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Panorama: Leben im Fluss

Jeder große Fluss entspringt einem kleinen Quellgewässer. Und so klein und unscheinbar es auch sein mag, steckt es doch schon voller Leben. Welche Tiere und Pflanzen sind hier zu Hause? Und wie verändert sich der Lebensraum, wenn aus dem Rinnsal ein richtiger Strom wird? Gehe mit uns auf eine faszinierende Entdeckungsreise von der Quelle bis zur Mündung!

Interaktives Fluss-Panorama starten

Im interaktiven Fluss gibt es viele verschiedene Lebewesen zu entdecken: So zum Beispiel die Bachforellen, die 20 bis 40 cm lang und bis zu 9 kg schwer werden. Ihr lang gestreckter Körper besitzt ein charakteristisches "Leopardenmuster" mit dunklen Flecken auf hellerem Grund. Das große, mit spitzen Zähnen versehene Maul weist die Bachforelle als Raubfisch aus.

Hinweise zur Bedienung der Panorama-Animation

Das interaktive Fluss-Panorama lädt zum Erkunden ein: Es gibt hier viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten zu entdecken. Mit den Pfeiltasten, die sich an den Rändern des Panoramafensters befinden, kann man nach links und rechts sowie nach oben und unten navigieren.

Detailansicht der interaktiven Animation: Ring-Navigation

Über diesen Button kann man den Verlauf des Flusses folgen.

Fährt man mit der Maus über die Landschaftsszenerie, werden verschiedene Pflanzen und Tiere durch einen Leuchtrand hervorgehoben. Klickt man sie an, erhält man wissenswerte Informationen und Bildmaterial.

Folgende Pflanzen gilt es zu finden: Bachnelkenwurz, flutender Hahnenfuss, Sumpfdotterblume, Schwarzerle, Schilfrohr, glänzendes Laichkraut, Silberweide.

Für diese Tiere bieten der Fluss und seine Umgebung ideale Lebensbedingungen: Bachforelle, Wasseramsel, Bachneunauge, Groppe, Steinkrebs, Steinfliegenlarve, Köcherfliegenlarve, Bisamratte, Graureiher, gemeine Flussmuschel, Bachflohkrebs, Nase, Flussbarsch, Fischotter, Blesshuhn, Rotauge, Flusskrebs, Hecht, atlantischer Lachs, Höckerschwan, Rohrweihe, Schlammröhrenwurm, Aal, Egel, Kormoran.

Mit einem Klick auf den Info-Button links unten in der Interaktivität lassen sich detaillierte Informationen über das Gewässer aufrufen: Temperatur, Sauerstoff- und Stickstoffgehalt.

Detailansicht der interaktiven Animation: Steinfliegenlarve

Steinfliegenlarven haben einen bräunlichen, abgeflachten Körper, um einfacher unter Steine in schnell fließenden Bächen kriechen zu können.

Bach- und Flussregionen

Fließgewässer kann man von ihrem Ursprung bis zur Mündung in verschiedene Regionen einteilen. Diese Regionen zeichnen sich unter anderem durch Unterschiede in Nährstoffen, Trübung, Temperatur und Sauerstoffgehalt aus. Die meisten Tiere, so auch Fische, stellen bestimmte Anforderungen an einen Lebensraum. Manche können zum Beispiel nicht in sauerstoffarmem Wasser leben, andere fühlen sich gerade hier sehr wohl. Daher hat man verschiedene Bach- und Flussgebiete nach den charakteristischen Fischen (Leitarten), die dort vorkommen, benannt. Damit ähnelt diese Einteilung im Grundsatz der Gewässergütebestimmung anhand von Kleintieren. Allerdings basiert die hier erläuterte Einteilung in die nach Fischarten benannten Abschnitte auf einem „idealen“ Bach/Fluss und wird nicht zur Bestimmung der aktuellen Wasserqualität herangezogen.

Detailansicht der interaktiven Animation: Nase

Charakteristisch für die Nasen ist die wulstig verdickte Schnauzenspitze, der die Tiere ihren Namen verdanken. Die Unterlippe ist scharfkantig und verhornt. Mit ihr weiden die Nasen Algen ab, doch auch Wirbellose werden nicht verschmäht.

Forellenregion

Nah bei der Quelle fließt das Wasser schnell und seine Temperatur steigt auch im Sommer selten über 10°C. Es gibt viel Sauerstoff und wenig Nährstoffe. Ein Lebensraum, in dem sich vor allem die Bachforelle und die Groppe wohlfühlen, aber auch die nordamerikanische Regenbogenforelle und der Bachsaibling bevorzugen diese Bachregion. In den höher gelegenen Gebieten (bis zu 2000 m) ist die Nahrung begrenzt und die wenigen Fische bleiben meist klein. Doch in den tieferen Gegenden der Forellenregion gibt es ruhigere, tiefere Bachzonen, der Uferbewuchs wird größer und es gibt daher mehr Beutetiere. Die Forellen sind hier zahlreicher und auch größer. Zusätzlich findet man Bachschmerle und Elritze.

Äschenregion

Die Äschenregion beginnt meist dort, wo sich mehrere Bäche zu einem kleinen Fluss vereinigen. Das Wasser fließt etwas langsamer durch flacheres Gelände. Der Untergrund ist meist kiesig. Die starke Strömung unterspült das Ufer und es entstehen ruhige, tiefe Zonen, sogenannte Kolken. Das Wasser ist immer noch sauber und sauerstoffreich. Doch die Wassertemperaturen können hier im Sommer bis ca. 15°C steigen. Neben der Äsche kann man noch die Begleitarten der Forellenregion (Bachschmerle, Elritze) und Schneider, Döbel oder Nase finden.

Detailansicht der interaktiven Animation: Fischotter

Fischotter sind Säugetiere aus der Familie der Marder. Sie werden bis zu 120 cm lang und haben ein braunes, sehr dichtes, wasserabweisendes Fell.

Barbenregion

Dort wo das Gelände mehr und mehr abflacht, wird die Strömung langsamer. Es kommt zu Schlammablagerungen und dichtem Pflanzenbewuchs. Obwohl die Wassertemperatur im Sommer nun auf 20°C steigen kann, ist der Sauerstoffgehalt immer noch ziemlich hoch. Der Nährstoffgehalt hat zugenommen. Neben der Barbe findet man die Begleitfische der Äschenregion aber auch Rotauge, Rotfeder, Ukelei, Gründling, Flussbarsch und Hecht. In tieferen Zonen kann man auch schon mal einen Zander finden.

Brachsenregion

Nähert sich der Fluss seiner Mündung, beginnt die Brachsenregion. Da das Wasser sehr langsam fließt, kann sich auf dem Flussgrund nährstoffreicher Schlamm ablagern. Es entsteht ein üppiger Bewuchs an Wasser- und Uferpflanzen, Weiden und Schilf säumen das Flussbett. Es kann sich eine reiche Planktongemeinschaft entwickeln, die als Nahrungsgrundlage vieler anderer Organismen, z. B. Fischen, dient. Das Wasser erwärmt sich in dieser Region im Sommer stark. Sauerstoff wird im warmen Wasser schlechter gebunden als im kalten Wasser. Daher kann es hier im Sommer zu Sauerstoffmangel kommen. Hohe Nährstoffbelastungen, zum Beispiel durch Landwirtschaft, im Zusammenhang mit großer Hitze, können zu akuter Sauerstoffarmut und damit unter Umständen sogar zu Fischsterben führen. Hier leben neben Brachsen und Begleitfischen der Barbenregion auch Aal und Wels.

Detailansicht der interaktiven Animation: Silberweiden am Fluss

Silberweiden sind Pionierpflanzen, die sehr wassertolerant sind und sich durch eine hohe Samenproduktion, starke vegetative Vermehrung und hohe Wuchsleistung auszeichnen. Die Bäume werden bis zu 25 m hoch und besitzen schmale, lanzettförmige Blätter, die etwas silbrig glänzen – daher der Name Silberweide.

Kaulbarsch-Flunder-Region

So nah an der Mündung wird die langsame Strömung durch die Gezeitenbewegungen beeinflusst. Es kommt zu einer Mischung aus Süß- und Salzwasser (Brackwasser). Das Gelände ist sehr flach, die Ufer der Flüsse liegen weit auseinander. Es gibt Schlickbänke in den flacheren Wasserzonen. Brackwasser ist nährstoffreich. Es gibt viel Plankton, von dem wiederum viele Wirbellose wie Krebschen, Würmer usw. leben können. Die Salzkonzentration unterliegt aber großen Schwankungen, abhängig davon, ob der Fluss viel Wasser führt, ob es regnet oder ob große Stürme viel Salzwasser in die Mündung drücken. Auch wenn das Nahrungsangebot groß ist, können nur wenige Fischarten solche Schwankungen tolerieren. Kaulbarsch und Flunder sind zwei Arten, die sogar öfter zwischen Salz- und Süßwasser hin- und herwechseln. Andere Fische, die Wanderungen ins Süßwasser unternehmen, wie zum Beispiel der Lachs und der Aal, dringen von hier bis in die untere Forellenregion vor.

Preisgekrönte Projekte
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