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Klebstoffe lassen sich nach zwei Kriterien in Gruppen einteilen, entweder nach der chemischen Basis oder nach ihrem Verfestigungsmechanismus.

So unterscheidet man nach der chemischen Basis in Klebstoffe mit organischen Verbindungen und anorganischen Verbindungen, eine Sonderform sind dabei die Silikone.
Gebräuchlicher ist aber die Klassifizierung nach dem Verfestigungsmechanismus in physikalisch abbindende und chemisch härtende Klebstoffe.

Physikalisch abbindende Klebstoffe

Physikalisch abbindende Klebstoffe verändern sich nicht mehr chemisch, sie liegen also bei ihrer Verwendung schon im Endzustand vor. Aufgrund dieser Voraussetzung können nur Polymere verwendet werden, die sich verflüssigen lassen, sei es durch Lösungsmittel oder Wärme.

Nassklebstoffe



Tapetenkleister und Briefmarkenleim sind Nassklebstoffe. Der eingetrocknete Kleber ist auch nach Jahren noch wasserlöslich. © dpa

Der "Verarbeitungstrick" dieser Klebstoffklasse besteht im Einsatz von Lösungsmitteln. Diese können sowohl organische Lösungsmittel als auch Wasser sein. Wobei die Aufschrift "lösungsmittelfrei" auf einer Klebstoffpackung bedeutet, dass hier Wasser verwendet wird.
Das Lösungsmittel verdunstet nach der Verarbeitung. Dadurch können die Klebstoffmoleküle die Kohäsionskräfte aufbauen und der Klebstoff kann abbinden.

Da es einige Zeit dauert, bis das Lösungsmittel verdunstet ist, müssen die Fügeteile fixiert oder können auch wenn nötig noch korrigiert werden. Diese Klebstoffart ist besonders für offenporige Materialien geeignet, weil bei diesen die Lösungsmittel besser verdunsten können. Sind die zu klebenden Materialien für das Lösungsmittel undurchlässig, dauert das Abbinden sehr lange und die Klebefläche sollte dann auch nicht sehr groß sein, damit das Lösungsmittel seitlich entweichen kann.