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Das Auge ist in der Evolution mehrfach entstanden. So gibt es verschiedene Modelle, die alle den Zweck haben, das Lebewesen über seine Umgebung zu orientieren. Sie funktionieren teilweise sehr unterschiedlich, und wir könnten uns mit anderen Lebewesen kaum über Farben unterhalten - manche sehen nur schwarz-weiß, andere können ganz andere Farben wahrnehmen als wir. Die Wirbeltiere haben aber alle denselben Augentyp. Unterschiede gibt es zu anderen Tiergruppen.

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Das menschliche Auge und das Auge eines Uhus funktioniert im Prinzip ähnlich. © dpa

Die Augen der Wirbeltiere sind alle ähnlich aufgebaut. Unterschiede gibt es beispielsweise bei der Lichtempfindlichkeit oder der Fähigkeit, auf weite Entfernungen Details zu erkennen.

Einzelzelle

Schon Tiere, die aus nur einer einzigen Zelle bestehen, können sehen. Das nur unter dem Mikroskop sichtbare einzellige Augentierchen Euglena besitzt eine Struktur, mit der es Licht wahrnehmen und sich so im Wasser orientieren kann.

Euglena
Der Einzeller Euglena unter dem Lichtmikroskop. Am oben liegenden Ende ist der
orange pigmentierte "Augenfleck" zu erkennen. Dieser sorgt für die Beschattung
der lichtempfindlichen Zellstruktur und damit für eine räumliche Orientierung bei der Bewegung

Becherauge

Eine Weiterentwicklung bei den Mehrzellern ist das Becherauge, wie es die im Wasser lebenden Strudelwürmer haben. Dabei sitzen mehrere Sinneszellen in einer becherartigen Vertiefung. Dadurch können die Tiere unterscheiden, aus welcher Richtung das Licht kommt. Ein scharfes Bild der Umgebung lässt sich damit nicht erreichen, dazu musste in der Evolution erst die Linse entstehen, mit der sich das Bild scharf stellen lässt.

Komplexauge

Insekten und Krebse haben so genannte Komplexaugen. Sie bestehen aus einer Vielzahl einzelner Komplexe weniger Zellen, die jede für sich wie ein winziges Auge funktioniert. Sie haben eine Linse und acht bis neun Sehzellen. Die einzelnen Komplexe sind halbkugelförmig angeordnet und treten aus dem Körper hervor, damit das Tier ein möglichst großes Sichtfeld hat. Das Gehirn setzt aus den vielen Signalen der Komplexe ein Bild zusammen. Bei einer Libelle besteht ein Auge aus circa 30.000 Komplexen.

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Libelle und Insektenaugen unter dem Rasterelektronenmikroskop. © dpa