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Zum Glück, Themenwoche 2013, ARD Logo Unterricht Ethik Gluecksbehinderung
Teaser

Ist jeder Mensch selbst für sein Glück verantwortlich? Gibt es gesellschaftliche Bedingungen, die Menschen in ihrem Streben nach Glück behindern?
Im Mittelpunkt dieser Unterrichtseinheit stehen Menschen, die in den Augen vieler Menschen "anders" sind – homosexuell, körperlich beeinträchtigt, Außenseiter oder einfach arm und deshalb in ihren Möglichkeiten zur freien Entfaltung behindert. Die Schülerinnen und Schüler versetzen sich in die Position dieser Jugendlichen. Was hindert sie möglicherweise am Glück, was macht ihnen das Leben schwer – die körperliche Behinderung, die Menschen, die ihnen kaum etwas zutrauen und ihnen das Dazugehören verweigern oder die gesellschaftlichen Bedingungen, die Inklusion erschweren?
Die Unterrichtseinheit ist für inklusive Lerngruppen konzipiert und deshalb einfach, anschaulich und handlungsorientiert angelegt. Das Thema ist gut geeignet, die Schülerinnen und Schüler untereinander ins Gespräch zu bringen und über das gemeinsame Miteinander in der Lerngruppe nachzudenken.

Angesprochene Themen:

  • Vorurteile und Toleranz
  • Anderssein, Begegnung mit dem Fremden
  • Spannungsfeld zwischen Selbstverwirklichung und sozialen Erwartungen
  • gesellschaftliche Bedingungen von Glück

Filme bei Planet Schule:
Folgende Filme können in die Unterrichtseinheit einbezogen werden:
Entscheide dich! Schwul und stolz darauf
Cartonera – Kinderarbeit in Argentinien
Herr Rücker

Aktivierungsphase
Zur Aktivierung der Schülerinnen und Schüler kann folgende Frage in den Raum gestellt werden, die in der abschließenden Diskussionsrunde wieder aufgenommen werden sollte: "Ist jeder Mensch für sein Glück selbst verantwortlich oder haben manche Menschen einfach mehr Glück als andere? Fällt es den einen leichter, glücklich zu sein, als anderen?" Die Schülerinnen und Schüler sollten kurz Zeit bekommen, über diese Frage nachzudenken.
Im Anschluss erhalten sie Arbeitsblatt 1 "Porträts" mit den Porträts der vier Jugendlichen, deren Lebenssituation kurz beschrieben wird.

öffnet pdf-Dokument, Größe: 708 KB Porträts


Perspektivwechsel mit Personenporträts

Die Beschreibungen reichen eigentlich aus, um die Personen und ihre besonderen Probleme kennenzulernen. Je nach Zeit und Möglichkeiten können sich die Schülerinnen und Schüler auch näher mit den Personen beschäftigen: Drei Personen sind aus Filmen von Planet Schule, die vierte Person ist in einem schriftlichen Porträt näher beschrieben.

- Timo. Der Jugendliche geht auf eine Hauptschule und ist schwul. Dort wird er wegen seiner Homosexualität von den Mitschülern gemobbt. In einer Gruppe homosexueller Jugendlicher findet er Wertschätzung und Unterstützung.
- Nico. Nico ist ein Außenseiter an seiner Schule und wird von den Klassenkameraden wenig geschätzt. Er hat sich aber eine eigene Aufgabe in der Schule gesucht, mit der er zufrieden ist. Für eine kurze Einführung eignet sich der Filmausschnitt vom Anfang bis 01:30 Min.
- Tamara. Tamara lebt mit ihrer Familie in einem Slum in Buenos Aires in Argentinien. Sie muss als Müllsammlerin arbeiten, um den Lebensunterhalt der Familie mitzufinanzieren. Mit ihrer Situation hat sie sich arrangiert und kann ihr auch schöne Seiten abgewinnen. Auch hat sie ihre Träume nicht verloren. Für eine kurze Einführung eignet sich der Filmausschnitt vom Anfang bis 09:00 Min.
- Selen. Selen ist gehbehindert und kann nur mithilfe eines Rollators laufen oder wenn sie jemand stützt. In der Schule sitzt sie überwiegend im Rollstuhl. Wegen verschiedener Operationen hat sie im Schulunterricht immer wieder viel verpasst. Ausführlicheres Porträt auf Arbeitsblatt 1b.

Die Schülerinnen und Schüler suchen sich eine Person aus, die sie bearbeiten wollen. Die Personen sollten ungefähr gleich verteilt sein. Die Schülerinnen und Schüler treffen sich in Kleingruppen von drei Schülern, um gemeinsam die Fragen zu besprechen. Für die Dauer der Gruppenaufgabe sollte es eine Zeitvorgabe geben.

Damit alle Schüler sich für das Gruppenergebnis verantwortlich fühlen, können Sie verschiedene Aufgaben verteilen:
- ein schreibstarker Schüler protokolliert die Ergebnisse, der Protokollant
- ein Schüler achtet darauf, dass alle zu Wort kommen und ausreden können, der Gesprächsleiter
- ein Schüler achtet auf die Zeit und darauf, dass alle Fragen bearbeitet werden, der Zeitwächter.

Wenn alle Fragen beantwortet sind, erhalten die Gruppen eine Vorlage für eine Mind Map zu ihrer Person. Mithilfe der Mind Map lassen sich verschiedene Formen von "Glücksbehinderungen" sortieren:
- Ursachen, die bei einem selbst liegen

Vielleicht verhält man sich auch selbst so, dass man von anderen nicht verstanden wird. Vielleicht setzt man sich unrealistische Ziele ...
- Ursachen, die bei anderen Menschen in der Umgebung liegen Mitschüler sind zum Beispiel intolerant oder gedankenlos.
- Ursachen, die in der Gesellschaft liegen

Dazu könnte zum Beispiel Chancenungleichheit oder mangelnde Unterstützung durch Institutionen zählen.
Die Gruppen tragen die Ursachen bzw. Quellen der "Glücksbehinderung" mit drei unterschiedlichen Farben ein, so dass sie auf den ersten Blick den drei Ursachengruppen zugeordnet werden können. Die Mind Maps werden aufgehängt und gemeinsam besichtigt. Die Gruppen stellen sie kurz vor und im Klassengespräch wird überlegt, ob es Gemeinsamkeiten bei allen vier Personen gibt.

öffnet pdf-Dokument, Größe: 708 KB Mind Map Nico

öffnet pdf-Dokument, Größe: 708 KB Mind Map Selen

öffnet pdf-Dokument, Größe: 708 KB Mind Map Tamara

öffnet pdf-Dokument, Größe: 708 KB Mind Map Timo


Schlussfolgerungen und Forderungen

Im nächsten Schritt überlegen die Schülerinnen und Schüler, welche Schlussfolgerungen sich daraus ergeben: Was muss sich ändern, damit alle Menschen ein zufriedenes Leben führen können? Dabei geht es darum, Verhaltensregeln zu entwickeln, wie man anderen Menschen begegnen sollte, und Vorschläge und Forderungen an die Gesellschaft zu überlegen.

Dafür betrachten die Schülerinnen und Schüler die grünen und roten Bemerkungen in den Mind Maps.
Das kann im Unterrichtsgespräch geschehen oder wieder in Gruppen. Dabei sollten die Gruppen neu aufgeteilt werden, so dass in jeder Gruppe ein Schüler für jede Person (Timo, Nico, Tamara oder Selen) vertreten ist.

öffnet pdf-Dokument, Größe: 708 KB Regeln und Forderungen


Glücksprojekt

Damit die Regeln und Forderungen nicht einfach nur auf dem Papier stehen bleiben, überlegt sich die Lerngruppe zum Abschluss ein konkretes Projekt, was sie tun kann, um anderen Menschen zu helfen und zu einem besseren Miteinander zu kommen. Das kann ein Projekt in der Schule sein, zum Beispiel ein Fest oder ein Tag, an dem alle miteinander etwas unternehmen, um sich besser kennenzulernen und zu verstehen. Für die Schule kann man einen "Nett-Tag" ausrufen, an dem Schüler und Lehrer ganz bewusst freundlich und aufmerksam miteinander umgehen sollen. Dazu werden konkrete Regeln aufgestellt. Oder man sucht sich im Stadtteil eine Möglichkeit, etwas zu verbessern oder Menschen zu helfen. Gibt es eine soziale Einrichtung, die man besuchen und konkret unterstützen kann? Die Aktion sollte nicht zu aufwändig sein und alle Schülerinnen und Schüler sollten sich mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten daran beteiligen können.


Mehr zum Thema bei Planet Schule

Was brauchen Kinder und Jugendliche, um ein glückliches Leben zu führen? Die Filmreihe "null. zehn. zwanzig. Die Kinder von Rio" hat zehn Kinder aus neun Ländern über 20 Jahre beobachtet. Rosamaria ist zehn Jahre alt und wünscht sich ein Schwimmbad. Und, dass die Leute auf der Straße aufhören zu schießen. Sie wohnt in einer Favela in Rio de Janeiro. In ihrem Geburtsjahr 1992 fand ganz in ihrer Nähe die UN-Weltkonferenz statt. Danach sollte die Welt für künftige Generationen sauberer, gesünder und sicherer sein. Drei Filme begleitet zehn junge Menschen wie Rosamaria – als Babys, als Kinder und als junge Erwachsene, in verschiedenen Regionen der Welt. Was hat sich für sie verändert? Es wird anschaulich, wie globale Probleme das Leben von Menschen beeinflussen.

Null. Zehn. Zwanzig. Die Kinder von Rio


 

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