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Der größte Einsatzbereich der Klebstoffe in der Medizin ist nach wie vor der der selbstklebenden Verbandsmaterialien.

Aber auch in anderen Bereichen finden sie Verwendung. In verschiedenen Gebieten sollen sie traditionelle Techniken durch schonendere Verfahren ersetzen. Kleine Verletzungen können so heute ohne Nadel und Faden "genäht" werden. Der Hautriss wird dazu einfach mit einem speziellen Cyanacrylatklebstoff verschlossen. Klebstoffe kommen aber nur bei verhältnismäßig kleinen oberflächlichen Wunden und gelegentlich in der Gefäßchirurgie zum Einsatz.

In der Herzgefäßchirurgie wird ein besonderer Klebstoff verwendet. Fibrin, gewonnen aus Fibrinogen, einem im Blut enthaltenen Protein, ist ein wichtiges natürliches "Dichtungsmittel" und hat eine blutungsstillende Wirkung. Es ist im Vergleich zu den "künstlichen" Klebstoffen gewebeverträglicher, aber auch aufwendiger in der Produktion.

Auch in der Orthopädie finden Kleber Verwendung. Gelenkprothesen werden im Knochen verklebt. So kann bei 90 Prozent der Patienten eine Lebensdauer der "Bauteile" von etwa 15 Jahren erreicht werden.

In der Zahnmedizin haben Füllungen auf der Basis von UV-härtenden Acrylatklebstoffen ältere Füllungsmaterialien, insbesondere das umstrittene Amalgam, abgelöst. Die Produkte verlangen eine lange Verarbeitungszeit und ein schnelles Abbinden unter UV-Licht.