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Im ersten Jahrtausend vor Christus haben Gelehrte in China bereits beobachtet, dass Schneekristalle immer eine sechszählige Geometrie haben. Deshalb wurde in der chinesischen Alchemie das Wasser mit der Zahl sechs verbunden.

Doch im Westen setzte sich diese Erkenntnis erst im 17. Jahrhundert durch. Der Astronom Johannes Kepler (1571-1630) verfasste das Werk „De nive sexangula“ (Vom sechseckigen Schnee). Darin spekulierte er über den Grund für die Regelmäßigkeit der Schneeflocken. Die Schlüsse, zu denen er kam, waren aus heutiger Sicht falsch – doch stellte er die richtigen Fragen und versuchte als erster, eine wissenschaftliche Erklärung für das Phänomen zu finden.

Zeichnungen aus Robert Hookes „Micrographia“ von 1665 – die erste umfassende Veröffentlichung mit mikroskopischen Zeichnungen. © www.snowcrystals.net

Zeichnungen aus Robert Hookes „Micrographia“ von 1665 – die erste umfassende
Veröffentlichung mit mikroskopischen Zeichnungen. © www.snowcrystals.net

1762 wies der Franzose M. Guettard nach, dass die Form der Schneeflocken von der Temperatur abhängt. Um 1930 lies der Japaner Ukichiro Nakaya unter kontrollierten Bedingungen Schneeflocken in einer Kühlkammer wachsen. Er bestätigte, dass der wesentliche Faktor für die Form des Schnees tatsächlich die Temperatur ist; einen weiteren Einfluss hat außerdem die Luftfeuchtigkeit.

Das letzte Geheimnis des Schnees

Warum Schneeflocken immer eine sechszählige Geometrie haben und warum sich die Arme immer im 60 Grad-Winkel verzweigen, ist geklärt. Doch noch immer unklar ist, warum sich alle sechs Arme einer Schneeflocke identisch entwickeln. Eine Theorie besagt, dass aufgrund der äußeren Bedingungen und der räumlichen Erfordernisse jeweils nur das Wachstum möglich sei, das tatsächlich an allen Armen auftritt. Ob das tatsächlich die Erklärung ist, muss sich noch zeigen. Eine weitere Theorie besagt laut dem britischen Physiker und Wissenschaftsjournalisten Philip Ball, dass das Gitter des Kristalls sehr schwache Schwingungen habe, die für dieses koordinierte Wachstum der an sich unabhängigen Arme verantwortlich seien.