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Leimsiedereien gab es im 17. Jahrhundert in ganz Europa. Sie belieferten die Handwerksbetriebe mit Leim in Form von getrockneten Tafeln oder Blöcken, die dann je nach Leimart als Heißleim oder wasserlöslicher Kaltleim verwendet wurden. Die damals verwendeten Leime waren bis ins 20. Jahrhundert im Gebrauch und sind auch heute nicht aus den Restaurierungswerkstätten weg zu denken.

Bevor die gezielte Entwicklung von Kunst- und Klebstoffen begann, war bereits um 1830 Naturkautschuk als Kleberohstoff üblich. Mit der Entdeckung der Vulkanisierbarkeit, also der Umwandlung von Kautschuk in Gummi, durch Goodyear setzt die Geschichte der synthetisch hergestellten Kunststoffe und damit auch der synthetischen Klebstoffe ein. Das erste Mal in der Geschichte der Menschheit wurde damals ein Naturrohstoff chemisch verändert und so ein Werkstoff mit völlig anderen mechanischen Eigenschaften und damit technologischen Möglichkeiten geschaffen.

Der erste halbsynthetische Kunststoff wurde zwar schon 1845/46 von W. Parkis hergestellt, die gezielte Klebstoffentwicklung begann aber erst um 1910. Die ersten "echten" Kunststoffe, zu denen es in der Natur keine Parallelen gab, waren im übrigen die Phenolharze, die 1905 unter dem Produktnamen Bakelit auf den Markt kamen.

Historische Werbung für Kleber

Historische Werbung für Malerleime. © dpa

Der bis heute gebräuchlichste Kunststoff für die Klebstoffherstellung, das Polyvinylacetat, wurde 1914 von den Wissenschaftlern Rollet und Klatte zum Patent angemeldet. Es gelang aber erst 1920, diesen Grundstoff so sicher zu handhaben, dass er für die kommerzielle Klebstoffproduktion interessant wurde.

Trotz der Entdeckung immer neuer Kunststoffe erfuhren die altbekannten Blutalbumin-Leime mit dem ersten Weltkrieg einen neuen Aufschwung. Für den Bau der Flugzeuge benötigte man wasserfeste Sperrhölzer. Diese erhielt man, indem die Hölzer mit Albumin geklebt und anschließend unter Hitzeeinwirkung getrocknet wurden. Erst 1930 lösten moderne Kleber die Blutalbumin-Leime im Flugzeugbau ab.

Nach dem zweiten Weltkrieg ging die Entwicklung der Kunststoffe rasant weiter. Neue Entdeckungen folgten Schlag auf Schlag. Letzter großer Schritt war die Entwicklung von Klebstoffen auf Cyanacrylatbasis. Bekanntester Vertreter dieser Familie ist der Sekundenkleber.

Der Trend heute: Weg von Lösungsmitteln und hin zu Reaktionsklebstoffen und Schmelzklebstoffen. Das oberste Interesse gilt natürlich, neben der Klebekraft, der Umweltverträglichkeit der Klebstoffe.