Navigationshilfe:

Reichweite Erdöl

Wann naht das Ende der Erdölreserven?

Erdöl, das schwarze Gold, ist derzeit der wichtigste Rohstoff unserer modernen Industriegesellschaften. Doch dieser fossile Brennstoff ist beschränkt. Die Weltbevölkerung wächst und verbraucht immer mehr Energie. Heute leben mehr als sechs Milliarden Menschen auf der Erde. Wie groß wird die Weltbevölkerung im Jahr 2050 sein? Wird es für die Menschheit dann noch genug fossile Energie geben? Wann wird das Erdöl knapp? Je nachdem, wie stark die Bevölkerung und der Energiebedarf wachsen, kommt es früher oder später zu einem Energiemangel. Die Simulation zeigt, wie die Zukunft aussehen könnte.

Reichweite Erdöl starten

Die Simulation "Reichweite Erdöl" erlaubt einen aufschlussreichen Blick in die Zukunft. Hier im Beispiel wurde das Zukunftsszenario 2 gewählt, in dem von einem Ölvorkommen von 2.620 Milliarden Barrel ausgegangen wird. In diesem Fall würde es 2030 zu einem Erdölmangel kommen, 2090 wären die Erdölreserven endgültig erschöpft.

Ein interaktiver Blick in die Zukunft

Detailaufnahme der Erdöl-Simulation: Infografik

In diesem frei gewählten Szenario wird von Reserven von knapp 2 Billiarden Barrel Erdöl ausgegangen sowie ein Bevölkerungswachstum von je 2 Prozent in Europa, Nordamerika und Asien prognostiziert.Es wird deutlich, dass die gegebenen Erdölreserven den Verbrauch bis ins Jahr 2050 nicht decken können.

In der Simulation stehen drei verschiedene auf wissenschaftlichen Studien basierenden Zukunftsszenarien zur Wahl: 1.900, 2.620 oder 4.000 Milliarden Barrel vorhandene Erdölreserven. Darüber hinaus kann sich der Nutzer sein eigenes Szenario zusammenstellten. Mit Hilfe von Schiebereglern lassen sich einzelne Werte wie nachgewiesene, vermutete konventionelle und vermutete unkonventionelle Ölreserve beliebig zusammenstellen.

Des Weiteren kann man im Bedienfeld Parameter wie das Bevölkerungswachstum und den Energieverbrauch in Europa, Nordamerika, Afrika, GUS, Lateinamerika und Asien regulieren. Berücksichtigt werden zudem die Bedeutung von anderen Energiequellen wie Kohle, Erdgas, Kernenergie und erneuerbare Energien. Auch diese Faktoren lassen sich über Schieberegler definieren.

Nachdem die Simulation gestartet worden ist, kann man rechts im Auswertungsfeld in Zeitraffer den Erdölverbrauch bis in Jahr 2050 mitverfolgen. Die umfangreiche Auswertung verdeutlicht das Zusammenspiel der gewählten Parameter und berechnet die Reichweite des Erdöls bis auf das Jahr genau.

Ölvorkommen

Detailaufnahme der Erdöl-Simulation: Infografik Ölreserven

Die Infografik verdeutlicht, dass sich die weltweit größten Erdölreserven in Saudi-Arabien und im Irak befinden.

Die Spielräume bei der Bewertung von Ölreserven sind enorm. Von den großen Akteuren wird das Volumen der geschätzten Vorkommen daher jeweils zu ihren Gunsten ausgelegt.

So neigen Ölfirmen zu niedrigeren Angaben über ihre Ölvorkommen, weil sie in einigen Ländern als Vermögen besteuert werden. In Entwicklungsländern werden die Zahlen ebenfalls nach unten korrigiert, um zum Beispiel in den Genuss von Finanzhilfen der Weltbank zu kommen. Sollen dagegen Investoren ins Land gelockt werden oder will ein OPEC-Land höhere Förderquoten durchsetzen, so werden die Vorräte auch höher angegeben, als sie in Wirklichkeit sind.

Gesicherte Angaben zu den wirtschaftlich zu fördernden Ölbeständen gibt es nicht. BP-Europa-Chef Wilhelm Bonte-Geuking zitiert gern ein geflügeltes Wort aus dem Kohlebergbau: "Vor der Hacke ist es duster."

Eine unterschiedliche Bewertung ergibt sich auch aus dem jeweils aktuellen Ölpreis: Die Ausbeutung tief gelegener Ölfelder, die Erschließung von schwierigen Offshore-Ölfeldern oder die Aufbereitung eher minderwertigen Öls ist nur bei hohen Ölpreisen rentabel.

Wann wird das Erdölzeitalter zu Ende gehen?

Detailafnahme der Erdöl-Simulation: Tortendiagramm zur Energienutzung

Das Diagramm zeigt die weltweite Energienutzung im Jahr 2002. Auffällig ist der hohe Energieverbrauch in den Industriestaaten. Nordamerika und Europa verbrauchen beinahe genauso viel Energie wie die restliche Welt.

Vom US Department of Energy wurden 2000 die bekannten Weltreserven auf etwa 860 Milliarden Barrel geschätzt. Wahrscheinlich noch entdeckt werden etwa 140 Milliarden Barrel, sodass insgesamt von noch vorhandenen 1.000 Milliarden Barrel ausgegangen wird. Auch die Zahl von 1.200 Milliarden Barrel wird von Experten gehandelt.

Über das "Versiegen" der Ölquellen wird bereits seit Jahrzehnten spekuliert. Tatsächlich aber sind die nachgewiesenen Reserven heute fast doppelt so hoch wie 1945, trotz einer jährlichen Zunahme der Förderung um 1,5 bis 2 Prozent. Das jedenfalls ergab eine Aufstellung der englischen Universität Plymouth, wonach der Bestand der Reserven seit Ende des Zweiten Weltkriegs kontinuierlich schneller wuchs als der Verbrauch.

Zeitschrift planet schule abonnieren
Zeitschrift planet schule abonnieren
Preisgekrönte Projekte
Preisgekrönte Projekte