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Unterricht: Bauberufe des Mittelalters

  • Zwei Steinmetze arbeiten an ihren Werkbänken auf der Baustelle. Der Steinmetz: ein angesehener Beruf im Mittelalter; Rechte: WDR
  • Drei Steinbrecher bearbeiten mit Hämmern Felsbrocken. Steinbrecher brauchten vor allem Kraft; Rechte: WDR

Die drei sehr ähnlich aufgebauten Filme stellen jeweils eine Berufsgruppe vor:

- "Der Weg des Steins": Steinbrecher, Steinmetz, Maurer und Mörtelmischer
- "Berufe im Wald": Waldarbeiter, Korbflechter und Zimmermänner
- "Die Zulieferer": Seiler, Schmied und Ziegler

Sie eignen sich gut für ein arbeitsteiliges Vorgehen. Schülergruppen nehmen sich in selbstständiger Arbeit einen Film vor, beschäftigen sich intensiv mit einer Berufsgruppe und stellen ihre Ergebnisse später den Mitschülern vor.

Vertiefung der Filminhalte

Bei der Betrachtung der einzelnen Berufe sollen die Schüler vor allem auf folgende Aspekte achten:

– Beschreibung der Tätigkeit, der Werkzeuge und Hilfsmittel
– Welche Fähigkeiten und Kenntnisse sind nötig?
– Handelt es sich um Lehrberufe oder Hilfstätigkeiten und wie angesehen sind die Tätigkeiten?
– Welche Informationen gibt es im Film darüber, wie lange die Herstellung der jeweiligen Produkte dauert?

Zu jedem Film gibt es ein Arbeitsblatt, mit dem die Schüler in Einzelarbeit die wichtigsten Informationen aus dem Film mit Hilfe von Lückentexten, Kreuzworträtseln oder Zuordnungsaufgaben festigen (Arbeitsblatt 1 zu jedem Film).

Mit Hilfe von Arbeitsblatt 1 "Präsentation" bereiten die Schüler eine kurze Darbietung ihres Berufs vor. Sie müssen zunächst ihrem Beruf die richtigen Werkzeuge zuordnen und dann Stichworte für eine kurze mündliche Präsentation vorbereiten. Als schüleraktivierende Methode bietet sich das Gruppenpuzzle an. Gleich große Expertengruppen recherchieren einen Beruf. Je nach Klassengröße werden eventuell zwei Berufe zusammengefasst. Die Expertengruppen erarbeiten gemeinsam eine kurze fünfminütige Präsentation. Danach werden neue Gruppen gebildet. In jeder neuen Gruppe ist ein Mitglied aus jeder Expertengruppe vertreten. Die jeweiligen Experten stellen ihren Beruf vor und besprechen ihn mit den anderen Gruppenmitgliedern. Auf diese Weise hält jeder Schüler einen kurzen Vortrag, dies aber nicht vor der ganzen Klasse, sondern vor einer kleinen Gruppe.

Erweiterung des Themas

Die Schüler beschäftigen sich mit der Entstehung des Handwerks und der Organisationsform in Zünften, indem sie für eine mittelalterliche Burgbaustelle fiktive Stellenausschreibungen erarbeiten. Hier steht stärker die Textproduktion im Vordergrund als in dem obigen Vorschlag (Arbeitsblatt 2 zu jedem Film). Sie müssen in Arbeitsgruppen den Film unter folgenden Gesichtspunkten betrachten: Wie funktioniert die Arbeitsorganisation? Und welche Tätigkeiten werden von Meistern, Gesellen, Lehrlingen oder Hilfskräften übernommen? Nicht alle Informationen werden explizit im Film erwähnt, das meiste lässt sich aber erschließen. Nähere Informationen über das Zunftwesen finden die Schüler auf der Internetseite von Planet Wissen "Altes Handwerk", auf weiteren Seiten im Netz (siehe Linkliste) und natürlich auch im Geschichtsbuch.

Anbindung an die Gegenwart

Handwerkstraditionen reichen bis in die heutige Zeit. Davon zeugen unter anderem die Sprichwörter auf Arbeitsblatt 2: Hier sollen die Schüler überlegen, zu welchem Beruf das jeweilige Sprichwort passt. Kennen sie noch andere Sprichwörter, die auf einen alten Handwerksberuf zurückgehen? Sie können auch ihre Eltern und Großeltern befragen.

Durch Befragungen oder Internetrecherche können die Schüler untersuchen, welche Traditionen im Handwerk heute noch gelten. Zünfte sind längst durch Handwerker-Innungen ersetzt, aber die Ausbildungsschritte Lehrling/Auszubildender – Geselle – Meister gibt es heute noch. Wenige Handwerkergesellen in Bauberufen gehen sogar noch auf Wanderschaft (siehe Linkliste).

In der Linkliste steht die Adresse des Jugendmagazin des Handwerks. Hier können die Schüler nachsehen, welche der beschriebenen Bauberufe es noch gibt und mit welchen Materialien und Werkzeugen die Handwerker heute arbeiten. Hier bietet sich eine Zusammenarbeit mit dem Fach Arbeitslehre an.

Querverbindungen zu Mathematik zeigt Arbeitsblatt 3 "Maße" auf. Die Schüler beschäftigen sich mit den mittelalterlichen Maßeinheiten, die sich an Körpermaßen orientierten. Das Maß "Fuß" gilt noch heute im angelsächsischen Raum. Schließlich basteln die Schüler sich ein Knotenmaßband, wie es im Film "Der Weg des Steins" erklärt wird. Sie zeichnen und rechnen damit wie im Film, siehe Arbeitsblatt "Maße".

Weiterführende Vorschläge

In fünf Folgen zeigen die Filme der Reihe "Die Stadt im späten Mittelalter" verschiedene Aspekte des Lebens der Menschen im Mittelalter. Zur Vertiefung der Reihe "Bauberufe im Mittelalter" bietet sich vor allem der dritte Teil "Handel, Handwerk, Marktgeschehen" an, der beim Leben des Handwerkers ansetzt und dessen Zugehörigkeit zu Zünften thematisiert.

Die Filme der Reihe "Bauberufe im Mittelalter" zeigen, wie eine mittelalterliche Burg entsteht. Doch wie leben die Menschen auf der Burg, wenn diese erst einmal fertig gestellt ist? Und welche Rolle spielten Burgen in der mittelalterlichen Gesellschaft? Wie wurden junge Burgbewohner zum Ritter ausgebildet und wie verteidigten sich die Burgbewohner im Angriffsfall? Antworten auf diese Fragen gibt der Film "Die Burg im Mittelalter".

Das Leben im Mittelalter war mühsam: Nicht nur der Bau einer Burg, sondern auch der Alltag auf dem Bauernhof verlangte den Menschen viel ab. Der Film "Bäuerliches Leben im Mittelalter" beschreibt den Alltag auf einem mittelalterlichen Bauernhof und zeigt, wie die Bauern Felder bestellten, Getreide anbauten und Textilien herstellten. Als Anknüpfungspunkt zur Reihe "Bauberufe im Mittelalter" dient das Thema Holzwirtschaft, das auch hier zur Sprache kommt.