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Um die Vielzahl unterschiedlicher Funktionen zu erfüllen, ist die Haut aus vielen verschiedenen Schichten zusammengesetzt. Die Haut (Cutis) besteht von außen nach innen aus den folgenden Schichten:
  • Oberhaut (Epidermis)
  • Lederhaut (Corium – auch Dermis genannt)
  • Unterhaut (Subcutis)

Querschnitt durch die menschliche Haut

Querschnitt durch die menschliche Haut

Anatomisch gesehen gehören auch Haare, Finger- und Zehennägel zur Haut. Der Fachmann spricht bei ihnen von „Hautanhangsgebilden“.

Oberhaut

Die Oberhaut teilt sich in Hornhaut und Keimschicht. Die Hornhaut ist die Grenze zur Umwelt und besteht aus abgestorbenen Zellen. Sie ist zwischen 0,01 und 0,03 Millimetern dick. Die toten Zellen der Hornhaut werden ständig abgerieben. Die darunter liegende Keimschicht bildet die Zellen der Hornhaut nach. Diese ständige Erneuerung der oberen Hautschichten sorgt dafür, dass die Haut geschmeidig bleibt. Erst im höheren Alter wird die Haut dünner und empfindlicher, der Regenerationsprozess verläuft dann zunehmend langsamer.
Zusätzlich produzieren die Oberhautzellen Keratin. Keratin ist wasserabweisend und sorgt für die Festigkeit der Haut. Keratin ist auch der Hauptbestandteil von Haaren und Nägeln.

Keratin

Das Eiweiß Kreatin - Hauptbestandteil von Haaren und der äußeren Hautschicht. © swr

Lederhaut

Die Lederhaut besteht aus Bindegewebe und Blutgefäßen. An den Augenlidern zum Beispiel ist sie nur einen halben Millimeter dick, an den Fußsohlen über zwei Millimeter. Durch die Lederhaut ziehen sich viele kleine Blutgefäße, um die Haut mit Nährstoffen zu versorgen. Sie erfüllen auch die Aufgabe der Temperaturregulation: Erweitern sich die Gefäße, nimmt der Blutdurchfluss zu und mehr Wärme wird abgegeben. Bei Kälte verengen sich die Gefäße, und der Wärmeaustausch mit der Umgebung wird eingeschränkt.
Der Raum zwischen den Zellen ist mit Flüssigkeit gefüllt. Darin bewegen sich einzelne Zellen, vor allem verschiedene Zellen des Immunsystems. Sie sind dann wichtig, wenn es zu Verletzungen der Haut kommt. Die Zellen der Immunabwehr sind vor Ort und können Eindringlinge wie Krankheitskeime sofort bekämpfen.
Ebenfalls in der Lederhaut sitzen Drüsen sowie die Haarbläschen, welche die Haare bilden. Die Schweißdrüsen sorgen für ein Hautklima, das Krankheitskeime abtötet oder zumindest am Wachstum hindert. Dazu geben sie Milchsäure, Fettsäuren und Wachse ab. Ebenso wichtig ist die Funktion der Kühlung. Wird der Körper zu heiß, produzieren die Schweißdrüsen Schweiß, der beim Verdunsten dem Körper Wärme entzieht. Der charakteristische Geruch von Schweiß kommt erst dadurch zustande, dass Bakterien den ausgeschiedenen Talg (Triglyceride) zu Fettsäuren zersetzen.
Die Talgdrüsen geben an Haare und Haut Fette, Eiweiße und Salze ab. Dadurch bleiben Haut und Haar geschmeidig und trocknen nicht aus.
Die Haare wiederum dienen vor allem zur Wärmeisolation. Beim Menschen jedoch hat sich der Haarbewuchs gegenüber dem Tier stark zurückgebildet. An seine Stelle ist die Kleidung getreten.

Unterhaut


Die Unterhaut wird aus Fettzellen gebildet. Sie schützen vor Kälte und mechanischer Einwirkung, sie wirken sozusagen als Polster für den Körper. Außerdem sind die in den Fettzellen gespeicherten Fette die Energiereserve des Körpers. Hier reichert er Fett an, wenn ihm mehr Nahrung zugeführt wird, als er verbraucht. Das Fettpolster dient als Reserve für nahrungsarme Zeiten, die in unserer zivilisierten und bewegungsarmen Lebenswelt kaum noch eintreten. Übergewicht und im schlimmsten Fall Fettleibigkeit sind daher ein zunehmendes Problem in den westlichen Industriegesellschaften. Die Unterhaut ist bis zu zehn Zentimeter dick.

Weitere Funktionen der Haut

Nerven durchziehen alle Hautschichten bis auf die tote Hornhaut. Sie dienen zur Weiterleitung von Informationen über Wärme, mechanische Reize oder Schmerz.
Außerdem bildet die Haut Vitamin D, das für die Regulation des Kalzium-Stoffwechsels zuständig ist. Kalzium ist ein Hauptbestandteil der Knochen, weshalb eine Störung des Vitamin-D-Haushalts zu Mangelerscheinungen führt. Rachitis ist eine solche Mangelerscheinung, die früher bei Kindern öfter auftrat, weil die Nahrung zu wenig Vitamin D oder seine Vorstufen enthielt. Dabei werden zu weiche Knochen gebildet. Es kommt dann zu Verformungen beim Wachstum. Lebertran enthält viel Vitamin D, weshalb er präventiv verabreicht wurde. Heute ist die Rachitis sehr selten geworden.