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Im Mittelalter wurde vor allem die so genannte Illumination von Manuskripten betrieben. Dabei malte man mit Rindshaarpinseln und Gänsefedern auf Pergament, das aus Tierhaut hergestellt wird. Alle Bücher waren zu dieser Zeit Handschriften, die Druckerpresse wurde erst Mitte des 15. Jahrhunderts erfunden. Der Wert eines Buches wurde durch kostbare Verzierungen der Buchstaben und illustrative Miniaturen noch gesteigert.

An neuen Farben kamen in dieser Zeit Ultramarin, Goldgelb, Bleirot und Grüngrau hinzu.

Färberei

Schon im antiken Ägypten, Persien und China wurde die Kunst des Färbens praktiziert. Doch die Farbe der Kleidung war lange Zeit keine Geschmacks-, sondern eine Geldfrage. Purpur war beispielsweise deshalb Fürsten und Kardinälen vorbehalten, weil es so unglaublich teuer war. Es wurde buchstäblich mit Gold aufgewogen.

Doch es gab auch einige günstigere Farbstoffe. Dazu gehörte etwa Indigo, der aus dem indischen Indigo-Strauch oder aus dem mitteleuropäischen Waid-Strauch stammte. Blau war daher lange die Farbe der Dienstboten.

Die Färberei war jedoch anstrengendes und übelriechendes Geschäft.

Das Färben mit Indigo lief folgendermasen ab:
Ein Bottich mit eingeweichtem Waid wurde mehre Tage in die pralle Sonne gestellt. Zum Einweichen verwendete man nicht etwa Wasser, sondern Urin. Dieser begann zusammen mit dem Waid in der Hitze zu gären und löste den Farbstoff aus den Blättern. Je stärker die Gärung, desto besser das Ergebnis. Daher wurde der Prozess durch die Zugabe von Alkohol unterstützt. Dieser war jedoch zu teuer, um ihn direkt in die Brühe zu schütten, und so betranken sich die Färber erst einmal ordentlich, bevor sie den Waid wässerten. Solange gefärbt wurde, hatten sie nicht viel mehr zu tun, als den Waid immer gut bedeckt zu halten und ab und zu die stinkende Brühe umzurühren.
Von der Blaufärberei stammt der Ausdruck "blau sein" wenn man betrunken ist. Auch der "Blaue Montag" lässt sich darauf zurückführen, weil angeblich besonders gerne sonntags die zu färbenden Stoffe in die Bottiche geworfen wurden und dort für einen halben Tag einweichten. Blau wurden sie aber erst am folgenden Montag, wenn man sie zum Trocknen in die Sonne hängte. Das Licht wandelt die Vorstufe des Farbstoffs in den blauen Indigo um. Während dessen schliefen die Färber ihren Rausch aus.

Renaissance

Die Renaissance stand ganz im Zeichen der naturgetreuen Darstellung der Dinge. Die Künstler versuchten, alles möglichst naturgetreu abzubilden. Dazu machten sie unzählige Zeichenstudien, um die Objekte, die sie malten, noch besser zu verstehen und somit abbilden zu können.

Erfindung der Ölfarbe

In den ersten Jahrhunderten nach Christus wurde in China bereits mit Ölfarbe gemalt. Auch die Römer verwendeten Ölfarbe, um Schilde der Legionäre anzumalen. Doch erst im 15. Jahrhundert setzte sich die Ölfarbe als wichtigste Technik in der Malerei durch. Der niederländische Künstler Jan van Eyck perfektionierte die Ölfarben und schaffte es, eine Mischung herzustellen, die schnell und ohne Risse trocknete.

Ölfarben bestehen aus Öl und (nicht löslichen) Pigmenten. Mit ihnen kann man auf fast jedem Untergrund malen, es entstehen widerstandsfähige und brillant wirkende Anstriche. Sie wurden bis zum 19. Jahrhundert stets frisch im Maleratelier hergestellt. Seit 1840 konnte man fertige Ölfarbe aus industrieller Produktion in kleinen Lederbeuteln kaufen. Bald wurden die Farben in spritzenartigen Glasröhrchen, dann in den bis heute üblichen Metalltuben verkauft. Der Vorteil der industriell hergestellten Farben ist, dass mit ihnen immer exakt derselbe Farbton getroffen werden kann.