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Bereits in den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts erfand der amerikanische Ingenieur Tropeano die Schneekanone. Seitdem kommt sie in den USA zum Einsatz, seit den 70er-Jahren auch in Europa. Schätzungen gehen davon aus, dass in den USA 2.000 Hektar, in Europa 2.500 Hektar künstlich beschneit werden.

Viele Wintersportorte leiden unter Schneemangel und versuchen zunehmend, das durch Schneekanonen zu beheben. © DPA

Viele Wintersportorte leiden unter Schneemangel und versuchen zunehmend,
das durch Schneekanonen zu beheben. © dpa

Es gibt zwei Typen von Beschneiungsanlagen:
  • Hochdruck-Schneekanonen: Wasser wird mit Druckluft zerstäubt und in die Luft geblasen. Diese Geräte sind am Pistenrand fest montiert.
  • Niederdruck-Schneekanonen: Wasser wird mit einem Gebläse versprüht. Diese Geräte sind mobil einsetzbar.

Niederdruck-Schneekanonen© DPA
Niederdruck-Schneekanone © dpa
Hochdruck-Schneekanone© DPA
Hochdruck-Schneekanone © dpa

Prinzipiell funktionieren Schneekanonen wie der natürliche Schneefall, nur muss die Schneebildung sehr schnell ablaufen, da der Weg zum Boden nur wenige Meter beträgt. In dieser Zeit können sich keine großen, lockeren Schneeflocken bilden, sondern nur relativ kompakte Kristalle.

Ökologische Aspekte

Damit das Wasser schon bei höheren Temperaturen friert, setzt man dem Wasser der Schneekanonen Bakterien (Pseudomonaden) zu. Diese auf Pflanzen vorkommenden Bakterien haben an ihrer Außenseite ein Eiweiß, das den Gefrierpunkt heraufsetzt und damit den natürlichen Frostschutzmechanismus der Pflanzen stört. Diese Eigenschaft macht man sich bei den Schneekanonen zunutze, weil durch einen höheren Gefrierpunkt der Energiebedarf etwas gesenkt werden kann. Die Bakterien werden zuvor mit radioaktiver Strahlung abgetötet und gefriergetrocknet, können sich also nicht mehr vermehren. Dennoch ist ihre Verwendung in Deutschland und in der Regel auch in allen österreichischen Gemeinden verboten.

Um 30 Zentimeter Schnee auf einer Fläche von einem Hektar zu erzeugen, braucht man eine Million Liter Wasser. Für eine Fläche von einem Quadratmeter braucht man demnach etwa 100 Liter Wasser. Wird das Wasser Bächen, Flüssen und Seen entnommen, kann dies das ökologische Gleichgewicht darin stören. Denn die Gewässer führen im Winter ohnehin nur wenig Wasser.

Wird Alpenbächen zuviel Wasser für Schneekanonen entzogen, kann das ihr natürliches Gleichgewicht langfristig empfindlich stören.

Wird Alpenbächen zuviel Wasser für Schneekanonen entzogen,
kann das ihr natürliches Gleichgewicht langfristig empfindlich stören. © dpa

Durch die Beschneiung von Pisten versuchen die Wintersportorte, die Saison zu verlängern und die Schneemenge zu erhöhen. Bei der Schneeschmelze fließt daher eine größere Menge an Wasser zu Tal. Das kann die Erosion, also die Schädigung durch das Abtragen von Erde und Gestein, sowie das Mitreißen von Pflanzen verstärken.

Kunstschnee ist durch den Herstellungsprozess viel dichter als Schnee, der über Hunderte von Höhenmetern in den Wolken langsam gewachsen ist. Durch die große Wassermenge beim Abschmelzen können im Erdreich Fäulnisprozesse und verstärkte Schimmelbildung stattfinden. Die Artenzusammensetzung der zum Teil ökologisch wertvollen Bergwiesen wird dadurch verändert, seltene Arten sind bedroht.

Die Lärmbelästigung durch die Anlagen ist für Anwohner, Feriengäste und Tiere beträchtlich. Außerdem verbrauchen die Geräte viel Strom.