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Fast alle Nahrungsmittel verderben, wenn sie längere Zeit gelagert werden. Die Inhaltsstoffe zersetzen sich selbst. Die Zellen einer Banane zum Beispiel werden nach der Ernte nicht mehr von der Pflanze mit Energie versorgt. Nach und nach platzen die Zellwände, die Eiweiße werden zerstört und andere Zerfallserscheinungen setzen ein. Hinzu kommt, dass Bakterien und Pilze den Zersetzungsprozess erheblich beschleunigen können.

Schon früh erkannten die Menschen, dass Kühlung diese Prozesse verlangsamt. In den griechischen und römischen Hochkulturen der Antike gab es in den Häusern reicher Adelsfamilien Kellerräume, die mit Holz und Stroh isoliert waren. Dort wurden Eisblöcke aus den Bergen deponiert, die den Raum über Wochen hinweg so kühl hielten, dass Vorräte darin fast so gut gelagert werden konnten wie in heutigen Kühlschränken. Der römische Schriftsteller Martial berichtet, dass das Eis teurer gewesen sei, als der damit gekühlte Wein.

Nach diesem Prinzip wurde über Jahrhunderte hinweg gekühlt. Bis ins 20. Jahrhundert hinein gab es den „Eisschrank“, eine Holzkiste, die innen mit Metall ausgekleidet war und alle zwei Tage mit einem neuen Eisblock befüllt werden musste.

Vom Eis- zum Kühlschrank

Das erste mechanische Kühlsystem erfand 1844 der amerikanische Physiker John Gorrie, um Krankenhäuser zu klimatisieren. Sein Landsmann Alexander C. Twinning vermarktete kurz darauf die ersten kommerziellen Kühlsysteme.

Der Eismann machte früher täglich seine Runde durch die Straßen, um für Nachschub der Eisschränke zu sorgen. © DPA

Der Eismann machte früher täglich seine Runde durch die Straßen,
um für Nachschub in den Eisschränken zu sorgen. © dpa

Bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts waren die Kühlsysteme so teuer und groß, die verwendeten Materialien so gefährlich, dass Privathaushalte nach wie vor mit Eisschränken lebten.
1918 verkaufte die Firma „Kelvinator“ in Amerika 67 Kühlschränke für private Haushalte.

Kelvinator 1927

Kelvinator 1927

Die schwedische Firma Electrolux erwarb 1925 von zwei Studenten, die ein neues Kühlverfahren erfunden hatten, das Patent für ihre revolutionäre Technik. Dadurch konnte Elektrolux bis 1936 eine Million Kühlschränke verkaufen. Nach dem II. Weltkrieg hielt das Gerät in praktisch jeden Haushalt Einzug.

Historische Werbung für einen hochmodernen elektrischen Kühlschrank. © DPA

Historische Werbung für einen hochmodernen elektrischen Kühlschrank. © dpa

Diese weite Verbreitung stellte sich in den 70er- und 80er-Jahren als Problem heraus. Denn als Kühlmittel wurden fluorierte Kohlenwasserstoffe (FCKW) verwendet, welche die vor UV-Strahlung schützende Ozon-Schicht der Erde zerstören. Die Umstellung auf FCKW-freie Geräte und solche, die weniger Energie verbrauchen, dauert selbst in den Industrienationen bis heute an.