Planet Schule Logo
 

 



Tesafilmrollen © swr

"Tesa-Film" - dieser Produktname steht synonym für einen Alltagsgegenstand. Gemeint ist die Klebefilmrolle in einem Abreißspender. Heute von keinem Schreibtisch und aus keinem Haushalt mehr wegzudenken, hat Tesa eine bewegte Geschichte.

Den Produktnamen Tesa gibt es im Gegensatz zum gleichnamigen Klebestreifen nicht erst seit 60 Jahren. Tesa ist ein alter geschützter Markenname der Apothekenfirma Beiersdorf in Hamburg, den auch schon andere Produkte getragen haben, die aber allesamt ein Reinfall waren. Erfunden hatte den Namen eine Sekretärin bei Beierdorf mit dem Namen Elsa Tesmer. Sie hatte einfach ihr Namenskürzel als Markennamen eingeführt. 1896 war Tesa die Bezeichnung für die patentierte Tube der Zahnpastamarke Pebeco, die sich gar nicht gut verkaufte. 1926 hatte Tesa wieder eine ganz andere Bedeutung. Tesa war der Name für eine neuartige Wurstpelle, die sich aber nicht am Markt durchsetzen konnte.

Zum Durchbruch verhalf dem Markennamen ein umtriebiger Bürokaufmann aus einer kleinen Bürobedarfsfirma in Eisenach. Er sah für sich selbst in seiner bisherigen Position keine Aufstiegschancen mehr und hatte die Idee, den bisher erfolglosen "Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm" von 1896 gewinnbringend zu vermarkten. Der Name dieses ehrgeizigen jungen Mannes war Hugo Kirchberg.

Im Jahre 1934, einer wirtschaftlich sehr schweren Zeit, gab er seine bisherige Stellung auf und bewarb sich bei Beiersdorf, aber nicht etwa als Angestellter, sondern gleich als Leiter einer Arbeitsgruppe zur Vermarktung des Klebestreifens. Der Chefetage bei Beiersdorfer gefiel dieser mutige und freche Mann und er erhielt seine Chance.

Der Kautschukfilm, den er vermarkten wollte, ist ein Zufallsprodukt von Oskar Troplowitz, der eigentlich ein leicht abzulösendes Wundpflaster gesucht hatte, dabei aber einen Klebestreifen entwickelte, der so gut haftete, dass er sogar die Haut mit herunterriss.
Unter der Bezeichnung "Lassoband", das als Fahrradflickzeug vertrieben wurde, konnte sich der "Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm" nicht durchsetzen.

Erst als Hugo Kirchberger den Klebefilm mit dem Slogan -"zum Kleben, Flicken, Basteln"- unter dem Namen "Tesa-Klebefilm" vermarktete, wurde aus der Erfindung von Oskar Troplowitz ein Verkaufsrenner. Später erst bürgerte sich der Name "Tesa-Film" ein.