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Unterricht: Lange Haare gegen alte Zöpfe

Vorschläge für den Unterricht

Der Film beginnt Ostern 1968 und zeigt die Radikalisierung der Protestbewegung bis zu ihrem Ende. Wenn Sie in der Klasse bereits den Film "Revolte im Anzug" gesehen haben, können die Schüler allein am Erscheinungsbild der Studenten erkennen, wie viel sich in den wenigen Monaten seit dem Schahbesuch 1967 verändert hat. Das Arbeitsblatt 1 "Filmbeobachtung" enthält Leitfragen zum Film, die auf die Veränderung der Bewegung, ihre Entwicklung und ihr vorläufiges Ende abheben. Im Unterrichtsgespräch werden die Ansichten der Schüler diskutiert.

Der Aspekt, welche Protestformen in einer Demokratie gerechtfertigt sind, kann in einer Pro- und Contra-Diskussion erörtert werden. Im Film werden die unterschiedlichen Meinungen zu den Blockade-Aktionen gegen die Springer-Presse innerhalb der 68er-Bewegung dargestellt. Auf dem Arbeitsblatt 2 "Protestformen" haben wir die Positionen aus dem Film aufgeführt.

Im Gemeinschaftskunde- oder Politikunterricht kann man sich näher mit der Rolle der Medien beschäftigen. Der Springer-Verlag, vor allem die Bildzeitung, waren ein zentrales Ziel des Protests, da sie heftig gegen die APO und Rudi Dutschke Meinung machten. Aber auch die Mehrheit der anderen Zeitungen reagierte weitgehend mit Ablehnung. Lassen Sie im Stadtarchiv oder im Archiv der örtlichen Zeitungen einige Artikel über zentrale Ereignisse (Attentat auf Dutschke, Demo gegen den Schah-Besuch) heraussuchen und analysieren Sie die Berichte. Mögliche Fragestellungen:
Welche Wertungen finden sich in den Berichten?
Wie wird kommentiert?
Welche Begriffe werden für die protestierenden Studenten verwendet?
Ist eine solche Sprache heute in Zeitungen denkbar?
Kommen verschiedene Sichtweisen zu Wort?
Wie beurteilen die Schüler die Rolle der Medien damals?
Im Vergleich dazu kann zusätzlich recherchiert werden, ob und wie dieselben Zeitungen heute in der Rückschau über 1968 berichten.

Ein weiteres zentrales Thema des Films sind die Entstehung alternativer Lebensformen, einer anderen Sexualmoral und der Beginn einer neuen Frauenbewegung. Hier zeigt sich ein tiefer Generationenkonflikt. Können die Schüler sich vorstellen, dass ihre Eltern zum Teil noch zu Zeiten solch rigider Vorschriften aufgewachsen sind?
Ein Kind dieser Zeit ist die berühmte Ratgeberkolumne "Dr. Sommer" in der BRAVO. Auf der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung ist ein Interview mit dem Autor der ersten Dr. Sommer-Serien (1969-1984) über die sexuelle Befreiung veröffentlicht. Darin beschreibt er unter anderem, wie seine Kolumne zweimal als jugendgefährdend eingestuft wurde. Der Text ist guter Ausgangspunkt, darüber zu diskutieren, was damals angestoßen wurde und wie es heute mit sexueller Aufklärung und Freizügigkeit steht (siehe Linkliste). Auf dem Arbeitsblatt 3 "Dr. Sommer" haben wir Leitfragen formuliert.

Im Unterrichtsgespräch vergleichen die Schüler Generationenkonflikte von damals und heute. Was sind heute die größten Konflikte? Lässt sich das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern von damals und heute vergleichen? Als Vorbereitung auf die Diskussion befragen die Schüler ihre Eltern: Welche Konflikte hatten sie mit ihren Eltern und wie wurden sie ausgefochten?

Die Einführung der Antibabypille war ein wichtiger Einschnitt. Im Unterricht wird diskutiert, warum sie als Schritt für die Emanzipation der Frau empfunden wurde.

Vorschläge für eigenständiges Arbeiten

Kleidung war ein wichtiges Merkmal des Protests. Im Film sieht man an manchen Stellen, wie sich die Jugendlichen von damals von der Erwachsenengeneration absetzten. Die Schüler sollen in den Kleiderschränken und Fotoalben der Eltern nach Zeugnissen aus der Zeit suchen und eine kleine Präsentation mit Fotos machen. Vielleicht können sie sogar eine kleine Modenschau inszenieren. Dabei bearbeiten sie auch die Frage: Gibt es heute "Protestkleidung"? Auch dafür suchen sie Fotomaterial.

Das Thema Aufklärung, Sexualmoral, Antibabypille kann Thema einer Zeitzeugen-Befragung sein. Befragt werden können u.a. pensionierte Frauenärzte oder Biologielehrer.

Weiterführende Vorschläge

Im Film wird beschrieben, dass die 68er-Bewegung auch der Anfang für eine neue Frauenbewegung war. Die wichtigsten Eckpunkte der Frauenbewegung in den 1970er und 1980er Jahren und was sie erreicht hat, kann in einem Referat oder einer schriftlichen Arbeit dargestellt werden. Als Informationsquelle dient unter anderem ein Dossier auf Planet Wissen (Frauenbewegung).
Ein radikalisierter Teil der 68er-Bewegung ging in den Untergrund und gründete die RAF. Eine dreiteilige Sendereihe bei Planet Schule zeigt die Anfänge der RAF, porträtiert die Gründergeneration und beleuchtet die Ereignisse im Deutschen Herbst bis zur Selbstauflösung der RAF im Jahr 1998.