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Interaktive Biorhythmus-Uhr

Es ist kurz nach 2.30 Uhr, mitten in der Nacht. Das Notarzt-Team ist gerade zu einem wichtigen Einsatz unterwegs, der ihre ganze Konzentration kosten wird. Die Ärzte müssen voll da sein, auch wenn innerlich noch alles auf Schlaf eingestellt ist. Der Dienstplan kann keine Rücksicht auf den menschlichen Biorhythmus nehmen! Welche physischen Prozesse laufen zu dieser Uhrzeit ab? Um welche Tageszeit fällt das Arbeiten besonders leicht? Das kann man mithilfe der interaktiven Biorhythmus-Uhr herausfinden!

Biorhythmus-Uhr starten

Die Biorhythmus-Uhr lädt zum Entdecken ein, man muss einfach den Stundenzeiger auf die gewünschte Zeit drehen – zum Beispiel auf 2 Uhr nachts. Zu dieser Uhrzeit schlafen wir normalerweise besonders tief. Die Melatonin-Konzentration ist um etwa vier- bis sechsmal höher als tagsüber.

Bedienung der Biorhythmus-Uhr

Mit einem Klick auf den Start-Button wird die Biorhythmus-Uhr aktiviert. Mit gedrückter Maustaste kann der orangefarbene Stundenzeiger der Uhr bewegt und entsprechende Informationen zu den einzelnen Tages- und Nachtzeiten abgerufen werden.

Weiterführende Informationen

Alle Lebewesen müssen ihre inneren Uhren immer wieder an die aktuellen Umweltverhältnisse anpassen. Die Sonneneinstrahlung zum Beispiel ändert sich übers Jahr (im Winter sind die Tage bei uns viel kürzer als im Sommer), also muss sich auch die innere Uhr umstellen. Sie wird von äußeren Reizen korrigiert, bei täglichen Rhythmen erfolgt diese Korrektur durch das Sonnenlicht. Beim Menschen sind sehr viele Körperfunktionen im Tagesrhythmus getaktet: Die Körpertemperatur (nachts abgesenkt), der Blutdruck (morgens am höchsten), die Aufmerksamkeit (nachmittags geringer) oder die Muskelkraft (am größten am späten Nachmittag).

Detailansicht der interaktiven Animation: Biorhythmus-Uhr

Um ca. 16 Uhr ist unser Langzeitgedächtnis besonders aufnahmefähig. Puls, Blutdruck und Körpertemperatur sind am höchsten. Diese Zeitphase lässt sich gut zum Lernen und für komplizierte Anforderungen nutzen.

Bei Langzeitversuchen im Schlaflabor hat sich gezeigt, dass unsere innere Uhr auch weiter tickt, wenn sie nicht regelmäßig vom Sonnenlicht korrigiert wird – und das über Tage hinweg.

Im Körper jedes Menschen sitzen ungezählte Uhren. Forscher fanden solche im Gehirn, im Herz oder in der Leber. Fast jede Zellstruktur hat Prozesse, die sich zeitlich ändern. Und alle diese Zelluhren müssen gestellt und abgestimmt werden.

Eine wichtige Rolle spielt dabei ein Gehirnbereich namens suprachiasmatischer Nucleus (SCN). Seinen Takt erhält der SCN vermutlich vom Auge – die Tageslänge wird ihm als Information weitergeleitet. Er gibt dann Signale an andere Hirnregionen und Organe. Zum Beispiel an die Zirbeldrüse, die das Schlafhormon Melatonin ausschüttet.

Welche Rolle das Hormon Melatonin spielt, ist noch nicht ganz verstanden. Sicher ist aber, dass es in der Nacht verstärkt produziert wird. Auch haben Kinder, die ja viel mehr schlafen als Erwachsene, entsprechend höhere Melatonin-Spiegel. Hohe Melatonin-Spiegel fallen mit höherer Müdigkeit zusammen, auch wenn man noch nicht genau weiß, ob das die Ursache der Müdigkeit ist oder deren Folge.

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