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Neben den polaren Lösungsmitteln wie Wasser gibt es die unpolaren Lösungsmittel. Das sind Stoffe wie Benzin, Perchlorethylen (PER) oder Benzol. Sie bestehen aus Molekülen, die so angeordnet sind, dass nach außen hin keine Ladungsschwerpunkte entstehen. Perchlorethylen zum Beispiel ist ganz symmetrisch aufgebaut.

Perchlorethylen
Die Strukturformel von Perchlorethylen

Sie sind dazu geeignet, andere unpolare Stoffe wie etwa Fett zu lösen (z. B. bei der chemischen Reinigung). Denn nur unpolare Lösungsmittel lösen unpolare Stoffe, so wie nur polare Lösungsmittel polare Stoffe lösen. Genau hier kommt die Seife ins Spiel.


Seife - Mittlerin zwischen den Welten

Die Seife spielt beim Waschen die Rolle einer Mittlerin zwischen der Welt des Schmutzes (unpolar) und der des Wassers (polar). Mit ihr kann fettiger Schmutz im Wasser gelöst werden.

Die Seife ist dazu in der Lage, weil sie eine Art Zwittermolekül ist. Sie besteht aus einem polaren und einem unpolaren Teil. Polar ist die kleine ionische (geladene) Gruppe an einem Ende des Moleküls, dieser wird als "Kopf" bezeichnet. Unpolar ist die lange Kohlenwasserstoffkette des restlichen Molekül, auch "Schwanz" genannt.


Ein Seifenanion mit polarem "Kopf", der ionischen Gruppe,
und unpolarem "Schwanz", der Kohlenwasserstoffkette.


Gibt man Seifenspäne in Wasser, lösen diese sich nicht bis hin zu einzelnen Molekülen auf.

Seifenmolekül
Eine Micelle: Zusammenlagerung aus Seifenanionen

Vielmehr bilden sie eine Dispersion. Die Seifenmoleküle lagern sich im Wasser zu so genannten Micellen zusammen. Diese Micellen sind kleine Kugeln, bei denen sich die unpolaren Schwänze der Moleküle zusammenlagern und die polaren Köpfe nach außen kehren. Dadurch haben nur die Köpfe der Moleküle Kontakt mit dem polaren Wasser. Man spricht auch von hydrophilen Köpfen, griechisch für Wasser liebend, und hydrophoben, d. h. Wasser abstoßenden Schwänzen.

Durch diese Zwittereigenschaft der Seifenmoleküle ist es möglich, dass sich Seife überhaupt im Wasser löst. Hätten sie nicht ihre hydrophilen Köpfe, würden sie wie die Fette auf dem Wasser schwimmen.

So wie die Seifen verhalten sich viele andere Stoffe, die alle zusammen als Tenside bezeichnet werden. Sie nennt man auch grenzflächenaktive Substanzen, weil sie an der Grenzfläche von polaren und unpolaren Stoffen vermitteln.