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Wie schnell soll ein Musikstück gespielt werden?

Die Sarabande a-Moll aus der Partita a-Moll von Johann Sebastian Bach ist ein wohlbekanntes Musikstück der höfischen, barocken Tanzmusik. Wie schnell soll diese Sarabande optimalerweise gespielt werden? Welchen Einfluss hat es, wenn man sie in Largo, Adagio, Moderato oder gar Presto spielt? Das kann man in dem spannenden Experiment "Tempo der Musik" herausfinden!

Musik-Experiment starten

Die Interaktivität ermöglicht dem Benutzer, ein bekanntes Musikstück per Mausklick in verschiedenen Geschwindigkeiten abspielen.

Zeit und Musik

Ganz entscheidend für die Wirkung eines Musikstücks ist sein Rhythmus. Das ist die zugrunde liegende Struktur, die Wiederholung von Schlägen in einer festgelegten Zeitspanne. Teilt man die Schläge in Gruppen ein, hat man den Takt des Stückes. In der westlichen Musik notiert man den Rhythmus als Folge von Noten. Ein 4/4 Takt zum Beispiel enthält in einem Takt vier Viertelnoten – oder eine beliebige Zusammensetzung von unterschiedlich langen Noten und Pausen, deren Summe aber immer die Länge von vier Viertelnoten ergibt.

Detailansicht der interaktiven Animation: Verfolgen des Musikstücks

Der Verlauf des Musikstücks kann mithilfe der roten Linie anschaulich nachvollzogen werden.

In der noch heute verwendeten Notation sind alle Angaben relativ: Sie geben keine genaue Zeit an, die etwa eine Viertelnote dauern soll. Das können zwei Sekunden oder nur eine viertel Sekunde sein – beides wäre von den Noten her korrekt.

Ein absolutes Zeitmaß entsteht erst mit einem Metronom als Eichung. Ein Metronom gibt den Takt durch ein Knacken, das Blinken einer Lampe oder die Bewegung eines Pendels vor. Am Metronom stellt man die „Schläge pro Minute“ ein. Das heißt, bei 60 Schlägen pro Minute dauert jeder Schlag – also bei einem Vierviertel-Takt jede Viertelnote – eine Sekunde.

Das Metronom wurde erst Anfang des 19. Jahrhunderts erfunden. Beethoven war der erste bekannte Musiker, der für seine Musik Schlagzahlen des Metronoms angab. Bis dahin arbeiteten die Komponisten mit relativ vagen Angaben zum Zeitmaß wie allegro, andante usw. Diese Wörter sind Bezeichnungen für Geschwindigkeiten aus dem Italienischen.

Wichtig ist zu verstehen, dass nicht nur der relative Rhythmus die Wirkung eines Musikstücks beeinflusst, sondern dass darüber hinaus auch das absolute Zeitmaß einen enormen Stellenwert hat – man vergleiche den Unterschied zwischen Largo (getragen, traurig) und Presto (schon Richtung Slapstick).

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