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Wie die Autobahn ins Rheinland kam

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"So werden die Straßen der Zukunft aussehen" – mit diesen Worten eröffnete Kölns Oberbürgermeister Konrad Adenauer im August 1932 feierlich die "Kraftwagenstraße Köln-Bonn". Die zwanzig Kilometer lange Strecke, die heutige A 555, war die erste Autobahn Deutschlands: kreuzungsfrei, vierspurig und nur für Automobile zugänglich. Als die Nationalsozialisten im Januar 1933 an die Macht kamen, vollzogen sie eine verkehrspolitische Wende. Hatten sie noch vor wenigen Jahren den Autobahnbau im Reichstag blockiert, präsentierten sie nun die angeblich neuen Pläne für ein Fernstraßennetz. Adolf Hitler wurde zum "Erfinder der Autobahn" stilisiert – eine Lüge, die jahrzehntelang nachwirkte. Die bereits bestehende Kraftwagenstraße Köln-Bonn störte die Propaganda. Klammheimlich wurde die Strecke zur Landstraße degradiert und verschwand aus dem Reichsautobahnnetz.

Stattdessen schmückten sich die Nationalsozialisten mit einer Reihe neuer Kraftwagenstraßen. 1934 begannen die Arbeiten an der Trasse Köln-Oberhausen, der heutigen A 3. Nach dem Vorbild der Köln-Bonner Strecke setzten auch die nationalsozialistischen Autobahnbauer auf Körpereinsatz statt Maschinen. Mit Kriegsbeginn kam der Bau fast komplett zum Erliegen. Nach Kriegsende lag die Autobahn im Rheinland brach. In den 50er Jahren kam der Autoverkehr langsam wieder in Schwung. Nach und nach wurden neue Strecken gebaut. 1955 erhielt die Kraftwagenstraße von Köln nach Bonn ihren alten Status zurück und wurde als A 555 in das Bundesautobahnnetz aufgenommen.

Höher, schneller, weiter: In den Nachkriegsjahren waren Fortschritts- und Technikgläubigkeit ungebrochen. 1969 machte die SPD den Autobahnbau sogar zum Wahlkampfthema. Sie forderte: Mehr Autobahnen! Deutschland sollte das dichteste und modernste Autobahnnetz Europas bekommen. Erst in den 70er Jahren regte sich erster Widerstand gegen neue Fernstraßenprojekte. So wurde die geplante Teilstrecke der A 31 von Bottrop bis nach Bad Neuenahr nie gebaut – die Proteste von Naturschützern waren erfolgreich. Und die autofreien Sonntage 1973 infolge der Ölkrise machten die Grenzen des technischen Fortschritts deutlich. Heute führen 2200 Kilometer Autobahn durch Nordrhein-Westfalen, eine der Regionen mit der größten Autobahndichte Europas. Die Staumeldungen im Radio sind minutenlang. Und bis heute wird um jeden neuen Streckenabschnitt heftig gerungen – wie schon vor 80 Jahren, als die Autobahn ins Rheinland kam.

Info:

Klassenstufe:

3 - 6

DVD-Signatur Medienzentren:

nicht mehr entleihbar

Online-Signatur Medienzentren:

nicht mehr entleihbar

Produktion:

WDR

Sendelänge:

30 Minuten

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