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Zum Glück, Themenwoche 2013, ARD Logo Unterricht Identität und Lebenswandel
Teaser

Die Suche nach einer eigenen Identität ist für viele Jugendliche nicht einfach. Zwar haben sie mehr Freiheiten als frühere Generationen. Aber auch heute noch gibt es Erwartungen von außen, denen sie gerecht werden sollen. Dabei sind die Erwartungen der Peer Group oft andere als die von Familie oder dem übrigen sozialen Umfeld. Auch die Medien prägen Rollenbilder. Vor allem Jugendliche mit Migrationsbiografie, aber keineswegs nur sie, können hier leicht in existenzielle Konflikte geraten.

Dieser Unterrichtseinheit greift diese Thematik auf. Den Anfangsimpuls zu der Auseinandersetzung setzt der Film "Liebe und Sex" aus der Filmreihe "Früher. Später. Jetzt." Der Film zeigt, wie sich gesellschaftliche Werte und Konventionen im Bezug auf Liebe und Partnerschaft in Deutschland von den 1950er Jahren bis heute verändert haben und schafft so ein Bewusstsein dafür, dass sich gesellschaftliche Werte im steten Wandel befinden. Unter anderem wird darin die Lebensgeschichte eines Homosexuellen aufgegriffen, der unter dem Druck gesellschaftlicher Erwartungen 20 Jahre lang als Ehemann und Familienvater lebte. Die Auseinandersetzung mit den Beispielen aus dem Film erleichtert die Übertragung der Thematik auf die eigene Situation. Abschließend gibt es eine Recherche zu Institutionen in der jeweiligen Heimatregion, an die sich Menschen in Krisensituationen wenden können.

Angesprochene Themen:

  • Wandel der Formen und Situationen von Lebensgemeinschaften
  • Personale Identität und persönliche Lebensgestaltung im Spannungsfeld von Selbstverwirklichung und sozialen Erwartungen

Jahrgangsstufen

  • Klassen 7 - 10

Der Film:


Einstieg mit dem Film

Zunächst sehen die Schülerinnen und Schüler den Film. Er macht mit historischen Sequenzen und vielen Interviewausschnitten deutlich, wie stark soziale Erwartungen das Leben des Einzelnen im Deutschland der vergangenen 60 Jahre prägten: Früher wurde früh geheiratet, voreheliche Beziehungen gab es zwar, aber sie galten als unschicklich. Was der Erwartungsdruck für Auswirkungen hatte, zeigt der Film exemplarisch an der Lebensgeschichte von Butz Brand, der als schwuler Mann jahrzehntelang mit seinem Outing wartete und in einer Familie mit Ehefrau und Kindern lebte. Die Schülerinnen und Schüler zeichnen mithilfe einer Mind Map nach, welche verschiedenen Erwartungshalten sein Leben beeinflussten. Die persönliche Distanz der Jugendlichen zu den Werten früherer Jahrzehnte erleichtert es dabei, sich der abstrakten Thematik sozialer Erwartungen zu nähern.

öffnet pdf-Dokument, Größe: 708 KB Butz Brand


Erwartungen heute

Im zweiten Schritt übertragen die Schülerinnen und Schüler die Erkenntnisse auf ihre eigene Situation heute. Sie überlegen zunächst in Einzelarbeit, welchen Erwartungen sie selbst und andere Gleichaltrige ausgesetzt sind oder sein können. Anschließend übertragen sie diese in Gruppenarbeit in eine neue Mind Map nach dem Vorbild von AB1. Diese Mind Map soll ein möglichst vielfältiges Bild zeigen: Es geht weniger um einen konkreten Jugendlichen, sondern um die Gesamtheit. Dass darauf widersprüchliche Erwartungen zu finden sind – was besonders leicht in einer heterogenen Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus verschiedenen kulturellen Hintergründen vorkommen kann – ist deshalb gewünscht. Im anschließenden Unterrichtsgespräch werden diese widersprüchlichen Erwartungen besonders herausgearbeitet. Ziel ist die Erkenntnis: Je mehr Erwartungen es gibt und je unterschiedlicher diese sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit für eine Krise oder einen inneren Konflikt.

öffnet pdf-Dokument, Größe: 708 KB Erwartungen


Helfer in Konfliktsituationen

Zum Abschluss folgt eine Recherche nach Institutionen, die bei Konflikten beraten und unterstützen können. In jeder Kommune gibt es Institutionen, die Jugendlichen in Krisensituationen helfen können. Die Schülerinnen und Schüler überlegen sich zunächst eine mögliche Situation, die einen Jugendlichen in eine existenzielle Krise stürzen könnte, und suchen anschließend im Internet nach möglichen Helfern in der Region und nach Hilfe-Seiten im Internet. Die Schülerinnen und Schüler überlegen sich einen fiktiven Fall, der sie interessiert oder bewegt. Das schafft für jede und jeden individuell den Raum, sich mit den Aspekten zu befassen, die ihnen aktuell nahe liegen – möglicherweise aus einer persönlichen Erfahrung heraus. Das müssen sie aber nicht offenlegen. Außerdem nennen die Jugendlichen so unterschiedliche Einrichtungen und es entsteht eine Liste nützlicher Anlaufstellen.

Hilfe-Seiten im Internet sind bei Jugendlichen sehr beliebt: Die Angebote sind niederschwellig und können oft anonym wahrgenommen werden. Eine Frage im Online-Forum oder Chat zu stellen fällt wesentlich leichter als sich am Telefon oder gar persönlich unbekannten Erwachsenen zu offenbaren. Aber: Nicht immer stecken seriöse Einrichtungen und Organisationen hinter den Ratgebern. Hier sollten die einzelnen Recherche-Ergebnisse mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam durchgegangen und bewertet werden. Dafür ist ein Internet-Zugang mit Beamer für den Unterricht erforderlich.

öffnet pdf-Dokument, Größe: 708 KB Konflikte


Mehr zum Thema bei Planet Schule

Außer mit "Liebe und Sex" befasst sich die Reihe "Früher. Später. Jetzt." noch mit den Themenkomplexen "Familie" und "Schönheit". Auch dabei geht es um die Gesellschaft im Wandel der Zeit, so zum Beispiel um veränderte Schönheitsideale oder um Familienstrukturen und Erziehungsstile.

Früher. Später. Jetzt

Die Reihe "Entscheide dich!" begleitet Jugendliche in Konfliktsituationen. Themen der zahlreichen Einzelfolgen sind beispielsweise "Jetzt ein Kind?" oder "Schwul und stolz darauf?", aber auch die Frage, ob es sinnvoll ist, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen. Eine Moderatorin beleuchtet jeweils gemeinsam mit den Jugendlichen das Für und Wider einer Situation und erleichtert ihnen damit die Entscheidungsfindung.

Entscheide Dich!


 

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