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Sekundenkleber
Handelsüblicher Sekundenkleber © swr
Chemisch härtende Klebstoffe werden unter dem Begriff Reaktionsklebstoffe zusammengefasst. Der Kleber muss also erst noch reagieren, um seine Klebwirkung zu entwickeln, die Komponenten liegen nicht im Endzustand vor. Die chemische Reaktion muss so lange unterbunden werden, bis der Klebstoff verarbeitet wird, sonst würde er unwirksam werden. Dies erreicht man indem man entweder die reagierenden Komponenten, das sind Binder und Härter, trennt (Zweikomponenten-Klebstoffe) oder dafür sorgt, dass die Reaktion nur unter ganz speziellen Bedingungen eintritt, die im Aufbewahrungsgefäß nicht vorliegen (Einkomponenten-Klebstoffe).

Einkomponenten-Klebstoffe

Sekundenkleber

Die so genannten Sekundenkleber sind wohl die bekanntesten Einkomponeten-Kleber. Innerhalb von Sekunden können mit ihnen Klebungen erreicht werden, bis zum Erreichen der Endfestigkeit vergehen aber auch Stunden. Die Wirkstoffgruppe Cyanacrylat benötigt zum Aushärten Wasser. Es reicht jedoch die Luftfeuchtigkeit oder die natürlich vorhandene Feuchtigkeit auf den Fügeteilen aber bereits aus. Zu feucht darf es aber auch nicht sein, sonst lässt die Klebewirkung nach. In der schnellen Wirkung dieser Kleber liegt aber auch ihre Gefahr. Kommt etwas Klebstoff auf die Haut oder in die Augen, ist meist ein Arztbesuch meist nicht zu umgehen. Die Klebungen sind so fest, dass der Arzt unter Umständen die verklebten Hautpartien mit dem Skalpell wieder trennen muss.

Warnhinweis Sekundenkleber


Anaerob aushärtende Kleber


Diese Kleber härten aus, sobald sie nicht mehr mit Sauerstoff in Verbindung treten können. Verwendet werden sie meist als Dichtungen, da sie gegen Lösungsmittel, Öl und Feuchtigkeit beständig sind. Die bekannteste Anwendung ist die als Schraubensicherungslack. Besonders im Motorenbau werden Schrauben mit diesem Lack bestrichen und dann die entsprechenden Teile verschraubt. Dies hat den Vorteil, dass sich die Schrauben nicht mehr "losvibrieren" können und Gewindegänge zusätzlich abgedichtet werden.

Strahlenhärtbare Klebstoffe

Diese Klebstoffe härten unter Lichteinwirkung aus. Aber nicht bei jedem Licht, sondern nur bei z.B. gezielter UV-Bestrahlung. Anwendung finden sie beim Kleben von Glas, da sie transparent sind. Außerdem halten sie immer mehr Einzug in die Dentaltechnik, also beim Zahnarzt, als UV-härtbare Zahnfüllung.