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Hintergrund: Michael Ende – Leben und Werk

Michael Ende (SWR - Screenshot aus der Sendung)

Michael Ende – Kurzbiografie


1929
Michael Ende wird am 12. November 1929 als Michael Andreas Helmut Ende in Garmisch-Partenkirchen geboren.

1931
Umzug der Familie nach München.

1940
Ende besucht drei Jahre lang das Maximilians-Gymnasium in München, wird jedoch 1943 wegen des Krieges zurück nach Garmisch geschickt.

1947
Ende wechselt auf die Freie Waldorfschule in Stuttgart, wo er seine Schulausbildung abschließt.

1948
Ende beginnt eine zweijährige Ausbildung zum Schauspieler an der Otto-Falckenberg-Schule in München.

1954
Von 1954 bis 1962 arbeitet Ende als Filmkritiker für den Bayerischen Rundfunk.

1960
“Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ erscheint in Stuttgart beim Thienemann Verlag (Endes späterer “Hausverlag“)

1962
Zwei Jahre später erscheint der 2. Band von Jim Knopf: “Jim Knopf und die Wilde 13“

1964
Am 7. August 1964 heiratet Ende in Rom die Schauspielerin Ingeborg Hoffmann.

1965
Endes Vater Edgar Ende stirbt am 27. Dezember 1965.

1970
Mit seiner Frau Ingeborg zieht Ende nach Italien in die Nähe von Rom.

1973
Endes internationaler Durchbruch: Nach sechsjähriger Arbeit erscheint der Märchenroman “Momo oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte“ in Stuttgart. Am 25. Juni stirbt Endes Mutter Luise Ende.

1974
Ende erhält den Deutschen und Europäischen Jugendbuchpreis für “Momo“.

1979
“Die unendliche Geschichte“ erscheint und wird Endes größter Erfolg mit Übersetzungen in rund 40 Sprachen, einer Gesamtauflage von rund 10 Millionen und zahlreichen Auszeichnungen.

1983
“Die unendliche Geschichte“ wird verfilmt und läuft 1984 in den Kinos an. Ende sieht den Film, ist entsetzt und distanziert sich von diesem Projekt.

1985
Nach dem Tod seiner Frau Ingeborg am 27. März 1985 kehrt Ende zurück nach München.

1986
Die Filmversion von “Momo“ hat Premiere.

1989
4 Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau heiratet Ende am 4. September 1989 die Übersetzerin Mariko Sato in München.
Sie übersetzt “Die unendliche Geschichte“ ins Japanische.

1995
Michael Ende stirbt am 28. August 1995 an Magenkrebs.

Werke

Auch wenn Ende selbst betont, dass er mit seinen Geschichten keine ausdrücklichen Botschaften vermitteln will, macht er seine Leser auf die Macht der Fantasie und Kreativität aufmerksam, die in jedem Menschen steckt. Er möchte die Rezipienten anregen, ihre eigene Welt mit neuen Augen zu sehen und so eventuell alternative Lebensmöglichkeiten für sich zu entdecken. Daher spielen seine Erzählungen in einer fantastischen Welt voller philosophischer Anspielungen.

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

Mit dem außergewöhnlich fantasie- und humorvollen Kinderbuch aus dem Jahr 1960 wurde Michael Ende berühmt:

Jim Knopf ist ein kleiner schwarzer Junge, der per Paket auf die winzige Insel Lummerland kommt und dort aufwächst. Doch als er größer wird, reicht der Platz nicht mehr aus und der König beschließt, dass einer der wenigen Inselbewohner die Insel verlassen muss. Die Wahl fällt auf Emma, die kleine Lokomotive von Jims bestem Freund Lukas. Doch das kann Jim nicht zulassen, denn was soll der Lokomotivführer Lukas ohne seine Lokomotive tun? Gemeinsam verlassen die drei die Insel und machen sich auf zu einem großen Abenteuer. Sie begegnen fantastischen Figuren und Welten und erklären sich bereit, die Prinzessin Li Si zu retten, die vor einiger Zeit entführt wurde und nun von Drachen festgehalten wird. Am Ende kann Jim nicht nur die Prinzessin retten, sondern auch das Rätsel seiner Herkunft lösen. Außerdem findet er eine Lösung für das Platzproblem von Lummerland: Eine schwimmende Insel wird angedockt. So kann dort die Hochzeit von Jim und Prinzessin Li Si gefeiert werden.

Momo

Nach sechsjähriger Arbeit erschien 1973 der Märchenroman „Momo oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte“, der Ende zum internationalen Durchbruch verhalf:

Momo ist ein kleines Waisenmädchen, das in den Ruinen eines Amphitheaters am Stadtrand lebt. Sie besitzt nur wenige Dinge, dafür aber umso mehr Freunde, denn sie hat eine besondere Gabe: Sie kann anderen außergewöhnlich gut zuhören und zieht sie dadurch in ihren Bann. Eines Tages tauchen in der Stadt merkwürdige „graue Herren“ auf, die die Menschen dazu überreden, ihre Lebenszeit bei einer Art Sparkasse zu sparen. Viele Menschen tun dies auch, doch sie bringen sich damit um ihr Glück und ihre Freunde. Nur die kleine Momo erkennt, dass die Menschen in Wahrheit um ihre Zeit betrogen werden, da sie alle vor lauter Sparen vergessen, im Hier und Jetzt zu leben. Momo sucht sich Hilfe bei Meister Hora, dem Hüter und Verwalter der menschlichen Zeit. Kurz vor knapp beschließt Meister Hora, die Zeit für eine Stunde anzuhalten, damit die ganze Welt zum Stillstand kommt. Nun schickt er die tapfere kleine Momo zusammen mit seiner Schildkröte Kassiopeia und einer Stundenblume in den Kampf gegen die grauen Herren. Am Ende gelingt es Momo die grauen Herren zu überwinden und den Menschen ihre gestohlene Zeit zurückzugeben.

Die unendliche Geschichte

Der Märchenroman „Die unendliche Geschichte“ erschien 1979 und sollte Endes größter Erfolg werden:

Bastian, ein zehn- oder elfjähriger Schüler, ist in der realen Welt ein klassischer Außenseiter. Auf der Flucht vor seinen Mitschülern rettet er sich in das Antiquariat von Herrn Koreander. Dort entdeckt Bastian ein geheimnisvolles Buch, das ihn schnell in seinen Bann zieht: „Die unendliche Geschichte“. Begeistert liest Bastian über die Abenteuer des Kinderhelden Atréju, der den Auftrag hat, das Traumreich Phantásien und dessen Herrscherin, die Kindliche Kaiserin, zu retten.

Doch Bastian ist mehr als nur ein unbeteiligter Zuschauer, zunehmend wird ihm klar, dass eine Verbindung zwischen seiner realen und der Traumwelt Phantásien besteht, bis er sich schließlich selbst in Phantásien und somit mitten in einem aufregenden Abenteuer wiederfindet. Bastian soll Phantásien nach seinen Vorstellungen neu erschaffen, behilflich ist ihm dabei das magische Amulett der Kindlichen Kaiserin, welches ihm all seine Wünsche erfüllt. Doch jeder Wunsch kostet ihn eine Erinnerung an die reale Welt und daran, was und wer er dort war. Gerade noch rechtzeitig erkennt Bastian, dass seine wahre Aufgabe darin besteht, aus Phantásien wieder herauszufinden. Er muss seine Wünsche dazu einsetzen, seinen wahren Willen zu erkennen, damit er wieder nach Hause in die reale Welt gehen kann. Mit Atréjus Hilfe gelingt es Bastian zu sich selbst zu finden und so kann er zu seinem Vater in die reale Welt zurückkehren.