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Viele Gelehrte sahen einen Zusammenhang zwischen Hygiene und Krankheiten, wie etwa der Grieche Hippokrates, der im 5. Jahrhundert vor Christus das Buch "Luft, Wasser und Ortschaften" schrieb. Darin stellte er erstmals einen Zusammenhang zwischen Krankheiten und der Umwelt her. Bis dahin sah man Krankheit als eine Strafe der Götter, die man nur durch Wohlverhalten vermeiden konnte.

Bis zur Entdeckung der Mikroorganismen glaubte man, dass schlechte Gerüche krank machen. Ursache dieser Ausdünstungen sollten Gräber, Kloaken und feuchte Böden sein. Die Träger des Geruchs und damit vermeintlichen Krankheitsverursacher nannte man "Miasmen".

Krankenhaus im Mittelalter
In früheren Krankenhäusern wusste man noch nichts von Bakterien und Hygiene.
Die Abbildung oben zeigt eine Operation.

Es dauerte lange, bis man verstand, dass Krankheiten durch Infektionen verursacht werden können. Der österreichische Mediziner Ignaz Phillip Semmelweis führte 1846 das Händewaschen vor Entbindungen ein, was die Sterblichkeit der Wöchnerinnen deutlich senkte. Semmelweis machte für die tödlichen Infektionen einen "zersetzten tierischen Stoff" verantwortlich.

Semmelweis' britischer Kollege Joseph Lister legte 1865 seinen ersten desinfizierten Verband an. Mit Karbolsäure (Phenol) hatte er die Leinwand zuvor sterilisiert. Er hatte in den gerade erschienenen Arbeiten Louis Pasteurs über Gärung und Fäulnis gelesen, dass Mikroorganismen dafür verantwortlich sind und gefolgert, dass diese auch bei Wundinfektionen eine Rolle spielen. Damit konnte Lister die Sterblichkeit nach Operationen erheblich senken. Bis dahin endete jede zweite größere Operation tödlich, auch wenn der Eingriff an sich gelungen war.

1876 konnte Robert Koch zum ersten Mal Bakterien als Krankheitserreger identifizieren und legte damit den Grundstein der Bakteriologie. 1882 gelang ihm die Entdeckung des Tuberkelbazillus. Einige Jahre später entwickelte Koch einen Impfstoff gegen Tuberkulose.

Erst Ende des 19. Jahrhunderts setzten sich die heute selbstverständlichen hygienischen Vorsichtsmaßnahmen in den Krankenhäusern durch.