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Entscheidend für den Wascherfolg ist die Abstimmung des Waschmittels auf das Material, aus dem ein Kleidungsstück besteht.

Man unterscheidet generell zwischen Natur- und Kunstfasern.

Naturfaser

Die meisten Kleidungsstücke bestehen heute aus Baumwolle. Sie wird aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze hergestellt. Chemisch gesehen besteht Baumwolle aus Zucker. Die einzelnen Grundbausteine sind zu sehr langen Ketten verknüpft, sodass sie auch nicht mehr wasserlöslich sind.

BaumwollpflanzeElektronenmikroskopische Aufnahme

Die Baumwollpflanze produziert eine Vielzahl von Samenfäden, die geerntet und zu Stoffen weiter verarbeitet werden.
Rechts ist eine elektronenmikroskopische Aufnahme von Baumwolle zu sehen. © dpa

Baumwolle lässt sich leicht verarbeiten, ist angenehm zu tragen und unkompliziert zu waschen. Sie kann problemlos in die Kochwäsche gegeben werden. Lediglich beim ersten Waschen geht Baumwolle etwas ein.

Neben Baumwolle ist heute noch Leinen als pflanzliche Naturfaser in Gebrauch. Leinen stellt man aus den Stängeln der Flachspflanze her. Vor dem Siegeszug der Baumwolle war Leinen die wichtigste pflanzliche Textilfaser.

Weitere pflanzliche Stoffe werden unter anderem aus Jute, Hanf oder der Agave (Sisal) hergestellt.
Wichtige Stoffe, die von Tieren stammen, sind Wolle (Schaf, Lama u. a.) und Seide (Seidenspinner-Raupe). Sie sind deutlich empfindlicher als Baumwolle, weshalb man sie oft nicht einmal in der Maschine waschen darf. Auch die Temperatur sollte man nicht zu hoch wählen, sonst wird die Eiweißstruktur der tierischen Fasern zerstört und der teure Wollpullover oder die edle Seidenbluse verlieren ihre Form.

Kunstfasern

Zwischen den Kunstfasern und den Naturfasern stehen die so genannten Regeneratfasern. Das sind chemisch veränderte Naturfasern. Viskose ist ein Beispiel dafür. Bei der Herstellung von Viskose wird Zellulose (aus Baumwolle oder Holz) verflüssigt und dann zu Fasern ausgesponnen. Damit lässt sich die Struktur der Fasern besser steuern und an viele verschiedene Ansprüche anpassen.

Kunstfasern (Synthetikfasern) werden ausschließlich vollsynthetisch hergestellt, fast alle aus Erdöl oder Erdölprodukten. Wie die pflanzlichen und tierischen Fasern, die aus Zellulose- bzw. Eiweiß-Ketten bestehen, sind die Kunstfasern aus langen Molekülketten aufgebaut. Dabei wird ein Molekül (Grundbaustein) immer wieder mit weiteren gleichen Molekülen verknüpft, ein Polymer entsteht (griechisch poly = viele).



Nylon wurde schon 1935 erfunden. Ihren Siegeszug trat die Nylonstrumpfhose nach dem Zweiten Weltkrieg an. Das Polyester folgte im Jahr 1953. In den sechziger und siebziger Jahren bestimmte bunte Polyesterkleidung die Mode. © dpa

Beispiele für Kunstfasern sind Polyamide (Nylon, Perlon), Polyester, Polyacryl oder Elasthan. Da sich für jeden Einsatzzweck eine spezielle Kunstfaser herstellen lässt, können prinzipiell alle Kleidungsstücke auch aus Kunstfasern hergestellt werden- von der Socke bis zum Hut.

Beim Waschen von Kunstfasern ist Vorsicht geboten. Viele von ihnen vertragen keine hohen Temperaturen und dürfen nur bei 30 Grad gewaschen werden. Andernfalls werden die Polymere teilweise zerstört - das modische Hemd kommt völlig verknittert aus der Maschine und lässt sich auch durch Bügeln nicht mehr retten.