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Das Hörlabor

Unsere tierischen Freunde – wahre Superohren!

Kaum zu glauben – ich blase in die Hundepfeife und höre schlichtweg gar nichts. Und dennoch reagiert mein vierbeiniger Liebling sofort darauf und läuft schwanzwedelnd auf mich zu. Wie kann das sein? Dieses Phänomen kann im interaktiven Hörlabor getestet werden! Dort sieht man, welche Frequenzen verschiedene Lebewesen hören und ob sie auf bestimmte Geräusche reagieren.

Hörlabor starten

In dieser Szenerie wurde als Testkandidat eine Maus gewählt und als Geräusch ein Paukenschlag. Dieses relativ tiefe Geräusch umfasst ein Frequenzspektrum zwischen ca. 100 und 480 Hz. Da Mäuse Frequenzen im Bereich von ca. 1 bis 70 kHz hören, können sie den Paukenschlag nicht wahrnehmen.

Experimente im interaktiven Hörlabor

Im Hörlabor werden unsere tierischen Artgenossen einem Hörtest unterzogen und ihre Hörleistung mit der unseren vergleichen. Folgende Lebewesen können an dem Test teilnehmen: Mücke, Motte, Maus, Vogel, Fledermaus, Katze, Hund, Elefant, Delfin und Blauwal.

Nachdem ein Testkandidat ausgesucht wurde, hat man die Wahl zwischen vielen verschiedenen Geräuschen und Tönen. Als Geräuschharten stehen zur Verfügung: Pauke, zerbrechendes Glas, Staubsauger, menschliches Lachen, Summen einer Fliege, Miauen einer Katze, Bellen eines Hundes, Quieken einer Maus, Pfiff einer Hundepfeife sowie die Ultraschalllaute einer Fledermaus. Als Alternative kann man sich auch für einen Sinuston entscheiden. Hierfür lässt sich unter folgenden Frequenzen wählen: 15 Hz, 31 Hz, 62,5 Hz, 125 Hz, 250 Hz, 500 Hz, 1 kHz, 2 kHz, 4 kHz, 8 kHz, 16 kHz, 32 kHz und 64 kHz.

Detailansicht des Hörlabors: Ausschnitt aus dem Frequenzbereich

Ein Ausschnitt aus dem Diagramm verdeutlicht, dass Menschen mit einem sehr guten Gehör (grün) durchaus die tiefsten Töne von Fledermausrufen (blau) wahrnehmen können.

Mit einem Klick auf den Startbutton kann es losgehen! Reagiert das Tier auf das gewählte Geräusch? Und: Hören wir diesen Ton auch? Falls nicht, besteht im Hörlabor die Möglichkeit, die Tonhöhe so zu verändern, sodass sie für das gewählte Tier bzw. für den Menschen hörbar wird. Hierfür muss auf den Button Tonhöhe ändern geklickt werden. Nun öffnet sich ein Steuerungspanel, mit dem die Tonhöhe schrittweise tiefer bzw. höher gestellt werden kann.

Anschauliche Information bietet die Visualisierung des Frequenzbereichs. In diesem Balkendiagramm lässt sich der gewählte Frequenzbereich des Tons bzw. des Geräuschs, der transponierter Frequenzbereich und der Hörbereich des Menschen miteinander vergleichen.

Der Hörsinn von Tieren im Vergleich zum Menschen

Tiere brauchen den Hörsinn nicht nur, um Geräusche ihrer Umwelt oder ihrer Artgenossen wahrzunehmen, sondern auch zur Orientierung und zum Beutefang. Die Leistungsfähigkeit des Hörsinnes von einigen Tieren übertrifft dabei die des Menschen bei Weitem. Viele Tiere nutzen zur Verständigung oder zur Jagd Frequenzen, die außerhalb unseres Hörbereichs liegen.

Detailansicht des Hörlabors: Mücke

Mücken können nur ein sehr kleines Frequenzspektrum hören.

(1) Das Hörvermögen der Mücken

Mücken hören nur in einem sehr kleinen Frequenzbereich. Sie nehmen Schall mit ihren Fühlern – den Antennen – wahr. Die Antennen werden bei bestimmten Frequenzen in Schwingungen versetzt. Ein spezielles Organ am Fuß der Antennen misst dann die durch den Schall verursachten Bewegungen.

Interessanterweise hören nur die Männchen. Die Weibchen besitzen zwar ebenfalls Organe zum Hören, reagieren aber nicht auf Schall. Insofern geht man davon aus, dass die Weibchen nicht hören können. Mückenmännchen hören nur den Frequenzbereich, in dem die Weibchen summen. Die Frequenz des Fluggeräuschs der Weibchen einer bei uns verbreiteten Mückenart liegt ungefähr bei 500 Hz. Männchen anderer Mückenarten sind auf andere Tonhöhen eingestellt.

(2) Das Hörvermögen der Motten

Eine Besonderheit zeichnet das Hörvermögen von manchen Nachtfaltern zum Beispiel von den Eulenfaltern aus. Sie können die Ruhe ihrer größten Feinden, der Fledermäuse erkennen. Obwohl sie nur sehr einfach gebaute Hörorgane besitzen, hören diese Nachtfalter Töne mit Frequenzen von ca. 20 bis 70 kHz. Erstaunlich ist, dass sie Fledermauslaute auch beim Vorhandensein anderer Ultraschallgeräusche heraushören.

Detailansicht des Hörlabors: Maus

Mäuse hören Frequenzen im Bereich von ca. 1 bis 70 kHz.

(3) Das Hörvermögen der Mäuse

Mäuse haben im Vergleich zu ihrem Körper große Ohren. Große Ohrmuscheln als "Schalltrichter" helfen dabei, auch leise Geräusche wahrzunehmen und sie genau zu lokalisieren. Das Gehör ist für Mäuse sehr wichtig, um vor möglichen Fressfeinden gewarnt zu werden. Sie hören Frequenzen im Bereich von ca. 1 bis 70 kHz. Vermutlich können bestimmte Mäusearten sogar Frequenzen bis zu 100 kHz hören. Wir Menschen hören nur die Anteile der Mäuserufe, die in unserem Hörbereich liegen, als hohes Piepsen oder Quieken. Dabei handelt es sich häufig um Warngeräusche. Vor allem aber verständigen sich Mäuse im für uns unhörbaren Ultraschallbereich.

Detailansicht des Hörlabors: Vogel

Den Bereich, den Vögel hören können, liegt zwischen 250 Hz und 8 kHz.

(4) Das Hörvermögen der Vögel

Meist ist der Hörbereich der Vögel etwas kleiner als der des Menschen und liegt im Bereich von 250 Hz bis 8 kHz. Am besten hören sie Töne von 1 bis 4 kHz. Viele Vögel haben spezifische Hörfähigkeiten entwickelt. Manche Vogelarten können sehr hohe Frequenzen auch außerhalb unseres Hörbereichs hören, zum Beispiel die südamerikanische Fettschwalme. Sie nisten tief im Inneren von Höhlen. Die Fettschwalme stoßen Klicklaute im Ultraschallbereich aus und orientieren sich im Dunklen mithilfe der Echos ihrer Rufe. Einige Vogelarten haben eine ausgeprägte Fähigkeit des Richtungshörens wie beispielsweise die Eulen, die diese Fähigkeit dazu nutzen, um zum Beispiel eine raschelnde Maus genau anzupeilen.

(5) Das Hörvermögen der Fledermäuse

Fledermäuse benutzen hochtonige Rufe, um sich zu orientieren und Beute in der Luft über das vom Körper reflektierte Echo zu orten. Ihre Rufe liegen im Bereich von 15 bis 150 kHz, sind also weitgehend im Ultraschall angesiedelt. Menschen können, wenn sie ein gutes Gehör haben, manchmal die tiefsten Töne von Fledermausrufen hören. Kleine Fledermäuse benutzen zur Echoorientierung allerdings nur Ultraschallrufe, die für uns unhörbar sind.

(6) Das Hörvermögen der Katzen

Katzen haben ein sehr viel feineres Gehör als Menschen. Ihre Lautstärkeempfindlichkeit ist ungefähr viermal so groß wie die des Menschen. Katzen hören Töne von ca. 45 Hz bis 60 kHz. Am besten ist ihr Hörvermögen im Bereich von 1 bis 20 kHz ausgeprägt. Ihre große Ohren sind einzeln beweglich. Deshalb können sie die Richtung sehr genau bestimmen, aus der ein Geräusch kommt. Diese Fähigkeit hilft ihnen bei der Jagd im Dunkeln.

(7) Das Hörvermögen der Hunde

Hunde gehören zu den Fleischfressern und für Fleischfresser ist das Gehör außerordentlich wichtig, um Beute aufzuspüren. Hunde haben große Ohren, die einzeln beweglich. Dadurch können sie sehr genau die Richtung bestimmen, aus der ein Geräusch kommt. Hunde nehmen von ca. 60 Hz bis 45 kHz wahr. Besonders gut hören sie im Frequenzbereich von ca. 1 bis 10 kHz. Hunde haben ein sehr gutes Gehör, hören besser als wir Menschen, aber nicht so gut wie Katzen.

(8) Das Hörvermögen der Elefanten

Elefanten hören Frequenzen im Bereich von 16 Hz bis 12 kHz. Bemerkenswert ist ihre Fähigkeit sich mich Infraschall, d.h. mit für Menschen unhörbar tiefen Tönen, zu verständigen. Bis zur Entdeckung dieser Fähigkeit dachte man, dass Elefanten schlecht hören. Infraschallwellen haben die Eigenschaften, über sehr weite Strecken zu tragen. Elefanten können Infraschallsignale von Artgenossen aus Entfernungen bis zu vier Kilometern hören.

Detailansicht des Hörlabors: Delfin

Delfine sind in der Lage, Töne zwischen einem und 150 kHz zu hören.

(9) Das Hörvermögen der Delfine

Delfine haben ein sehr gut entwickeltes Hörvermögen. Es hat für die Orientierung unter Wasser, die Ortung von Jagdbeute und die Verständigung eine sehr große Bedeutung. Delfine können Töne von 1 bis 150 kHz hören. Am empfindlichsten sind sie für Frequenzen im Bereich von 40 bis 100 kHz. Auch tiefere Frequenzen als 1 kHz werden wahrgenommen, wenn diese laut genug sind. Hinter den Augen haben Delfine kleine Ohröffnungen. Einige Forscher vermuten, dass Delfine durch die Ohröffnungen die tiefen Töne aufnehmen, andere glauben, dass die Ohröffnungen keine Funktion haben. Die Tonaufnahme der hohen Töne erfolgt mit hoher Sicherheit über den Unterkiefer. Die raffinierte Konstruktion des Hörapparats ermöglicht den Delfinen ein sehr gutes Richtungshören. Sie stoßen Klicklaute aus, um mithilfe von Echogeräuschen Beute zu orten.

Detailansicht des Hörlabors: Blauwal

Blauwale können Frequenzen im Infraschallbereich wahrnehmen.

(10) Das Hörvermögen der Blauwale

Blauwale sind Einzelgänger. Sie können sich unter Wasser über sehr große Entfernungen verständigen. Die Meeressäuger produzieren extrem tiefe und laute Töne, die über Hunderte von Kilometern für ihre Artgenossen hörbar sind. Die Blauwale verständigen sich in einem Frequenzbereich von 10 bis 40 Hz. Diese Töne gehören teilweise zum Infraschall, sind also für uns nicht hörbar. Außerdem sind Blauwalgesänge die lautesten Geräusche im gesamten Tierreich. Ihr Schalldruck ist größer als 180 db. Hören können Blauwale bis zu 30 kHz.

Andere Wale können Töne von über 100 kHz wahrnehmen, verständigen sich jedoch nicht mit Infraschall. Das Gehör der Wale ist sehr empfindlich. Die Tonaufnahme im Wasser erfolgt mit dem Unterkiefer. Über den Knochen werden die Töne zum Innenohr geleitet. Forscher vermuten, dass die starke Lärmbelastung im Meer durch militärische Sonare die Orientierung vieler Wale stört.

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