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Das Konstruktionsprinzip eines Iglus ist einfach: man braucht nur eine Menge Schnee, einen Spaten und eine Säge. Zur Not genügt auch ein Brett oder ein Ski. Allerdings ist dabei Vorsicht geboten. Denn es gibt zwei Arten von tückischen Konstruktionsfehlern: Das Iglu kann die Insassen unter sich begraben oder es kann so dicht sein, dass nicht genügend Sauerstoff zum Atmen nach innen gelangt. Deshalb sollte man beim ersten eigenen Iglu-Bau unbedingt einen Experten dabei haben.

Das Prinzip ist einfach, die Umsetzung erfordert jedoch Geschick: Iglubau. © DPA

Das Prinzip ist einfach, die Umsetzung erfordert jedoch Geschick: Iglubau.
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Im Prinzip läuft ein Iglubau so ab: Man sucht möglichst kompakten Schnee und schneidet daraus Blöcke von etwa einem halben Meter Kantenlänge. Daraus bildet man einen Kreis mit einem Umfang von zwei bis drei Metern. Spiralförmig werden die Blöcke aufeinander geschichtet, dabei versetzt man sie konisch zur Mitte hin, bis schließlich eine Kuppel entstanden ist. Die Aussparung für den Eingang sollte man nicht vergessen. Vor den Eingang legt man später weitere Blöcke, um den Wind abzuhalten.

Kritisch ist das Einfügen des Schlusssteins, dem letzten Block ganz oben in der Decke des Iglus. Es erfordert einiges Können, ihn so zuzuschneiden, dass er genau die letzte Lücke füllt. Ein Teil der verbleibenden Löcher zwischen den Blöcken des Iglus kann noch mit Schnee gestopft werden – aber keinesfalls alle, sonst ist die Sauerstoffversorgung im Iglu gefährdet.

Warum ist es im Iglu warm?

Schnee schließt zwischen 90 und 25 Prozent Luft ein, je nachdem wie alt und kompakt er ist. Luft ist ein hervorragender Dämmstoff, wenn sie nicht zirkulieren kann. Styropor funktioniert nach dem gleichen Prinzip: In wenig feste Materie ist viel Luft eingeschlossen. Das macht das Ganze relativ leicht und gut isolierend.

Im Iglu wird es wohlig warm. © Mauritius

Im Iglu wird es wohlig warm. © Mauritius

Die Wand des Iglus dient also als recht guter Isolator gegen die sehr kalte Umgebung und den Wind. Durch die Körperwärme der Insassen wird die Luft im Iglu erwärmt, die warme Luft steigt nach oben. Dort kann sie nicht entweichen – vorausgesetzt, der Eingang des Iglus ist niedrig genug. Die mollig warme Luft bleibt drinnen, die kalte Luft von draußen kann nicht hinein. Und durch Wärmeleitung geht kaum etwas nach draußen verloren, weil Schnee ein guter Isolator ist.

Mit der Zeit wird die innere Wand des Iglus eisig. Hier taut der Schnee an und friert teilweise wieder fest. Dieser Prozess beeinträchtigt die Stabilität, und langfristig würde auch die Isolierwirkung immer schlechter, da Eis kaum noch Luft einschließt und es damit viel schlechter isoliert. Deshalb ist die Haltbarkeit eines Iglus begrenzt. Je nach Baugeschick, Sonneneinstrahlung und Außentemperatur muss nach einigen Tagen oder wenigen Wochen ein neues Iglu errichtet werden.