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Ende des 19. Jahrhunderts herrschte in der Kunst der "akademische Stil" vor. Dieser versuchte, die Natur realistisch und exakt sowie möglichst ästhetisch wieder zu geben. In Frankreich entstand darauf die Gegenbewegung des Impressionismus. Statt der perfekten Wiedergabe des Objekts versuchten die Impressionisten, die natürlichen Lichtwirkungen und den persönlichen Eindruck festzuhalten. Sie arbeiteten oft in der freien Natur und stellten Alltagsdinge und -Situationen dar, keine inszenierten Szenen wie die akademische Kunst.

Die Impressionisten verwischten die Umrisse mit Absicht, um die starke Wirkung deutlich begrenzter Linien abzuschwächen und der Farbe mehr Gewicht zu verleihen. Sie konzentrierten sich auch auf die Schatten, die sie erstmals farbig darstellten. Tatsächlich sind Schatten farbig, nur nehmen wir sie meist nicht so wahr, weil wir meinen zu wissen, dass Schatten grau sind. Auch arbeiteten die Impressionisten oft mit einer Kombination von Pinselstrichen in den Primärfarben Rot, Gelb und Blau sowie deren Komplementärfarben Grün, Lila und Orange. Dadurch lassen sich auf den Bildern beliebige Farbeindrücke erreichen, wenn man sie von größerer Entfernung ansieht. Die so erreichten Farben wirken ihrer Meinung nach brillanter, als wenn man mit einer Mischung der Farben auf der Palette arbeitet.

Expressionismus

1905 stellte eine Gruppe von Künstlern im Pariser Herbstsalon aus, die von den Kritikern als "Le Fauves" (die wilden Tiere) bezeichnet wurden. Sie setzten Farbe nicht mehr so ein, wie es dem Eindruck in der Natur entsprach, sondern verwendeten sie bewusst anders, um bestimmten Stimmungen Ausdruck zu geben. Die grünen Straßen oder feuerroten Gesichter irritierten Besucher wie Kritiker und revolutionierten die Kunst.

Notre Dame, un fin d'après midi von Henri Matisse (1902). Um die Jahrhundertwende begannen Künstler, Farbe so auszuwählen, dass sie Stimmungen wiedergibt, nicht unbedingt die Realität.


Ernst Ludwig Kirchner, Fünf Frauen auf der Straße (1913). Auch die Expressionisten liebten kräftige Farben.

Zur gleichen Zeit bildeten sich in Deutschland die Künstlergruppen des Expressionismus. "Die Brücke" in Dresden wurde von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff gegründet, Emil Nolde, Max Pechstein und Otto Müller stießen später dazu. In München entstand "Der Blaue Reiter" mit Franz Marc, August Macke, Paul Klee, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter. Diese Künstler malten mit groben Strichen, vereinfachten Formen, großen Flächen und mit kräftigen Farben, die Stimmungen und Gefühle, und nicht die Natur, wiedergeben sollten.

Abstrakte Kunst

Einige Maler des Expressionismus wie Kandinsky und Klee entwickelten Anfang des 20. Jahrhunderts die abstrakte Kunst. Darin wird völlig auf die Wiedergabe von Dingen und die Darstellung der Realität verzichtet. Formen und Farben wirken für sich und sollen nichts darstellen oder abbilden. In dieser Kunstrichtung haben die Künstler die Möglichkeit, sich vollständig auf die Farbe zu konzentrieren.