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Wasser ist die Grundlage des Lebens. In allen Kulturen der Menschheit spielt es daher eine wichtige Rolle – nicht nur praktisch, sondern auch mystisch. Der griechische Philosoph und Forscher Thales von Milet etwa vertrat um 600 v. Chr. die Theorie, alle Materie bestünde aus Wasser. Auch die Babylonier hatten ähnliche Vorstellungen. Bis heute ranken sich viele Mythen ums Wasser. Manche sind wissenschaftlich belegbar, andere schlicht Unsinn – oder ein Mittel, gutgläubigen Menschen Geld aus der Tasche zu ziehen.

Wasser – noch heute mythisch.

Wasser – noch heute mythisch. © dpa

Eine recht verbreitete Ansicht ist, dass Wasser Informationen speichert, die sich mit etablierten wissenschaftlichen Methoden nicht nachweisen lassen. Die Vertreter dieser Theorien gehen davon aus, dass Wasser auch dann noch „Informationen“ über Inhaltsstoffe enthält, wenn sich diese darin nicht mehr nachweisen lassen und sogar, wenn das Wasser rein rechnerisch kein einziges Atom der Stoffe mehr enthalten kann. So seien Informationen über Schwermetalle, Pflanzenschutzmittel und andere schädliche Stoffe im Wasser fast aller Trinkwasserquellen gespeichert.

Um diese Informationen zu löschen oder um das Wasser zu „energetisieren“ bzw. um es zu „beleben“ werden diverse Geräte verkauft. Diese arbeiten beispielsweise mit „Informationswasser“, das seine Informationen auf anderes Wasser übertragen kann – durch Vorbeifließen an einem mit „Informationswasser“ befülltem Behälter. Andere Verfahren arbeiten mit Magneten oder elektrischem Strom. Bei weiteren werden Metalle, Kristalle oder Steine ins Wasser eingebracht oder nur außen an den Wasserrohren montiert.

Als Vorteile dieser Behandlungen werden zum Beispiel angegeben:
  • „erhöhte Haltbarkeit“ durch „Veränderung der Mikrobiologie“ (wobei zu hoffen ist, dass das Wasser auch durch diese Behandlung frei von Mikroben bleibt)
  • besserer Geschmack
  • fühlt sich „weicher“ an
  • Klärung
  • Steigerung des Wohlbefindens
  • gibt Obst, Gemüse oder auch Getränken mehr Frische und Geschmack; erhöht deren Haltbarkeit
  • sorgt für besseres Pflanzenwachstum und Blütenpracht
  • verbesserte Lösungskraft für Schmutz
Alle diese Dinge ließen sich bisher nicht mit naturwissenschaftlich anerkannten Methoden nachweisen. Auch wissenschaftlich stichhaltige Erklärungen finden sich nicht. Als Gegenargument wird ins Feld geführt, dass die Homöopathie sich auch nicht mit den Mitteln der etablierten Wissenschaft erklären lässt, sie aber nachgewiesenermaßen wirkt.

Auffällig ist nur, dass die Hersteller der meist recht teuren Geräte zur „Energetisierung“ von Wasser fast immer versuchen, wissenschaftliche oder zumindest wissenschaftlich klingende Erklärungen anzubieten, die von Laien oft für bare Münze genommen werden.