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Unterricht: Autoren erzählen – Max Frisch

  • (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Schriftsteller und Architekt: Max Frisch
  • Max Frisch . (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Max Frisch als junger Schriftsteller
  • Max Frisch im Gespräch mit einer Frau. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Max Frisch in den 1960er Jahren

Bezug zu den Bildungsplänen

Die Bildungspläne des Faches Deutsch fordern, dass die Schülerinnen und Schüler der höheren Jahrgangsstufen (ab Klasse 9/10) an ausgewählten Beispielen Zusammenhänge zwischen Text, Entstehungszeit und Leben einer Autorin/eines Autors aufzeigen können. Dabei sollen historische, regionale und biographische Bezüge berücksichtigt werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Leseerfahrung exemplarisch an Werken der Gegenwartsliteratur erweitern.
In der Reihe „Autoren erzählen“ führen die Interviews mit den Schriftstellern behutsam an deren Romane und Stücke heran. Den Schülerinnen und Schülern werden Einblicke in die Lebens- und Schaffenswelt der Literaten gewährt. Insbesondere autobiographische Ansätze und eine daraus sich ergebende Schwerpunktsetzung innerhalb des Gesamtwerks wird deutlich. Bei Max Frisch sind es beispielsweise die Themen „Heimat“ und „Freundschaft“.

Methodische Erläuterungen

Grundidee dieses Deutsch-Unterrichts ist, den Schülerinnen und Schülern mithilfe eines Themas, welches sie selbst stark berührt, einen modernen Schriftsteller nahe zu bringen. Daher wird zunächst vom Begriff „Heimat“ her gearbeitet. Erst im zweiten methodischen Schritt kommt der Autor Max Frisch ins Spiel. Der Überraschungseffekt, welcher der Heimat-Fragebogen bietet, kann genutzt werden, um einen emotionalen Zugang zu seinem Werk anzubahnen. Denn schließlich erkennt die Klasse: „Was für uns interessant ist, war’s für ihn wohl auch.“

Eine Lerntheke gewährt den Schülerinnen und Schülern einige Freiheiten. Sie entscheiden selbst, womit sie sich inhaltlich auseinandersetzen und können so eigenen Neigungen und Interessen entsprechen, was die Motivation erfahrungsgemäß erhöht. Auch Lerntempo und -partner sollten deshalb selbst gewählt werden können. Die Kreativaufgaben bieten zusätzliche motivationale Anreize – eine Chance, gerade bei literarischen Inhalten. Die Stunde könnte daher als Auftakt zu einer großen Unterrichtseinheit über ein Werk Max Frischs stehen. Denn: Die angesprochenen Themen „Heimat“ und „Freundschaft“ sind auch in „Andorra“ und „Stiller“ neben Identitätsfragen von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Unterrichtsverlauf

Es empfiehlt sich, aufgrund der Komplexität des Inhaltes, eine Doppelstunde mit dem Einsatz des Filmes „Autoren erzählen: Max Frisch“ zu planen. Der Deutschunterricht beginnt mit einem Brainstorming zum Thema „Heimat“. Die Lehrkraft notiert dieses Schlagwort an der Tafel, die Schülerinnen und Schüler schreiben Begriffe an, die ihnen spontan dazu einfallen. Anschließend kann über ausgewählte Beiträge gesprochen werden (z. B. bezüglich Vertiefung, Klärung, …).

Ein kurzer Lehrervortrag führt den Schriftsteller Max Frisch ein. Dabei genügt es zunächst zu betonen, dass er sich intensiv mit dem Heimat-Begriff auseinandersetzte und dazu unter anderem einen Interviewbogen entwarf, der eine ganze Reihe interessanter, aber auch außergewöhnlicher Fragen beinhaltet. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten dann in Einzelarbeit Auszüge davon (Arbeitsblatt 1).

Im Anschluss daran bietet sich ein freier Austausch in der Klasse an. Einzelne Fragen können offen beantwortet, aber auch Wirkung und Absicht können thematisiert werden. Danach leitet die Lehrkraft zum Film über. Nun gilt es, Max Frisch näher unter die Lupe zu nehmen. Dazu wird die Klasse in vier Großgruppen eingeteilt, die sich jeweils Notizen zu einem inhaltlichen Aspekt des Autoren-Interviews machen sollen (Arbeitsblatt 2).

Der Film wird angeschaut. Anschließend gleichen sich die Gruppenmitglieder hinsichtlich ihrer Notizen ab: Sie korrigieren und ergänzen, denn in der kommenden Unterrichtsphase sollen die Erkenntnisse mündlich an Klassenkameraden weitergegeben werden. Dies geschieht in sogenannten Experten-Gruppen, in denen jeweils ein Mitglied der vier Ausgangs- oder Stammgruppen vertreten ist. Es treffen sich also immer vier Schülerinnen/Schüler, von denen jeder einen inhaltlich anderen Beitrag leisten kann, also „Experte“ ist. Falls gewünscht, können ausgewählte Aspekte zusätzlich im Plenum akzentuiert besprochen werden.

Mittels des Films und der darauf folgenden Arbeits- und Gesprächsphasen erhält die Klasse einen klaren ersten Einblick in die Lebens- und Schaffenswelt von Max Frisch. Die Lehrkraft bietet im letzten Unterrichtsabschnitt daher eine Lerntheke (Arbeitsblätter 3-7) an, die den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bietet, eigene vertiefende Schwerpunkte für ihre „Begegnung“ mit Max Frisch zu setzen.

Von folgenden Themen sollen mindesten zwei Aufgaben gewählt und bearbeitet werden:
– Zum Leben Max Frischs – ein Rätsel über den Autor (Arbeitsblatt 3)
– Zum Film-Interview – einmal noch genauer hingeschaut (Arbeitsblatt 4)
– Zum Thema „Heimat“ – was mir als Schriftsteller wichtig wäre (Arbeitsblatt 5)
– Zum Thema „Freundschaft“ – meine Meinung, meine Freunde (Arbeitsblatt 6)
– Zum Weiterschreiben – was von Max Frisch hängen bleibt (Arbeitsblatt 7)

Die Arbeitsergebnisse sollten in der Folgestunde besprochen werden.

  • Arbeitsblatt 3: Zum Leben Max Frischs – ein Rätsel über den Autor
  • Arbeitsblatt 4: Zum Film-Interview – einmal noch genauer hingeschaut
  • Arbeitsblatt 5: Zum Thema „Heimat“ – was mir als Schriftsteller wichtig wäre
  • Arbeitsblatt 6: Zum Thema „Freundschaft“ – meine Meinung, meine Freunde
  • Arbeitsblatt 7: Zum Weiterschreiben – was von Max Frisch hängen bleibt