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Blüte des Sonnenkrauts
In der Natur gibt es in Flora und Fauna unzählige Beispiele für effektives Kleben. Klebstoffe werden sowohl zum Beutefang und zum Nestbau als auch zur Sicherung der Fortpflanzung und zur ersten Hilfe eingesetzt.

Sonnentau und Fettkraut

Der Sonnentau trägt unzählige kleine Leimruten, an deren Ende ein Tropfen Haftkleber sitzt. Die Klebstofftröpfchen glitzern verführerisch in der Sonne und sind für Insekten eine tödliche Falle. Auch die Blätter des Fettkrautes sind mit Klebstoff versehen. Berührt ein Insekt diesen Kleber, kommt es nicht mehr davon los und wird mit Hilfe von speziellen Verdauungssäften von der Pflanze verdaut.

Spinnen

Ein Teil der Spinnen, diese Arten bezeichnet man auch als Klebfadenspinnen, bestreichen einige Fäden ihres Netzes mit Leim. So bleiben Insekten, die gegen das feine Gespinnst fliegen, daran kleben und die Spinne kann sie einwickeln und aussaugen. Um nicht selbst Opfer ihrer Falle zu werden, haben die Spinnen einen Trick. Sie versehen nicht alle Fäden mit Leim, sondern lassen einige Lauffäden klebstofffrei und bestreichen ihre Beine noch zusätzlich mit Speichel.


Feldwespe beim Nestbau

Insekten und Vögel

Die Feldwespe zerkleinert mit ihrem Mundwerkzeug Holz und vermischt es mit Speichel. Aus diesem Brei baut sie ihr Nest, denn nach dem Verdunsten des Wassers aus diesem Holzfaserkleber bleibt eine papierähnliche Substanz zurück.

Die Honigbienen bedienen sich eines anderen Klebers. Sie können Bienenwachs produzieren, das bei Körpertemperatur der Bienen flüssig ist und nach dem Abkühlen erstarrt.
Auch einige Vögel bedienen sich eines Klebers, um ihre Nester zu bauen und gegen Angriffe von Fressfeinden zu schützen. Schwalben etwa mischen Lehm oder Erde mit ihrem Speichel und mauern aus diesem "Mörtel" ihre Nester in Dachüberhänge. Der Kleiber, eine Meisenart, mauert nach dem gleichen Prinzip die Öffnungen verlassener Spechthöhlen soweit zu, dass keiner seiner Feinde an den Nachwuchs herankommen kann.

Termiten gibt es bereits seit über 100 Millionen Jahren. Im Laufe ihrer Entwicklung haben sie sich immer optimaler an die Lebensbedingungen angepasst. Dazu gehört auch eine Drüse an ihrem Kopf, mit der sie Klebstoff verspritzen können. So können sie nicht nur Opfer lahm legen, sondern auch mit Erde, Holz und zerkauten Pflanzenresten betonharte, mehrere Meter hohe Türme erreichten. Diese bieten ihnen Schutz vor Wind und Wetter und natürlich auch vor ihren Feinden.