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Die ersten künstlichen Farben stellten die Ägypter vor etwa 5.000 Jahren her. Ägyptisch Blau wurde durch Brennen eines Gemisches aus verschiedenen Mineralien gewonnen. Bleiweiß war ebenfalls eine der ersten künstlich hergestellten Farben und wurde mit Hilfe von Essig aus reinem Blei gewonnen. In den folgenden Jahrhunderten wurden einige wenige weitere künstliche Farben produziert, doch die meisten Farben waren natürlich. Indigo zum Beispiel stammte aus der Indigopflanze, Purpur aus einer Schnecke.

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Der britische Chemiker Peter Woulfe stellte 1771 Pikrinsäure her, einen künstlichen Farbstoff, den er durch Oxidation von Indigo erhielt. Dieser Farbstoff konnte sich nicht durchsetzen, da er giftig ist und in getrocknetem Zustand leicht explodiert.

1856 gelang es dem britischen Chemiker William Perkin, den ersten künstlichen organischen Farbstoff zu synthetisieren, der sich praktisch anwenden lies. Perkin war eigentlich auf der Suche nach einer Möglichkeit, das Malariamittel Chinin herzustellen, als er eine tiefviolette Substanz erhielt. Er stellte fest, dass diese sich als Farbstoff hervorragend Eigenschaften hatte und medete ihn unter dem Namen Mauvein zum Patent an. In seiner eigenen Fabrik stellte er den Farbstoff in großen Mengen her - ein wirtschaftlicher Erfolg.

Perkin hatte den ersten Anilin-Farbstoff entdeckt. Aus dieser Gruppe, aber auch aus vielen anderen organischen Stoffklassen wurden in den folgenden Jahren wurden immer mehr künstliche Farbstoffe hergestellt und in großindustriellem Maßstab gefertigt. 1863 wurde die Farbenfabrik Bayer und die Farbwerke Hoechst gegründet. 1865 folgt BASF, die Badische Anilin- und Sodafabrik, kurz darauf AgfA die Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation. Fast alle Chemieunternehmen in Deutschland sind aus Unternehmen zur Herstellung von synthetischen Farbstoffen hervorgegangen.

Die Palette von künstlichen Farbstoffen wurde immer breiter, und bald verdrängten industriell hergestellte Farbstoffe die identischen natürlichen Farbstoffe. Das bekannteste Beispiel ist Indigo, das seit 1897 im Labor hergestellt werden kann. Mitte der 1910er Jahre werden die Indigo-Plantagen in Indien fast vollständig in Ackerland umgewandelt, weil der Farbstoff aus dem Indigostrauch nicht mit seinem industriell hergestellten Pendant konkurrieren kann.


Indigoproduktion bei BASF in den Gründungstagen © basf