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Die Wahrnehmung von Farben ist subjektiv und von der Kultur geprägt. Dass Farben eine Wirkung auf die Psyche haben, ist unbestritten. Die Wirkung einer Farbe genau zu bestimmen, ist jedoch schwierig. Ziemlich eindeutig ist die Verwendung der Signalfarbe Rot in vielen Kulturen. Rot ist auch ein Kommunikationsmittel bei Wirbeltieren. Der geschwollene Kamm des Hahns, der rote Hintern der Pavianweibchen oder das zornesrote Gesicht eines Angreifers senden dem Gegenüber deutliche Signale.

In der westlichen Kultur ist Schwarz die Farbe der Trauer, in Asien ist es Weiß. Manche Kulturen verwenden dafür auch Gold oder Purpur. Engländer und Amerikaner sagen "feeling blue", wenn sie trüber Stimmung sind, im Deutschen gibt es nur "Blau sein" - was etwas ganz anderes heißt. "Seeing red" hat dagegen die gleiche Bedeutung wie "Rot sehen". Den Eskimos wird nachgesagt, sie hätten 17 verschiedene Wörter für Weiß.

Farblehre

Viele Maler und Wissenschaftler haben versucht, eine objektive Ordnung in die subjektiven Farben zu bringen. Besonders bekannt sind die Farblehren von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) sowie von Johannes Itten (1888-1967).

Goethe beschäftigte sich bei seinen naturwissenschaftlichen Studien mit dem Licht und den Farben. Dabei entwarf er mehrere Modelle von Farbkreisen. Er ordnete den Farben jeweils bestimmte Eigenschaften zu.


Farbkreis von Johann Wolfgang von Goethe

Die meisten Farblehren bauen auf den drei Primärfarben Gelb, Rot und Blau auf. Sie lassen sich nicht durch Mischen anderer Farben herstellen.


Der Farbkreis von Itten. Die Komplementärfarben stehen sich jeweils gegenüber. Zusammen ergeben sie immer Schwarz. (Die Komplementärfarbe ist der Teil, welcher der Farbe fehlt, um "komplett" Schwarz zu sein.)

Aus ihnen lassen sich alle anderen Farben mischen. Itten hat den von Newton eingeführten Farbkreis übernommen und perfektioniert. In Ittens bekanntestem Farbkreis sind die zwölf Farben enthalten, die sich durch Mischen der Primärfarben ergeben. Mischt man je zwei der Primärfarben, ergeben sich die so genannten Sekundärfarben. Diese werden im Farbkreis zwischen den zwei Primärfarben angeordnet, aus denen sie sich mischen lassen. Die Sekundärfarben sind: Orange, Violett und Grün. Mischt man die jeweils nebeneinander stehenden Primär- und Sekundärfarben, entstehen sechs weitere Farben, die Tertiärfarben: Gelborange, Rotorange, Rotviolett, Blauviolett, Blaugrün und Gelbgrün.