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Farben ausbleichen

Ein schmutziges Grau anstatt eines tiefen Schwarzes, ein blasses Rosarot anstatt eines kräftigen Rots – über die Jahre verlieren vor allem Kleidungsstücke aus Baumwolle ihre ursprüngliche Farbe und Leuchtkraft. Warum bleichen Farben aus? Im virtuellen Versuchslabor kann man Textilproben einfärben und einer intensiven Sonnenstrahlung aussetzen.

Versuch zum Ausbleichen von Farben starten

In diesem Beispiel hat man den Stoff zweimal mit Alkanna und einmal mit Indigo gefärbt. Das Ergebnis ist ein leuchtendes Violett. Doch ist diese Farbe auch lichtecht?

Versuchsbeschreibung

Willkommen in unserem Versuchslabor! Hier kann man einen Baumwollstoff testweise mit fünf verschiedenen Farbstoffen behandeln und dann untersuchen, wie lichtecht die resultierende Farbe ist.

Die Lichtechte wird mit der Wollskala ermittelt. Dazu wird die Farbe wie in unserem Versuch belichtet und ermittelt, wie sie im Vergleich zu Referenzfarben auf einem Wollstreifen ausgeblichen ist. Je höher der Wert, desto lichtechter ist die Farbe. Typische Werte liegen zwischen 1 und 8.

Man kann beim Färben auch die einzelnen Farbstoffe miteinander mischen. Nach der Belichtung erhält man eine Farbverschiebung zum Farbstoff mit dem höheren Wollskala-Wert.

Das Färben von Stoff ist ein mehrstufiger, aufwendiger und langwieriger Prozess. In unserem virtuellen Labor symbolisieren wir diesen, indem der Stoff einfach in einen Farbtopf geworfen wird. Hierzu muss man einfach auf den gewünschten Farbtopf klicken. So leicht geht es in der Realität natürlich nicht!

Auch für die Belichtung bräuchten wir normalerweise deutlich länger. Es wird zwar auch in echten Testlabors mit Lampen gearbeitet, die die Sonnenstrahlung imitieren, doch um wirklich repräsentative Ergebnisse zu erhalten, wird mit Belichtungszeiten von mehreren Tagen gearbeitet. Unsere Belichtung von etwa drei Sekunden entspricht in Wirklichkeit mehreren Tagen. Zum Auslösen der Belichtung muss auf den Lichtschalter geklickt werden.

Folgende Farbstoffe stehen im Versuchslabor zur Wahl:

Indigo

Detailansicht des Versuchs: mit Indigo gefärbter Stoff

Der Stoff wurde viermal mit Indigo gefärbt.

Indigo kann aus einer Vielzahl von Pflanzen gewonnen werden, seit 100 Jahren lässt es sich auch synthetisch herstellen. Wichtigste Quelle war über Jahrhunderte der indische Indigo-Strauch. Aus dessen getrockneten Blättern konnte man ein Kilo Indigo pro 100 Kilo gewinnen.

Doch zuvor musste man die Blätter vergären, damit das darin enthaltene Indican zu Indoxyl umgesetzt wurde. Doch auch das Indoxyl ist farblos. Erst durch die Oxidation mit dem Sauerstoff der Luft bildet sich das blaue Indigo.

Indigo ist in Wasser und Alkohol nicht löslich. Zum Färben muss es "verküpt" werden, das heißt, es wird in der Lauge unter Zusatz von Reduktionsmitteln zu Leukoindigo umgewandelt, das wasserlöslich ist und an Stoffen haftet. Trocknet man die so behandelten Stoffe, bildet sich in ihnen aus dem farblosen Leukoindigo mit dem Luftsauerstoff wieder das blaue Indigo.

Indigo, heute fast ausschließlich synthetisch hergestellt, kommt für die meisten Blautöne zum Einsatz, so etwa in den Bluejeans.

Auf der Wollskala erreicht Indigo den Wert 5.

Krapp

Detailansicht des Versuchs: mit Krapp gefärbter Stoff

Das Stoffmuster nach viermaliger Färbung mit Krapp.

Krapp stammt aus den Wurzeln des Färbekrapps. Diese Pflanze ist auf der ganzen Welt zu finden. In vielen Ländern, in denen er nicht natürlicherweise vorkam, wurde er bald eingeführt, da aus ihm der seit den alten Ägyptern beliebte Farbstoff Krapp hergestellt wird.

In der Krappwurzel ist eine Vielzahl verschiedener Farbstoffe enthalten, z.B. Purpurin, Pseudopurpurin, Munjistin, Rubiadin und Rubianin; der wichtigste ist jedoch Alizarin. Dieser Farbstoff entsteht erst, wenn die Krappwurzel nach dem Ernten noch feucht gelagert wird. Dabei läuft eine Fermentation ab, welche die Ruberythrinsäure in das Alizarin und einen Zuckerrest spaltet.

Stoffe, die mit Krapp gefärbt werden sollen, müssen vorher gebeizt werden, damit sie die Farbe dauerhaft aufnehmen.

Die Lichtechtheit von Krapp liegt zwischen 4 und 7, je nach Stoff und Färbevorgang.

Reseda

Detailansicht des Versuchs: mit Reseda gefärbter Stoff

Die Stoffprobe wurde siebenmal mit Reseda gefärbt.

Reseda wird aus dem Färberwau gewonnen, der zum Beispiel an Bahndämmen häufig in großen Mengen vorkommt. Die Pflanze fällt durch ihre leuchtend gelbe Blüten auf.

Reseda gehört zu den ältesten bekannten Farbstoffen. Schon in der Steinzeit kam er zum Einsatz. Er eignet sich gut zum Färben von Wolle und Seide. Für Baumwolle ist er nicht ganz so gut geeignet.

Der Farbstoff ist schlecht in Wasser löslich, daher muss beim Färben mit hohen Temperaturen um die 70 Grad gearbeitet werden. Der Stoff muss vorbehandelt, d.h. gebeizt werden, sonst entstehen unansehnliche Brauntöne.

Reseda hat eine Lichtechte von 4 auf der Wollskala.

Kamala

Detailansicht des Versuchs: mit Kamala gefärbter Stoff

So sieht die Stoffprobe nach viermaligem Färben mit Kamala aus.

Der Farbstoff Kamala ist ein giftiges, rotbraunes Pulver, das aus den Früchten des Affengesichtbaumes gewonnen wird. Dieser wächst auf den Philippinen, Indien, China und Australien.

Die wichtigste färbende Komponente ist das Rottlerin, das zur Gruppe der Chalkone gehört. Vor allem Seide lässt sich mit Kamala gut färben. Dabei ist keine Vorbehandlung nötig. Um Baumwolle mit Kamala zu färben, muss sie zuvor mit Eisenbeize oder Tonerde gebeizt werden.

Die Lichtechte von Kamala ist 2 auf der Wollskala.

Alkanna

Detailansicht des Versuchs: mit Alkanna gefärbter Stoff

Hier wurde die Probe zweimal mit Alkanna gefärbt.

Alkanna wird aus den Wurzeln der Ochsenzunge, einer Pflanze der Raublattgewächse, gewonnen. Diese wächst in Südeuropa.

Um mit Alkanna zu färben, muss der Stoff mit Aluminiumbeize vorbehandelt werden, wenn man Violetttöne erreichen will. Mit Eisenbeize erhält man Grüntöne.

Eine Besonderheit ist, dass Alkanna in saurer Lösung rot ist, in basischer blau. Aus diesem Grund wurde es für Indikationspapier verwendet, mit dem sich einfach testen lässt, ob eine Lösung sauer oder basisch ist.

Der Farbstoff ist aber wenig lichtecht - 2 auf der Wollskala, daher kommt er selten zum Einsatz. Nur für Schminken und Lebensmittel wurde Alkanna des Öfteren verwendet.

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