Innern des Rings absterben, da nicht genügend Nahrung den Weg durch den äußeren Kreis bis zum Zentrum findet. Atolle findet man im tropischen Pazifik und dem Indischen Ozean. Die bekanntesten Atolle sind die Malediven.